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Kampf gegen Internetkriminalität

Weltweite Razzia gegen russland-freundliche Hackergruppe: Polling ist dabei

BKA Beamte
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Am Dienstag (15. Juli) trafen sich Beamte des Bundeskriminalamtes mitten in Polling. Sie waren Teil einer internationalen Aktion gegen Hacker.

Am Dienstag (15. Juli) treffen sich um 5.30 Uhr Beamte des Bundeskriminalamtes mitten in Polling. Warum? Seitdem rätselt die Gemeinde. Eine Nachfrage von OVB bringt Licht ins Dunkel.


Polling – Am Dienstag (15. Juli) gab es eine internationale Razzia gegen die Hackergruppe „NoName057(16)“. Weltweit gingen Polizisten gegen Hacker und ihre Infrastruktur vor – auch im Landkreis Mühldorf.  „NoName057(16)“ ist nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) eine hacktivistische Gruppierung, „deren Aktionen darauf abzielen, das gesamtgesellschaftliche und politische Gefüge der Bundesrepublik nachhaltig zu stören oder zu beeinflussen“.

Am Dienstag haben sich um 5.30 Uhr vor dem Pollinger Rathaus Beamte des Bundeskriminalamtes eingefunden. Das machte in der Gemeinde schnell die Runde. Die Beamten zogen sich offensichtlich schusssichere Westen mit der großen Aufschrift „BKA“ über. Anschließend stiegen sie in ihre zivilen Fahrzeuge mit hessischen Kennzeichen und fuhren davon. 

Einsatz auch im Landkreis Mühldorf

Auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen bestätigt BKA-Pressesprecherin Kristina Sawazki am Mittwoch (16. Juli), dass „Einsatzmaßnahmen im Landkreis Mühldorf am Inn (Oberbayern) stattgefunden haben. Wir bitten mit Blick auf den Schutz von Persönlichkeitsrechten um Verständnis, dass eine nähere örtliche Eingrenzung nicht möglich ist.“ 

Zum Hintergrund des Einsatzes gefragt, verweist Sawazki auf die Pressemitteilung des BKA: „International abgestimmtes Vorgehen gegen die hacktivistische Gruppierung ‚NoName057(16)‘“.

Demnach sind die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das BKA in einer „international abgestimmten Aktion“ gegen Akteure und Infrastruktur der „NoName057(16)“ vorgegangen. Die Einsätze fanden in den USA, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden, Frankreich, Spanien und Italien statt; unter anderem Europol und Eurojust waren daran beteiligt. 

Haftbefehle gegen russische Staatsangehörige

Insgesamt konnten, so die Pressemitteilung, weltweit mehrere Hundert Server abgeschaltet werden, die für gezielte Überlastungsangriffe auf Webpräsenzen eingesetzt wurden. In Deutschland wurden sechs Haftbefehle gegen russische Staatsangehörige beziehungsweise in der Russischen Föderation wohnhafte Beschuldigte erwirkt. Zwei davon werden beschuldigt, die Hauptverantwortlichen hinter „NoName057(16)“ zu sein. Darüber hinaus wurde ein weiterer Haftbefehl durch die spanischen Behörden erlassen. Nach allen Beschuldigten wird international und teils öffentlich gefahndet.

Außerdem wurden, so das BKA, internationale Durchsuchungsmaßnahmen an insgesamt 24 Objekten von mutmaßlichen Unterstützern der Gruppierung durchgeführt, darunter ein Objekt in Berlin und zwei in Bayern. „Umfangreich sichergestellte Beweismittel befinden sich derzeit in der Auswertung.“

Hacker unterstützen die russische Föderation

„NoName057(16)“ ist nach BKA-Angaben ein ideologisch geprägtes Hacktivisten-Kollektiv, das sich als Unterstützer der Russischen Föderation positioniert und im Kontext des Russland-Ukraine-Konflikts Cyberangriffe in Form von sogenannten „Distributed Denial of Service“ (DDoS)-Angriffen durchführt. Dabei handelt es sich um Überlastungsangriffe auf Webpräsenzen und Online-Services mit dem Ziel, dass diese nicht mehr aufrufbar sind.

Angriffswellen gegen Unternehmen und Behörden

Deutschland sei nach BKA-Angaben seit Beginn der Ermittlungen im November 2023 Ziel von insgesamt 14 Angriffswellen gewesen. Die hätten „teilweise über mehrere Tage“ angedauert und „in Summe ca. 250 Unternehmen und Einrichtungen“ betroffen, darunter Unternehmen der kritischen Infrastruktur wie Rüstungsbetriebe, Stromversorger, Verkehrsbetriebe sowie öffentliche Einrichtungen und Behörden. „Vergleichbare Angriffe waren gegen Infrastrukturen anderer Staaten festzustellen, wie beispielsweise bei der Europawahl oder zuletzt anlässlich des Nato-Gipfels in den Niederlanden“, schreibt das BKA. „Das Hauptziel der Angriffe auf deutsche Ziele bestand darin, mediale Aufmerksamkeit zu erreichen und dadurch Einfluss auf politische und/oder gesellschaftliche Entscheidungen in Deutschland zu nehmen.“

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