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Neues Highlight für die Kreisstadt

Mühldorf bekommt wieder eine eigene Brauerei: Die Vetter-Brüder verraten ihre Pläne

Max und Jonas Vetter Innbräu MÜ
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Max (35, links) und Jonas (30) Vetter verwirklichen ihren Traum im Mühldorf Norden.

Andernorts sperren Brauereien zu, in Mühldorf-Nord wird eine neue gebaut. Hier wird „Innbräu“ in Zukunft echtes Mühldorfer Bier brauen. Die Brüder Max und Jonas Vetter verraten, was alles hinter ihrem Herzensprojekt steckt.

Mühldorf – In Mühldorf-Nord an der Mühlbauerstraße gegenüber von ESD wird in den nächsten Monaten fleißig gebaut. An diesem Ort verwirklichen die Brüder Max (35) und Jonas (30) Vetter ihren Traum: Sie bauen ihre eigene Brauerei!

Innbräu gehört längst zu Mühldorf

Mit ihrem Bier und ihrer Marke Innbräu haben die beiden in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt. Gegründet 2019 vermasselte Corona ab 2020 beinahe den Start, aber die beiden haben sich durchgebissen. Die wohl bekanntesten Stationen ihres bisherigen Erfolgs: Im März 2023 übergab ihnen die Stadt Mühldorf zusammen mit Festwirtin Anna-Katharina Lohner den Platz des bisherigen Unertl-Festzelts auf dem Mühldorfer Volksfest; nach der mit Bravour bestandenen Feuerprobe folgte im Februar 2024 ein fünfjähriger Biervertrag zwischen Innbräu und Stadt. Und jetzt am Freitag, 22. August, nur eine Woche vor dem Start der dritten Innbräu-Saison auf dem Mühldorfer Traditionsvolksfest, der Spatenstich für den Neubau der Brauerei auf Mühldorfer Grund und Boden.

Max und Jonas Vetter laden die OVB Heimatzeitungen zum Gespräch über ihr Projekt nach Waldkraiburg ein. Dort befindet sich momentan ihr provisorisches Lager und Hauptquartier. „Wir sind etwas zerrissen“, erklärt Max. „Lager in Waldkraiburg, Büro in Oberbergkirchen und gebraut wird unser Bier in Forsting.“ Mit dem Neubau in Mühldorf soll sich das endlich ändern, alles unter einem Dach zusammenfinden.

Eine Brauerei fehlt in der Kreisstadt

Warum ausgerechnet Mühldorf? „Mühldorf ist die einzige Kreisstadt ohne eigene Brauerei“, sagt Max. „Die fehlt hier einfach. Außerdem habe ich meine Ausbildung zum Braumeister in einer Mühldorfer Brauerei gemacht.“ Auch die Etiketten, die ihre Bierflaschen schmücken, deuten auf die enge Verbindung mit Mühldorf hin – sie zeigen das Mühlrad, wie es im Wappen der Stadt zu sehen ist. Und dann natürlich der Name „Innbräu“. „Diesem Namen müssen und wollen wir gerecht werden“, betont Jonas. „Durch Mühldorf fließt der Inn, damit kam beispielsweise Waldkraiburg nicht infrage.“

So soll das Innbräu-Gebäude aussehen, wenn der Bau an Mühlbauerstraße fertig ist. Daran angeschlossen wird das Bräustüberl im Stil einer Almhütte mit Biergarten entstehen.

Die Pläne für die Brauerei hat Max Vetter schon lange in der Schublade. 2020 wollte er schon loslegen, diverse Gutachten waren erstellt, die Baugenehmigung auf einem guten Weg. Doch dann machten ihm zuerst der Lärmschutz am gewünschten Bauort nahe OBI und danach auch noch Corona und der Ukraine-Krieg einen dicken Strich durch die Rechnung. „Die Preise für Rohstoffe und die Kreditzinsen waren immens gestiegen und wir brauchten auch einen neuen Standort“, erinnert sich Max. „Der war in Mühldorf nicht leicht zu finden, Gewerbegrundstücke sind Mangelware.“ Nur wenige hundert Meter vom alten Wunschbauplatz entfernt, wurden die beiden fündig. In der Kurve der Bürgermeister-Hess-Straße können sie auf einem Erbpachtgrundstück endlich zur Tat schreiten.

