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Fahrzeuge in neuem Outfit unterwegs

Aus Mühldorfs Rufbus wird der „InnLiner“ – Wie es in Zukunft weitergehen kann

Rufbus Mühldorf InnLiner Hetzl
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Stolz auf den Mühldorfer Rufbus „InnLiner“ in neuem Design trat Bürgermeister Michael Hetzl eine erste Rundfahrt an.

Seit Mai 2025 fährt der Mühldorfer Rufbus im Regelbetrieb. Jetzt kommt er in neuem Design daher. Wie sich der Rufbus seit seinem Start entwickelt hat und was sich künftig noch ändern kann.

Mühldorf am Inn – Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte Bürgermeister Michael Hetzl am Mittwoch (29. Oktober) den Mühldorfer Rufbus mit neuem Namen und in neuem Design. „InnLiner“ ist der neue Name für den Rufbus, der seit Mai vom Dienstleister „ViaMobility“ betrieben wird. Der Rufbus war am 1. Juli 2024 mit einem zehnmonatigen Probebetrieb gestartet.

Neuer Schriftzug für die Fahrzeuge

Die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge wurden jetzt mit neuem Schriftzug in weiß-rot-schwarz foliert und auch die Rufbus-App erscheint ab sofort in neuem Gewand. Aktuell sind zwei „InnLiner“ im Einsatz, ab spätestens Mitte November sollen es vier Fahrzeuge sein. Der neue Name ist das Ergebnis einer Umfrage der Stadt Mühldorf. „InnLiner“ hatte sich bei den Bürgern mit zwei Dritteln der Stimmen gegenüber der Alternative „Mühli“ durchgesetzt.

„Unsere InnLiner-Fahrzeuge sind eine Augenweide“, sagte Hetzl. „Die elektrisch angetriebene und über eine Trittstufe leicht zugängliche Flotte besteht aus vier Fahrzeugen.“ Zwei von ihnen sind für den Transport von Rollstühlen ausgebaut. Sie bieten Platz für fünf bis sechs Personen. Wächst der Bedarf weiter, gibt es innerhalb der bis April 2030 laufenden Vereinbarung mit ViaMobility die Option auf ein fünftes Fahrzeug. Aktuell sitzen im Wechsel sieben Fahrer in Voll- und Teilzeit am Steuer.

Regulär unterwegs ist der „InnLiner“ von Montag bis Freitag von 6 bis 20 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 20 Uhr. „Der Betrieb hat sich im ersten halben Jahr unserer Zusammenarbeit sehr gut entwickelt“, so Bürgermeister Hetzl. „Wir freuen uns, ein funktionierendes Mobilitätsangebot machen zu können, das von den Mühldorferinnen und Mühldorfern immer besser angenommen wird.“

Bei der „InnLiner“-Präsentation: Daniela Goldbacher (Ordnungsamt), Bürgermeister Michael Hetzl und von „Via Mobility“ Marvin Schmiege, Nikita Chernyshov und Fati Aledji.

Die Gäste aus Berlin – Marvin Schmiege, Nikita Chernyshov und Fati Aledji vom Dienstleister „ViaMobility“ – präsentierten im Betrieb gesammelte Zahlen. Von Anfang Mai bis Ende September wurden insgesamt mehr als 17.800 Fahrten mit dem Rufbus gezählt. Im Laufe des Oktobers stieg diese Zahl auf über 21.600 und liegt somit im Durchschnitt bei rund 3.600 im Monat. 84 Prozent der Fahrgäste im Oktober bewerteten das Angebot mit maximal möglichen fünf Sternen. Insgesamt liegt die durchschnittliche Fahrtbewertung bei 4,7 Sternen.

Rekord: 239 Fahrgäste an einem Tag

Die Entfernung zu den Haltestellen liegt im Mittel bei unter 70 Metern, die durchschnittliche Wartezeit bei Sofortbuchungen beträgt zwölf Minuten. 2.350 Fahrgäste registrierten sich seit Betriebsstart. Die Zahl an wiederkehrenden Fahrgästen pro Woche erhöhte sich sukzessive auf aktuell 270. „Insgesamt zeigt sich eine konstant wachsende Nachfrage“, berichtet Marvin Schmiege von „ViaMobility“. „Der InnLiner hat eine starke Basis an Stammkunden, gleichzeitig gewinnen wir jede Woche kontinuierlich zehn bis 15 Prozent neue Fahrgäste hinzu.“ Absoluter Rekord waren 239 Fahrgäste an ein- und demselben Tag.

