Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Zentrum für Mobilität in Mühldorf-Nord

Zu hoch für Mühldorf? Geplanter Gewerbebau neben Bauernhof würde alles überragen

Zentrum für Mobilität Mühldorf
+
Das „Zentrum für Mobilität“ soll in Mühldorf-Nord zwischen einem Autohaus und einem Bauernhof entstehen (rechtes Foto). Laut Plan soll es 22,50 Meter hoch werden. Das OBI-Schild (links) musste nach dem Willen der Stadt unter 15 Metern bleiben.

Ein „Zentrum für Mobilität“ soll in Mühldorfs Norden entstehen. Umgeben von weiteren Gewerbegebieten und einem Bauernhof in direkter Nachbarschaft. Was sich der Bauausschuss der Stadt zur gewünschten Bauhöhe überlegt hat.

Mühldorf – Ein „Zentrum für Mobilität“ soll in Mühldorf-Nord an der Bürgermeister-Hess-Straße entstehen. Es soll direkt neben dem bestehenden Betriebsgelände eines Autohauses errichtet werden. Damit der Bauherr das Projekt überhaupt in Angriff nehmen kann, muss die Stadt Mühldorf aber einen Bebauungsplan aufstellen. Das zu tun, wurde bereits im Juli 2023 beschlossen. Jetzt war dieser Bebauungsplan wieder Thema im Bauausschuss.

Autohandel, Reisebüro, Boardinghouse

Geplant ist auf dem rund 9.000 Quadratmeter großen Grundstück ein mehrgeschossiges Gebäude. Als Nutzungszweck wird im Antrag unter anderem ein Autohaus genannt. In den weiteren Stockwerken „soll die geplante Nutzung einem Mobilitätskonzept entsprechen“, heißt es in der Vorlage für den Bauausschuss. Angedacht sind etwa ein Fahrrad- und Motorradhandel, ein Reisebüro oder ein Boardinghouse.

Laut Plan soll das Gebäude mit Erdgeschoss und zusätzlichen vier Stockwerken 22,50 Meter hoch werden. Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner stellte im Gremium die Frage, ob dieses E+4 angemessen erscheine oder in der Höhe reduziert werden solle. Dies müsse jetzt geklärt werden, damit das beschleunigte Verfahren mit korrekten Maßen anlaufen kann.

Dort, wo gebaut werden soll, ist derzeit noch eine grüne Wiese, das Grundstück wird landwirtschaftlich genutzt. Daran schließen im Westen eine Pferdekoppel, eine kleine Kapelle und ein Bauernhof an. An das Plangebiet grenzen im Norden und Osten Gewerbe- und Industriegebiete, im Süden die Bürgermeister-Hess-Straße.

An der Bürgermeister-Hess-Straße in Mühldorf-Nord ist das „Zentrum für Mobilität“ (rotes Feld) geplant.

In die Höhe bauen und Fläche sparen

Eine Höhe von E+2, also Erdgeschoss und nur zwei Stockwerke, würde Gottfried Kirmeier (SPD) mitgehen: „Diese Höhe sollten wir für den ganzen Bereich nicht überschreiten. E+2 entsprächen 14,50 Meter, das wäre ein guter Kompromiss.“ Er nahm Bezug auf das OBI-Schild an derselben Straße. „Das durfte damals nicht auf 15 Meter Höhe, um die Autofahrer nicht zu erschrecken.“

E+4 sei extrem hoch, so Karin Zieglgänsberger (UM): „Das ist mir persönlich zu viel.“ E+3 sei für sie das Maximale. „Es ist Konsens, dass Bauten in die Höhe gehen sollen, um Fläche zu sparen“, erinnerte Ulrich Niederschweiberer (CSU). Seiner Ansicht nach dürfe das geplante Projekt durchaus „über bestehende Bauten in der Umgebung drübergehen“.

Für seinen Parteikollegen Oskar Stoiber sind 22,50 Meter ein „absolutes No-Go, das geht überhaupt nicht“. Er tendiere eher zu E+2, maximal E+3 und mutmaßte: „Vermutlich wurde E+4 beantragt, um E+2 zu verhindern.“ Stephan Schinko (Grüne) regte an, man solle das Bauwerk „auf eine absolute Höhe beschränken“, um bauliche Abweichungen bei den Raumhöhen auszuschließen.

Der Bauernhof würde „erdrückt“

„Wenn wir E+3 und die Wandhöhe angeben, kommen wir auf 18,5 Meter“, wenn die Raumhöhen, wie im Antrag eingehalten werden, so Weichselgartner. „Jede Etage hat vier Meter“, trug Bürgermeister Michael Hetzl (UM) zur Information ein. Das Fliegl-Gebäude in unmittelbarer Nähe sei 14 Meter hoch, aber etwas von der Straße abgerückt.

Adolf Spirkl (UM) gab die Lage des Neubaus direkt an der Straße zu bedenken. Und: „Ein so hohes Gebäude erdrückt den Hof nebendran!“ Laut einer Berechnung würde das maximal hohe Gebäude den Bauernhof in der Mittagszeit nicht beschatten, erklärte die Stadtbaumeisterin.

„Wir reden hier von Nachverdichtung“, stellte Stefan Lasner (CSU) fest. „E+3 wäre schon ein Klotz, aber es wird sich einfügen.“ „E+4 sehen wir auch nicht“, sprach Hetzl aus Sicht der Stadtverwaltung. „E+3 wäre ein Kompromiss und echte Nachverdichtung.“ Im Gegensatz zu früheren Jahren ließe der geänderte Zeitgeist heute höhere Gebäude zu.

Maximum beantragt, weil's die Stadt eh zusammenstreicht?

„Sehen wir’s positiv: Wir haben 22,50 Meter verhindert“, bilanzierte Kirmeier die Diskussion. Der Bauherr sei in seinem Antrag an das Maximum gegangen, weil er davon ausgehen musste, dass ihm der Ausschuss das streichen würde.

Der Bauausschuss empfahl einstimmig, die Geschossigkeit auf maximal E+3 und maximal 18,50 Meter Wandhöhe zu beschränken. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung und entschied gegen E+4.

Kommentare