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Zwischen Sperrzone und Osternest

Ostern in Gefahr? Was die Hühner-Seuche für den Eier-Nachschub in der Region bedeutet

Der Geflügelhof von Familie Lohner färbt täglich bis zu 200.000 Eier.
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Der Geflügelhof von Familie Lohner färbt täglich bis zu 200.000 Eier.

Drei Ausbrüche der Newcastle-Krankheit im Raum Gangkofen haben Geflügelhalter in der Region Mühldorf und Rottal-Inn in Aufregung versetzt. Tausende Tiere mussten gekeult werden, strenge Schutzzonen wurden errichtet. Ist das Osterfest in Gefahr?

Gangkofen/Mühldorf – Die Nachricht vom dritten Ausbruch der Newcastle-Krankheit in Gangkofen (Landkreis Rottal-Inn) sorgte in der Region für große Unruhe. Mittendrin: Florian Mittermaier, der einen Legehennenbetrieb direkt im Drei-Kilometer-Sperrbezirk führt. Für ihn bedeutete die Diagnose in der Nachbarschaft vor allem eines: schlaflose Nächte und konsequente Einhaltung strengster Sicherheitsvorkehrungen.

Strenge Auflagen im Sperrbezirk

„Die Auflagen sind schwer“, berichtet Mittermaier. Wer zu seinen Hennen will, muss strenge Hygieneprotokolle befolgen: „Extra nur geduscht in den Stall gehen, Desinfektionswannen aufstellen – es sind viele Kleinigkeiten, die jetzt zählen.“ Die Angst vor einer Verschleppung des Virus ist groß, doch eine erste Untersuchung durch das Veterinäramt Rottal-Inn brachte Erleichterung: Sein Bestand ist symptomfrei und negativ getestet. Gefährlich für den Menschen sei das Virus nicht, bei Kontakt könne es zu Bindehautentzündungen kommen, so Mittermaier.

In Deutschland besteht bereits seit 1996 eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit. In Polen wurde diese jedoch erst 2026 eingeführt. Mittermaier selbst setzt auf eine effiziente Sprühimpfung, um seine Tiere schnell zu immunisieren.

Rund neun Kilometer vom Ausbruchsherd entfernt, in Massing, liegt die Brüterei von Hans-Günther Strasser. Auch er befindet sich in der Überwachungszone, sieht die Lage aber sachlich. Da bei den aktuellen Fällen primär Masthähnchen betroffen seien und weniger Legehennen, bleibe sein Betrieb stabil. Masthähnchen leben deutlich kürzer als Legehennen, weshalb die Impfung dort manchmal weniger Zeit habe, ihre volle Wirkung zu entfalten. Dennoch betont Strasser: „Die Branche wird versorgt, es gibt keinen Versorgungsengpass.“

Der Stand von Obermeier Frischeier auf dem Mühldorfer Bauernmarkt.

Auf dem Bauernmarkt in Mühldorf ist von einer Eierknappheit nichts zu spüren – auch Josef Lohner von Obermeier Frischeier in Niederbergkirchen strahlt Gelassenheit aus. Er sieht die aktuelle Lage routiniert und gibt Entwarnung. Sein Hof war zwar Teil der 10-Kilometer-Beobachtungszone, doch den Tieren ginge es gut. Zum Thema Eierpreise und Knappheit hat Lohner eine klare Meinung: „Dass die Eier zu Ostern knapp werden, ist jedes Jahr so. Aber, dass es keine Eier mehr gibt, ist Blödsinn. Es reicht für jeden aus, man braucht keine Hamsterkäufe zu machen.“

Keine Lieferengpässe bei Eiern

Lohner beliefert weiterhin alle Supermärkte. Zwar müsse man die Mengen manchmal genauer abstimmen, wenn eine Lieferung schwächer ausfällt, aber: „Deswegen ist noch keiner verhungert.“ Diese Einschätzung bestätigt auch der Einzelhandel vor Ort. Josef Wimmer, Geschäftsführer der Edeka-Märkte Lechertshuber und Wimmer, sieht derzeit keine Engpässe in seinen Filialen im Landkreis Mühldorf. Dass weniger Eier von regionalen Höfen geliefert werden, könne er „noch nicht“ bestätigen. Laut Wimmer seien alle Lieferanten lieferfähig und das Osterfest könne ohne Einschränkungen stattfinden.

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