Gigantische Solidarität
Jeder will helfen: Spendenaufruf für krebskranken David aus Erharting sprengt 100.000er-Marke
Die Solidarität, die dem an Krebs erkrankten David Hüttl aus Erharting zuteil wird, ist gigantisch. Schon nach knapp einem Tag hat die Spendensumme die 100.000-Euro-Hürde geknackt. Die Ideen sprudeln, um dem 25-Jährigen eine teure Behandlung in den USA zu ermöglichen.
Erharting – David Hüttl ist allgegenwärtig. In den sozialen Netzwerken, wie Facebook und Instagram, in Kurznachrichtendiensten, und natürlich auf der Internetseite, die quasi minütlich preisgibt, wie viel hilfsbereiten Menschen um David Hüttl herum bereits gespendet haben, um die Behandlung seiner Krebserkrankung in den USA zu ermöglichen. Am Mittwoch (27. August) zur Mittagsstunden waren bereits 125.000 Euro zusammengekommen. Da war der Spendenaufruf gerade mal 36 Stunden online.
Eine Lawine der Solidarität
Die Hilfsbereitschaft, die weit über die Grenzen von Hüttls Heimatdorf Erharting hinaus geht, hat eine Lawine der Solidarität ausgelöst. „Jeder Cent zählt“, hatte David Hüttls Schwester Sophia um Unterstützung gebeten. Und tatsächlich sind es viele Kleinbeträge ab 5 Euro, die auf das Konto fließen.
Unter den Helfern sind aber auch einige Firmen, die dem 25-Jährigen durch eine großzügige Spende unter die Arme greifen. „Es sind auch sehr große Beträge im vierstelligen Bereich darunter“, berichtet Birgit Licht, Schriftführerin der Freiwilligen Feuerwehr Erharting, die sich darum kümmert, dass die Informationen rund um die Spendenaktion ihren Weg in die Öffentlichkeit findet.
Und die Spendenwilligen zeigen sich äußerst kreativ, um zusätzlich Geld zu sammeln. Licht erzählt von einer Firma, die nicht nur selbst einen großzügigen Obulus gespendet habe. „Sie hat auch die Mitarbeiter mit ins Boot geholt. Die Idee: Jeden Betrag, den ein Mitarbeiter spendet, stockt die Firma um den gleichen Betrag auf!“
Umliegende Feuerwehren helfen mit
Die Solidarität zeichnete sich schon in den vergangenen Tagen ab, da war die Spendenaktion noch gar nicht gestartet. Umliegende Feuerwehren haben ihre Unterstützung angekündigt, bespielen alle ihre Informationskanäle mit dem Schicksal von David Hüttl.
Immer wieder neue Ideen, um zu helfen
„Einfach überwältigend“, sagt Licht nach einem Blick auf die eingegangenen Spenden. „Das Telefon steht nicht still.“ Zusammen mit Erhartings Feuerwehr Kommandanten Michael Licht suchen sie Möglichkeiten, um zusätzliche Geldquellen aufzutun. Am anderen Ende der Telefonleitung: Vereine, benachbarte Feuerwehren, die anbieten, im Rahmen ihres Ferienprogramms auf das Schicksal von David Hüttl hinzuweisen. Flyer werden in den Ortschaften verteilt.
Vielleicht sogar ein Benefizkonzert?
Bereits am Sonntag waren die Feuerwehrler mit Vertretern von Erhartinger Ortsvereinen zusammengetroffen, um sich zu beraten. „Der Burschenverein will den übergeordneten Verband mit ins Boot nehmen, um die Sache zu verbreiten“, berichtet Feuerwehrler Florian Schweiger. Ein Benefizkonzert war vorgeschlagen worden, etwa im Silo. Das könne es geben, habe der Betreiber Tom Wöhrl bereits signalisiert.
„Da ist gerade einiges am Laufen“, sagt Schweiger, der auch seine Kontakte spielen lässt, um den Erkrankten am 9. September sicher zum Flughafen nach München zu bringen. „Er kann aufgrund seiner Erkrankung nur liegend transportiert werden. Dafür ist ein Fahrzeug nötig, das für den Krankentransport geeignet ist“, erzählt Schweiger. Er bemüht sich aktuell darum, ein solches zu organisieren, um dann selbst den Feuerwehrkameraden zum Flughafen zu begleiten.
Viele sprechen David Mut zu
Viele Sachen also, die im Vorfeld berücksichtigt werden müssen, damit dann ein Zahnrädchen ins andere greift. Zuspruch erhält David Hüttl nicht nur durch Geldspenden. Viele sprechen dem 25-Jährigen Mut zu bei den Herausforderungen, die nun auf ihn warten. Das tun sie in erster Linie über dessen Facebook-Seite „David against Goliath“, auf der David den Beginn seines Leidensweges vor drei Jahren nachzeichnet. „Du schaffst des David, du bekämpfst ned nur Feuer, sondern auch diesen verdammten Krebs“, heißt es dort zum Beispiel.
Die Blaulichtfamilie steht zusammen
An anderer Stelle heißt es: „Viele Gedanken von Menschen die dein Schicksal verfolgen werden dich auf deiner großen Reise begleiten. Viel Erfolg und alles Gute“. Und eine Facebook-Nutzerin bringt es auf den Punkt: „Ich wünsche dir alle Kraft der Welt. Die Blaulichtfamilie steht zusammen. Du schaffst das!“
Eine Viertelmillion fehlt noch
Dass binnen zweier Tage knapp ein Drittel der geforderten Summe zusammengekommen ist, damit David Hüttl die Behandlung in den USA beginnen kann, ist ein gigantischer Erfolg. Aber es sind immer noch eine knappe Viertelmillon Euro, die fehlen. Deshalb werden die Freunde nicht müde, um Unterstützung zu bitten.
Davids Schwester Sophia hatte am Montag (25. August) eine Spendensammlung ins Leben gerufen, um die teure Behandlung in den USA zu finanzieren. Die Gemeinde Erharting stellt darüber hinaus ein Gemeindekonto für Spenden zur Verfügung. Wer spenden will, kann dies unter folgender Kontonummer tun: Sparkasse Altötting-Mühldorf, IBAN: DE58 7115 1020 0032 0466 74 (BIC: BYLADEM1MDF).