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Heldensteiner soll mehr als 500 Euro zahlen

Fast perfekte Abzocke: Täuschend echte Zahlungs-Aufforderung von der Berufsgenossenschaft

Helmut Luft Betrug
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Helmut Luft aus Heldenstein wurde von der „Berufsgenossenschaft“ zu einer Zahlung aufgefordert.

Post von der Berufsgenossenschaft und eine Aufforderung zur dringenden Zahlung – mit einer fast perfekten Masche wollen Betrüger ans Geld kommen. Auch ein Unternehmer aus Heldenstein soll zahlen.

Heldenstein – „Vor einigen Tagen habe ich ein Schreiben mit einer Zahlungsaufforderung erhalten“, berichtet der Heldensteiner Helmut Luft, der früher in Sachen Versicherung, Immobilien und Hausverwaltung tätig war. Das Anschreiben trug den Schriftzug der DGUV – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, die Rechnung das Logo der BGN – Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe.

Für neues Pflichtprogramm bezahlen

Für die Einführung eines angeblich verpflichtenden „digitalen Präventionsmoduls“ zum 1. Juli sollte Luft den Betrag von 528 Euro überweisen. „Eine E-Mail an die Anschrift, die in dem Schreiben angegeben war, konnte nicht zugestellt werden“, berichtet Luft. In dieser Mail wollte er dem Absender mitteilen, dass er seinen Betrieb schon zum 31. Dezember 2020 aufgegeben und amtlich abgemeldet hat. „Aus diesem Grund dürfte der Bescheid hinfällig sein“, schrieb er und bat um Stornierung und Bestätigung.

In einem zweiten Versuch schickte er seine E-Mail an die Anschrift auf dem Rechnungsbogen – info@bgn.de. „Von dort habe ich zur Antwort erhalten, dass in der Sache Betrüger am Werk seien“, schildert Luft. Die echte BNG teilte ihm in einem Rundschreiben mit: „Leider sind sowohl Sie als auch wir Opfer von Betrügern geworden. Das Schreiben und die Rechnung, die Sie erhalten haben, sind gefälscht. Zahlen Sie auf keinen Fall den geforderten Betrag.“ Die BNG habe bereits Strafanzeige erstattet. Wer schon gezahlt habe, solle sich an seine zuständige Polizei wenden.

Überweisung nach Spanien

Helmut Luft hat nicht bezahlt: „Mir wäre bei der Bezahlung sicher aufgefallen, und das hätte mich von der Überweisung abgehalten, dass die Bank des Empfängers in Spanien war. IBAN-Kennzeichen ‚ES‘ statt ‚DE‘ für Deutschland!“ Nur weil er sein Unternehmen schon vor einigen Jahren aufgegeben hat, entging er dem Betrugsversuch. Um andere vor der Abzockmasche zu warnen, meldete er sich bei den OVB-Heimatzeitungen.

Wie die Täter an die Adressen ihrer Opfer kommen, erklärt die Berufsgenossenschaft so: „Geschäftsdaten sind im Internet meist frei erhältlich, zudem gibt es Anbieter, die legal Geschäftsdaten für Marketingzwecke verkaufen.“

IHKs warnen bundesweit vor Abzocke

Die Industrie- und Handelskammern mehrerer Bundesländer warnen auf ihren Internetseiten vor dieser Abzockmasche. So auch die IHK für München und Oberbayern, die für diverse betrügerische Machenschaften die Seite „Abzocke“ eingerichtet hat. Hier findet sich seit Anfang März 2025 der kurze Hinweis auf „FAKE-Rechnungen mit ‚DGUV‘ und ‚BGN‘ für Präventionsmodul“, verschickt per Mail und per Post. Das Geld solle an eine IBAN, die mit „ES“ beginnt, überwiesen werden, also nach Spanien – wie auch im Fall von Helmut Luft. Die IHK rät, was zu tun ist: „Löschen, nicht öffnen und zahlen! Wer gezahlt hat, soll bei der Polizei laut DGUV Strafanzeige stellen.“

Kaum Zweifel an der Echtheit

Der Betrugsversuch sei für den Adressaten nicht leicht zu erkennen. Die Aufmachung der Schreiben mit korrekten Logos, Kontaktdaten und Unterschriften der betreffenden BG und DGUV ließen beim Empfänger kaum Zweifel an der Echtheit aufkommen. Aber das sogenannte „Präventionsmodul“ existiert laut DGUV nicht. Mittlerweile seien auch Kontoverbindungen in Deutschland und Polen verwendet worden.

Sollten Unternehmen Zweifel an der Echtheit eines Schreibens von der BG oder der DGUV haben, können sie sich bei der Infoline der gesetzlichen Unfallversicherung unter 0800 60 50 40 4 oder per E-Mail an info@dguv.de informieren. Außerdem steht die Präventions-Hotline der BGN unter 0621 4456-3517 zur Verfügung.

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