Brüder stemmen große Investition

Obwohl noch immer eher unsichere Zeiten herrschen und keine 100-prozentige Planbarkeit garantiert ist, gehen die beiden Jungunternehmer ein großes finanzielles Risiko ein. „Wir haben eine Größe erreicht, die ohne eigene Produktion nicht mehr zu stemmen ist“, stellt Max fest. „Die eigenen vier Wände für Innbräu waren schon immer unser großes Ziel!“ Jonas, der gelernte Kaufmann, nennt den Neubau einen „kostenintensiven“ und sehr „risikoreichen“ Schritt. Es geht schließlich um eine Investition von 2,5 Millionen Euro. In Zeiten, in denen sogar große Traditionsbrauereien die Geschäfte einstellen, steigt das Brüderpaar ausgerechnet mit einer kleinen Brauerei ein. „Das war natürlich auch bei den Kreditgesprächen ein Thema“, verrät Max. Aber, die Vetters haben mit ihrem Konzept auf ganzer Linie überzeugt.

Auf dem circa 4.200 Quadratmeter großen Grundstück an der Mühlbauerstraße werden rund 2.300 Quadratmeter bebaut. Entstehen soll eine große Halle mit der Brauereianlage, einem Lager, Shop, Büros und im ersten Stock einen Seminarraum mit Blick ins Sudhaus. Auch eine Gastro-Küche wird eingebaut. Diese braucht es für das Bräustüberl, das aus Holz, im Stil einer österreichischen Almhütte, gleich neben der Halle gebaut wird. Im für alle interessierten Gäste geöffneten Bräustüberl wird Platz für 50 Gäste sein, davor ein Biergarten und ein Spielplatz für die Kleinsten.

Zur Straße hin wird die Halle ein großes Fenster haben. Wer hier vorbeikommt, wird in das Sudhaus hineinsehen können, auch nachts, wenn die Innenbeleuchtung die Edelstahltanks, Kessel und Rohre beleuchtet. Vielleicht wird es auch einen kleinen Hopfengarten vor dem Fenster geben, um noch mehr auf das Produkt hinzudeuten, das im Inneren gebraut wird.

Zeit der Fragen ist vorbei

In einer Woche beginnt das Volksfest in Mühldorf. Warum so kurz davor noch der Stress mit dem Spatenstich? Die Brüder grinsen etwas gequält: „Wir sind die Fragen der letzten Jahre leid, wann der Bau denn endlich losgeht. Mit dem Spatenstich ist das alles geklärt und wir können uns aufs Volksfest konzentrieren.“

Erstes Bier soll im Sommer 2026 aus Mühldorf kommen

So richtig wird es auf der Baustelle erst ab Herbst rundgehen, dann rollen die schweren Baumaschinen an. Für ihr Projekt haben sich die Vetters Firmen aus dem Landkreis ins Boot geholt. Die Brauerei-Technik kommt aus dem Chiemgau. „Aus der und für die Region“ ist nicht umsonst ihr Leitspruch. Mit der Fertigstellung rechnen sie im Sommer 2026. Max Vetters Plan: „Das Bier für das Mühldorfer Volksfest 2026 wollen wir schon in unserer neuen Brauerei brauen.“

Eine gemütliche, kleine Landbrauerei

Pro Jahr strebt Innbräu einen Bierausstoß von rund 3000 bis 4000 Hektolitern an. „Wir wollen eine gemütliche, kleine Landbrauerei sein und bleiben“, beschreibt Jonas Vetter die Firmenphilosophie. „Gebraut aus Liebe zur Heimat“, fügt Max hinzu. Mit ihrer Brauerei wollen die Brüder ein neues Kapitel in Mühldorfs Brauerei- und Wirtshauskultur schreiben: „Wir bauen endlich unser eigenes Zuhause in Mühldorf und leben damit unseren Traum.“

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