„Das sind unter dem Strich sehr erfreuliche Zahlen“, ordnet Daniela Goldbacher als stellvertretende Leiterin des städtischen Ordnungsamtes ein. „Der Übergang vom Probe- in den Regelbetrieb mit einem neuen Partner war unvermeidlich mit der ein oder anderen Herausforderung verbunden, hat aber sehr gut funktioniert. Bei den Fahrgastzahlen waren schon Monate mit ausgezeichneten Zahlen dabei – ein Zeichen dafür, dass sich die Dinge immer weiter und besser einspielen.“

„Diese Zahlen liegen logischerweise deutlich über denen des Probebetriebs – schon allein deshalb, weil wir jetzt mehr Fahrzeuge einsetzen“, so Bürgermeister Hetzl. „Wir bewältigen mit Sicherheit mehr Fahrten, als im alten Stadtbus-Verkehr möglich gewesen wären. Aus meiner Sicht sind wir noch längst nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.“

Die Rufbus-App ist inzwischen als „InnLiner“ in den gängigen Stores zu finden. Wer sie bereits heruntergeladen hat, kann sie aktualisieren – die alte Version funktioniert aber weiterhin. Der Rufbus kann auch telefonisch unter der Nummer 030/8379 2882 bestellt werden.

Anregungen zur weiteren Verbesserung des Angebots, Fragen und Kritik nimmt die Stadtverwaltung unter 08631/612 402 oder ordnungsamt@muehldorf.de entgegen.

Stadtrat lehnt Linientaxi nach Mößling ab

Eine Ergänzung des Rufbusses durch ein Linientaxi nach Mühldorf Nord und Mößling wird es nicht geben. Das hat der Stadtrat am Mittwoch (29. Oktober) gegen die Stimmen von Dr. Matthias Kraft und Dr. Georg Gafus (beide Grüne) beschlossen. Gafus hatte ein solches Linientaxi im Stadtrat beantragt. Er sprach von einer „geteilten Stadt“: Südlich des Bahnhofs würden zusätzlich zum Rufbus drei Buslinien im Stundentakt fahren, im Norden gebe es keine zusätzliche Anbindung.

Sorge, nicht mehr zurückfahren zu können

Unterstützung erhielt er von seinem Parteifreund Dr. Matthias Kraft: Menschen hätten vor allem Angst, aus Mößling kommend nicht mehr zurückfahren zu können. „Wir haben ein Problem, wir brauchen eine Lösung für dieses Problem. Eine Linie für Sicherheit, mit definierten Zeiten.“

Daniela Goldbacher, in der Stadtverwaltung für den Rufbus zuständig, betonte dagegen: Es laufe zunehmend gut, es gebe kaum noch Beschwerden. „Wenn es so ein Bedürfnis in Mühldorf Nord gäbe, müsste es doch bei uns aufschlagen.“

Dr. Reinhard Wanka (UM) lehnte ein Linientaxi ab. Feste Haltestellen, unflexible, feste Zeiten, beschränkter Platz, erhebliche Kosten: All das gehöre jetzt der Vergangenheit an. „Den Rufbus haben wir jetzt für fünf Jahre, warum sollten wir jetzt zusätzlich ein Linientaxi einführen.“

Kein Angebot für einen Linienverkehr

Bürgermeister Michael Hetzl (UM) warf Gafus vor, seine Aussagen beruhten auf Schätzung und Gefühl. Er betonte, dass die Entscheidung für den Rufbus nicht freiwillig getroffen worden sein. „Wir haben keinen Linienbus, weil wir keinen Busunternehmer gefunden haben“, der nach den Vorgaben der Stadt ein Angebot für einen Stadtbusbetrieb machen wollte, sagte er. Darauf wies auch Karin Zieglgänsberger (UM) hin. „Kein Unternehmer wollte das Konzept fahren, das die Stadt unter Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD) entwickelt hat.“

Gegenwind kam auch von der SPD. Sprecherin Angelika Kölbl sagte: „Du meinst es gut, setzt es aber nicht um gut.“ Sie kritisierte fehlende Ausschreibung und Neutralität in Gafus‘ Vorschlag. „Es nützt nichts, einen Bedarf anhand alter Fahrgastzahlen zu behaupten.“ Sie nannte die Beschlussvorschlage „Schmarrn, mit dem Du viel kaputt machst“.

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