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Umweltaktion im Biotop

„Man kann sich schwer verletzen“: Diesen Müll haben die Plogging-Gruppe Mühldorf und das THW gefunden

Die Plogging-Gruppe Mühldorf und das THW machten sauber (hinten von links) Renate Bauer, Stefanie und Roland Scherer (Leiter der Plogging-Gruppe), Stephan Schinko (Umweltreferent der Stadt Mühldorf), Isabel Moser , Felix Huber und Anna Schmaderer (alle drei THW); (vorne von links) Maxim Heinze, Frederik Seemann und Georg Valta (THW-Zugführer) und Dieter Seifert.
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Die Plogging-Gruppe Mühldorf und das THW machten sauber (hinten von links) Renate Bauer, Stefanie und Roland Scherer (Leiter der Plogging-Gruppe), Stephan Schinko (Umweltreferent der Stadt Mühldorf), Isabel Moser , Felix Huber und Anna Schmaderer (alle drei THW); (vorne von links) Maxim Heinze, Frederik Seemann und Georg Valta (THW-Zugführer) und Dieter Seifert.

Sechs Stunden waren sieben Plogger und sieben Einsatzkräfte vom THW Ortsverband Mühldorf inklusive Führungsfahrzeug und einem Gerätekraftwagen im Einsatz.

Mühldorf – Biotope sind wichtige Lebensräume für unzählige Pflanzen- und Tierarten. Deshalb war die Plogging-Gruppe Mühldorf kürzlich bei einer Aufräumaktion im Bereich Aham unterwegs.

Wegen der Größe des dort entdeckten Mülls brauchten sie die Unterstützung von schwerem Gerät. „In dem Biotop wurden diverse große Reifen entsorgt“, so Mühldorfs Plogging-Gruppenleiter Roland Scherer. „Die bekommt man von Hand nicht geborgen.“

Lkw-Reifen in freier Natur entsorgt

Bei der Umweltaktion von Plogging Mühldorf und THW wurde das zugemüllte Biotop bei Aham gesäubert.

Über den Umweltreferenten der Stadt Mühldorf, Stephan Schinko, kamen sie mit dem THW in Kontakt und starteten ihre erste große gemeinsame Aktion. „Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den vielen Reifen, die aus dem Biotop geborgen werden mussten“, Schinko selbst war bei der Aktion vor Ort dabei und machte sich ein Bild über den Ernst der Lage.

Leere Flaschen und ein Kuscheltier wurden aus dem Biotop gezogen.

Die Unterstützung des Technischen Hilfswerks war für die Plogger ein echter Segen. Sechs Stunden waren sieben Plogger und sieben Einsatzkräfte vom THW Ortsverband Mühldorf inklusive Führungsfahrzeug und einem Gerätekraftwagen im Einsatz. Das THW zog die Reifen mit einer Seilwinde aus dem schwer zugänglichen Terrain. Die Scherers sind voll des Lobes für ihre starken Helfer: „Das THW ist eine so enorm wichtige Organisation. Man bedenke, dass ein Großteil von ihnen sich ehrenamtlich engagiert. Die Räumung der Reifen was sehr kräftezehrend. Wahnsinn was das THW leistet und das nicht nur hier bei uns, sondern überall wo sie im Einsatz sind.“

Glasflaschen, Metall und jede Menge Restmüll haben die Plogger aus der Natur geklaubt.

THW-Zugführer Georg Valta und sein Team bewiesen mit ihrem Einsatz ein großes Herz für die Umwelt. Während sie die Traktoren- und Autoreifen bargen, sammelten die Plogger den Müll im und um das Biotop. Dort befinden sich noch viele Altlasten und es kommt ständig neuer achtlos weggeworfener Müll dazu. „Hier sind viele Wildtiere unterwegs, wir haben mit dem Förster geredet“, erzählt Plogger Dieter Seifert. „Wenn man dann sieht, dass hier lauter Glasscherben herumliegen, möchte man sich nicht ausmalen, was passiert, wenn da Mensch oder Tier reinläuft. Das Aufräumen hier ist für uns nicht ungefährlich. Rutscht man aus und fällt in eine Glasscherbe oder scharfes rostiges Metall, kann man sich schwer verletzen.“ Seifert teilt den Gedanken aller Plogger – die Umwelt, die Natur und deren Tiere und Pflanzen schützen, schätzen und respektieren.

Bei den 25 Reifen vom Auto bis zum Lkw half das THW.

Die Plogger sind fassungslos: „Wir haben hier Batterien gefunden. Dabei kann man Batterien überall kostenfrei abgeben. Gartenabfälle und Bauschutt werden auch hier entsorgt, den kann man beim Wertstoffhof abgeben.“ Es stünden überall Glascontainer, aber die Leute seien unfähig, ihre Flaschen dort hinein zu werfen.

Zwei Herren mit grünen Plogger-Westen: Auf dem Anhänger steht der Leiter der Plogging-Gruppe Mühldorf, Roland Scherer, daneben Maxime Heinze.

„Sie entsorgen ihren Müll einfach in der Natur. Wie soll man so etwas verstehen“, sagen die Plogger. „Wir würden uns wünschen, dass die Menschen endlich zur Besinnung kommen. Nichts mehr wegwerfen, sondern sich mal Gedanken darüber machen, was sie der Natur, den Tieren und den Pflanzen mit ihrem rücksichtslosen Handeln alles antun.“

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Mühldorf

Bei der Sammelaktion im Bereich des Biotops bei Aham haben Plogger und THW 24 Säcke à 25 Liter mit Restmüll vollgepackt, 218 Flaschen zusammengetragen, 12 Autoreifen und 13 Reifen von Lastwagen, Ladern und Traktoren herausgezogen, eine Autobatterie und unglaubliche 132 Tennisbälle eingesammelt.

Wer auch Interesse am Aufräumen hat kann per E-Mail – kontakt@plogging-muehldorf.de – oder via Facebook Kontakt zur Plogging-Gruppe Mühldorf aufnehmen.

Aufheben, was andere wegwerfen

Stefanie und Roland Scherer haben die Mühldorfer Plogging-Gruppe vor einigen Jahren gegründet. Was Plogging bedeutet, wissen mittlerweile immer mehr Menschen: Eine „Sportart“ aus Schweden, die Jogging mit „plocka upp“, dem schwedischen Wort für aufheben, verbindet. Die Plogging-Gruppe sammelt während gemeinsamer Spaziergänge das, was andere wegwerfen. Plogger machen sich für eine gesunde Umwelt stark und das ehrenamtlich.

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