Bettenhaus am „InnKlinikum“
Neubau am Krankenhaus Mühldorf: Wann enden sieben Jahre Wartezeit?
Seit 2018 wartet Mühldorf auf den Klinik-Neubau. Die Fertigstellung verzögert sich erneut. Das wirkt sich vor allem für eine Gruppe von Patienten negativ aus.
Mühldorf – Er beschäftigt die Mühldorfer schon sehr lang, genau genommen seit sieben Jahren: der Neubau am Krankenhaus. 2018 wurde er beschlossen, fertig ist er immer noch nicht. Dabei hatte das „InnKlinikum“ vor einem Jahr mitgeteilt: Ende 2024 soll der Neubau fertig sein. Stefan Blanke, Leiter der Krankenhäuser in Mühldorf und Haag gab sich im Juli vor einem Jahr sehr optimistisch: „Wir wollen noch in diesem Jahr fertig werden“, sagt er damals. Doch dann kam alles ganz anders.
Am neuen Haupteingang noch immer eine Baustelle
Noch immer ist der Neubau eine Baustelle. Am deutlichsten zu erkennen an den Drahtzäunen, die den Zugang an der Nordostseite des neuen Hauses absperren. Dort soll, wenn das Gebäude einmal fertig ist, der neue Haupteingang fürs „InnKlinikum“ in Mühldorf entstehen.
2018 entschloss sich die damalige Krankenhausleitung in Mühldorf zum Neubau, das Krankenhaus war damals noch selbstständig, die Fusion mit Altötting zum „InnKlinikum“ stand aus. Der wichtigste Grund für den Neubau: Das älteste bestehende Gebäude des Krankenhauses aus den 1960er Jahren muss ersetzt werden. Eine Sanierung, sagte Bauleiter Wilhelm Feckl 2024, sei nicht mehr möglich. „Der hat seine Zeit einfach hinter sich.“
40 Millionen Euro soll der Neubau kosten, bei der ersten Planung 2018 waren laut Blanke 37,8 Millionen Euro veranschlagt. Den von ihm im vergangenen Sommer genannt Eröffnungstermin hat das Klinikum massiv gerissen.
„Aufgrund von Problemen der am Bau beteiligten Firmen wie mangelnde Lieferfähigkeit sowie Insolvenzen, haben sich sowohl zentrale Gewerke als auch davon abhängige weitere Gewerke mit verzögert“, sagt Blanke heute auf Anfrage der OVB Heimatzeitungen. Den Anfang der Verzögerung machten Ende des Jahres die Außenarbeiten, die nicht fertig wurden, zu den weiteren problematischen Gewerken äußert sich Blanke nicht.
Tag der offenen Tür im September
Auf Anfrage nennt er einen neuen Termin für die Inbetriebnahme: „Wir rechnen aktuell mit einer Übergabe des Gebäudes Mitte August. Ein Bezug sollte ab Oktober 2025 möglich sein“, sagt der Klinikleiter. „Bis dahin werden technische Abnahmen, Übungen, Umzugsvorbereitungen und die Endreinigung vorgenommen.“ Für September sei eine Eröffnungsfeier mit einem Tag der offenen Tür geplant.
Dann können Besucher ein modernes Bettenhaus besichtigen, für Patienten der Chirurgie, Urologie, Orthopädie und Lungenheilkunde gibt es dort Stationen. Dazu kommen ambulante Untersuchungszimmer und Sprechzimmer. Im untersten Stockwerk liegen Räume für Technik, die Anlage zur Reinigung der Betten und Aufenthaltsräume für die Bereitschaftsärzte.
Wichtiger Bestandteil sind die Komfortstationen mit Einzelzimmern, die besonders ausgestattet sind. Dort können auch Zusatzleistungen gebucht werden. Sie stehen vor allem Privatpatienten zur Verfügung oder Menschen, die sie sich leisten können,.
Höhere Kosten stehen noch nicht fest
Wie viel die Verzögerung des Baus mehr kosten wird, kann die Klinikleitung noch nicht sagen. Das sei erst möglich, wenn alle Rechnungen vorlägen. „Die unterschiedlichen Gewerke sind per Ausschreibung an Ihre Preise gebunden“, sagt Klinikleiter Blanke. „Sollten Vorhaltekosten auflaufen, so werden diese den Verursachern in Rechnung gestellt.“ Teuerungen bei den Materialien würden über den Bauindustrie-Index durch die Förderbehörde ausgeglichen.
Auswirkungen auf den Klinikbetrieb hat die Verzögerung kaum. „Da es sich um einen Ersatzbau handelt, gibt es bei der Patientenversorgung keine Einschränkungen“, sagt Blanke. „Wir können aktuell lediglich nicht das volle Programm der Wahlleistungen anbieten, weil die neue Wahlleistungsstation erst mit dem Neubau in Betrieb geht.“
Das wird dann, hofft die Klinikleitung, in diesem Herbst so weit sein.


