Davids Kampf gegen Goliath
Krebs-Drama um Feuerwehrmann David (25): Jetzt kämpft der Erhartinger um sein Leben in den USA
David (25) aus Erharting kämpft gegen eine seltene Krebsart. Sie heißt Chondrosarkom. In Deutschland gibt es keine Heilungschance mehr, Hoffnung nur in den USA – doch die Behandlung kostet 400.000 Euro. Jetzt haben die Familie und Freunde eine Spendenaktion ins Leben gerufen.
Erharting – Seit Oktober 2022 kämpft der Erhartinger David Hüttl gegen eine extrem seltene Form von Knochenkrebs. Der Erhartinger galt eigentlich als geheilt. Doch der Krebs kehrte zurück. Unterschiedliche Behandlungsmethoden in Deutschland haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Der Krebs hat weiter gestreut. Seine letzte Chance ist eine Behandlung in den USA. Doch die ist teuer. Von 400.000 Euro ist die Rede, die Davids Familie aus der eigenen Tasche bezahlen muss. Denn die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Behandlung in den Vereinigten Staaten nicht. Seine Feuerwehrkameraden haben nun eine Spendenaktion angeleiert. Die Gemeinde Erharting unterstützt diese.
Bei der Feuerwehr seit über 10 Jahren engagiert
David Hüttl ist 25 Jahre alt und ein lebensfroher und lustiger Mensch. Er arbeitet seit dem Abschluss seiner Ausbildung als Industriemechanikerund wollte sich noch beruflich weiterbilden. Seine Freizeit verbringt er seit über 10 Jahren leidenschaftlich im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatdorf. Er ist Jugendwart und begleitete zahlreiche Einsätze. Auch in den wenigen Monaten seit seiner Erkrankung, in dem es ihm körperlich möglich war, hat er seine Kameraden der Feuerwehr unterstützt, und sei es nur als Funker.
Die Wertschätzung und die freundschaftliche Verbundenheit sind groß bei seinen Feuerwehrkameraden. Entsprechend aktiv sind seine Freunde nun geworden, um den 25-Jährigen zu unterstützen und ihm die Chance auf Heilung zu geben. Seit Montagabend läuft die Spendenaktion auf „gofundme“. „David gegen Goliath“ heißt es dort.
Zwei Kilogramm schwerer Tumor
Wie groß das Kämpferherz des Erhartingers ist, zeigte sich in den vergangenen drei Jahren. Die Nachricht über die Krebserkrankung hat David Hüttel im Oktober 2022 erhalten. Bei einer Biopsie wurde ein sogenanntes Chondrosarkom im Bereich des Beckens diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine besonders seltene Form von Knochenkrebs.
Bei der OP im November 2022 wurde der Tumor entnommen, der vom Steißbein nach innen in die Bauchhöhle gewachsen war und ein Gewicht von fast 2 Kilogramm hatte. Damals gab es Hoffnung, die Ärzte sagten, dass der Tumor vollständig entfernt worden und weder eine Bestrahlung noch eine Chemotherapie nötig sei. Das bestätigten auch die Nachuntersuchungen im März und im Juni 2023. Auf den Bildern der Magnetresonanztomographie (MRT) sei nichts zu sehen gewesen, alles sei in Ordnung, so die Ärzte.
Im September 2023 dann die Hiobsbotschaft
Dann der Rückschlag: Im September 2023 wurde bei einer erneuten Kontrolle durch ein MRT festgestellt, dass sich bei David doch Metastasen im Körper gebildet haben. Man empfahl eine Chemotherapie in Tablettenform. Allerdings schlug die Behandlung fehl und die Metastasen wuchsen weiter. Doch David gab nicht auf. Eine herkömmliche Chemotherapie in Verbindung mit Hyperthermie wurde Anfang Juli 2024 beendet. Und diese hatte offenbar angeschlagen: das Wachstum konnte kurzfristig gestoppt werden.
Im Anschluss begann er eineTablettentherapie. Diese Maßnahme sollte nach Angaben der Ärzte bis Juni 2025 wirken. Doch bereits im Dezember 2024 traten erneute Beschwerden auf. Eine Medikamentenstudie in Deutschland, bei der David hätte mitmachen können, wurde aufgrund der Seltenheit der Krebsform im Frühjahr 2025 eingestellt. Damit stand fest: In Deutschland gibt es keine Möglichkeiten mehr, den Krebs zu besiegen. Die Ärzte sprachen davon, dass David Hüttl austherapiert sei.
Seine Familie wollte das nicht hinnehmen. Ebenso wenig seine Feuerwehrkameraden. Und so haben seine Schwester Sophia mit ihrem Partner, seine Cousine Nicole und die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Erharting alles in die Wege geleitet und nachgeforscht, wie sie David Hüttl helfen können.
Behandlung startet schon Anfang September
„Durch Recherche sind wir auf eine Klinik in Arizona gestoßen, die Mayo Clinic. Nach erfolgreicher Kontaktaufnahme und Austausch der Anamnese sowie sämtlicher Bilder wurde uns mitgeteilt, dass eine Behandlung möglich ist und David im September schon starten soll“, erzählt nun seine Schwester Sophia. Allerdings ist die Behandlung teuer: Die Kosten für die Operation und die weitere Behandlung werden sich auf rund 400.000 Euro belaufen!
„Darum bitten wir um eure Spenden, jeder Cent zählt und kann Davids Leben retten. Wer gerade keinen Cent übrig hat und trotzdem helfen möchte, darf gerne diesen Beitrag teilen!“, richtet seine Schwester Sophia einen eindringlichen Appell auf der Spendenseite.
Spendenbereitschaft ist gigantisch
Und dieser Appell wirkt: Quasi über Nacht sind knapp 30.000 Euro zusammen gekommen. Von 10-Euro-Beträgen bis zu 2.000 Euro finden sich Spenden auf der Liste. Der Zuspruch ist gewaltig. Für den erkrankten David ein großes Stück Hoffnung auf Heilung. Über eine eigene Facebook-Seite meldet sich der 25-Jährige zu Wort. Er zeigt sich überwältigt über so viel Zuspruch: „Inzwischen steht schon fest, dass es am 9. September für mich nach Arizona geht und ich für einige Monate Abschied von meiner Heimat nehmen muss.“
Er sei sich bewusst darüber, dass es nicht einfach werde, „und ich weiß auch, dass es nicht immer bequem sein wird. Es wird auch Schmerzen geben, aber das bedeutet, dass ich vorwärtsgehe. Und ich bin bereit dafür, da ich von meiner Familie, Freunden und von euch allen so unglaublich viel Unterstützung bekomme.“
Unterstützen kann man David Hüttl nicht nur online. Die Gemeinde Erharting stellt darüber hinaus ein Gemeindekonto zur Verfügung. Wer spenden will kann dies unter folgender Kontonummer tun: Sparkasse Altötting-Mühldorf, IBAN: DE58 7115 1020 0032 0466 74 (BIC: BYLADEM1MDF).