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Autobahnpolizei Mühldorf klärt Fragen

Familie zu sechst im Auto: Warum es beim Unfall auf der A94 so viele Verletzte gab

Unfall A94 5.8.2025
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Bei starkem Regen kam das Auto mit der sechsköpfigen Familie an Bord von der Straße ab und landete im Graben neben der Autobahn.

Eine sechsköpfige Familie kommt bei Regen mit dem Auto von der A94 ab. Die Mutter wird bei dem Unfall eingeklemmt, drei Kinder verletzt. Nur Fahrer und Beifahrer bleiben unverletzt. Wie es zu dem Unfall kam und warum es so viele Verletzte gab.

Mühldorf – Bei einem Unfall auf der A94 am Dienstagabend (5. August) wurden gleich mehrere Mitglieder einer Münchner Familie verletzt. Sie waren zu sechst in ihrem Familien-SUV, einem Audi Q7, in Richtung München unterwegs.

Auto durchbricht Leitplanke und landet im Graben

Laut Bericht der Autobahnpolizei Mühldorf geriet das Fahrzeug bei starkem Regen ins Schleudern und durchbrach die rechte Schutzplanke. Im Graben neben der Autobahn überschlug sich das Auto und kam auf den Rädern zum Stehen.

Bei diesem Unfall wurde die Ehefrau des Fahrers und Mutter der vier im Wagen befindlichen Kinder aus dem Dachfenster geschleudert. „Sie saß auf der Rückbank und war nicht angegurtet“, teilte Thomas Oberbauer, stellvertretender Leiter der Autobahnpolizeistation Mühldorf, auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen mit.

Außerhalb des Autos blieb die 50-jährige Frau neben der Beifahrerseite liegen, ihre Beine waren eingeklemmt. Sie wurde schwerverletzt von den Einsatzkräften befreit, erstversorgt und danach mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen.

Vater, Mutter und vier Kinder

Mit im Unfallauto waren auch die vier Kinder der Familie – im Alter von 10, 17, 20 und 22 Jahren. Drei von ihnen saßen ebenfalls im hinteren Teil des Wagens und waren wie ihre Mutter nicht angeschnallt. Sie wurden leicht bis mittelschwer verletzt, erlitten überwiegend Prellungen. Zum Gesundheitszustand von Mutter und Kindern liegen der Autobahnpolizei keine weiteren Erkenntnisse vor.

Vier Insassen waren nicht angeschnallt

Nur der Familienvater am Steuer des Autos und sein Beifahrer, eines der erwachsenen Kinder, blieben bei dem Unfall unverletzt. „Diese beiden Insassen waren im Gegensatz zu den anderen vier angegurtet“, so Oberbauer.

Waren zu viele Menschen im Auto?

Dass sechs Personen in dem Pkw saßen, erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Ist doch die überwiegende Zahl der Autos nur für fünf Personen ausgelegt. Gab es in dem Audi Q7 gar nicht genügend Sitzplätze mit Sicherheitsgurten? Da winkt der Polizeibeamte ab: „Das Unfallfahrzeug ist ein 7-Sitzer“, betont er. Nur leider hätten Frau und Kinder auf den Rücksitzen ihre Gurte nicht angelegt. Ordnungsgemäß angeschnallt, hätte es die Mutter durch die Wucht der Überschläge wahrscheinlich nicht aus dem Fahrzeug katapultiert.

Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025

Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025 © fib/Eß
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025 © fib/Eß
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025 © fib/Eß
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025 © fib/Eß
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025 © fib/Eß
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025
Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging am 5. August 2025 © fib/Eß

Als sich es zu dem Unfall am Dienstagabend kam, hat es stark geregnet, die Autobahnpolizei geht deshalb als Unfallursache von „nicht angepasster“ Geschwindigkeit und Aquaplaning aus. Trotz Spurrillen sei die A94 aber in diesem Streckenabschnitt auf Höhe Töging kein Unfallschwerpunkt bei Starkregen, so Oberbauer.

Autofahrer verhalten sich oft falsch

Bei solchen Wetterverhältnissen macht er ein ganz anderes Problem aus: das Fehlverhalten der Autofahrer. „Die Leute fahren oft in eine erkennbare Regenwand hinein, ohne das Tempo zu verringern.“ Und dann „duscht’s“, wie er auf gut bairisch sagt, wegen Aquaplaning eben nicht nur von oben – es kommt zu Unfällen. Spätestens, wenn man bemerkt, dass die Scheibenwischer den Regenmassen nicht mehr Herr werden, sollte man den Fuß vom Gas nehmen. „Auf keinen Fall ruckartig bremsen, sondern das Fahrzeug ausrollen lassen“, so der Tipp von der Autobahnpolizei.

Was Aquaplaning ist, erklärt der ADAC: „Aquaplaning (auch Wasserglätte) bezeichnet das Aufschwimmen des Reifens auf dem Wasser einer nassen Fahrbahn.“ Dabei schiebt sich das Wasser wie ein Keil zwischen Straßenbelag und Autoreifen. Die Reifen verlieren den direkten Kontakt zur Straße, „schwimmen auf“ und sind durch Lenken nicht mehr beherrschbar.

Tipps bei Aquaplaning

Wenn Aquaplaning auftritt, rät der Automobilclub: „Nicht lenken, nicht bremsen, nicht beschleunigen, keine hektischen Fahrmanöver, Fahrzeug ausgekuppelt rollen lassen, Lenkrad gerade halten, bis die Reifen wieder Kontakt zur Fahrbahn haben.“ Bei Automatikschaltung: Fahrstufe in keinem Fall wechseln und Fuß behutsam vom Gas nehmen, sodass keine Motorbremse erfolgt. Grundsätzlich gilt bei starkem Regen, nicht schneller als 80 Stundenkilometer zu fahren.

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