Ausflugstipp für die Sommerferien
Ein Abend in der ältesten Schmiede Europas? Rückkehr der „Hammerschmied-Nacht“ in Burghausen
Nach fünf Jahren Pause ist es wieder so weit: Die Hammerschmiede-Nacht ist zurück! Das Fest findet am 24. August in der ältesten Schmiede Europas statt und für Groß und Klein sind jede Menge Erlebnisse geboten – bei kostenlosem Eintritt.
Burghausen – Seit der letzten Hammerschmiede-Nacht im Jahr 2019 ist eine Menge passiert – doch nach fünf Jahren Pause ist das Fest auf dem Anwesen der Hammerschmiede in Burghausen nun wieder zurück: Am 24. August ab 14 Uhr können Besucher die älteste betriebene Hammerschmiede Europas in ganzer Pracht erleben – ganz ohne Anmeldung und Eintritt. Die Hammerschmiede-Nacht bietet aber nicht nur Einblicke in altes Handwerk, sondern ist ein Fest für alle Sinne mit regionalen Schmankerln, Musik und Kinderprogramm ... bis spät in die Nacht.
Zur Geschichte und Familie der Schmiede
Die Hammerschmiede in Burghausen wurde im Jahr 1465 zum ersten Mal schriftlich erwähnt: Es wird dort also bereits seit über 500 Jahren Eisen verarbeitet – und das in jeder Form. Wo Frank Wagenhofer und sein Sohn Sebastian heute Sax-Messer und diverse Kunstwerke schmieden, waren es anno dazumal Klingen, Hacken, Hammer und Waffen. Seit jeher stand die Schmiede deswegen in engem Kontakt mit den Herren der Burghauser Burg. Auch beim historischen Burgfest stellten Frank und seine Frau Gerlinde, die vor zwei Jahren überraschend verstarb, viele Jahre lang das Herzogpaar dar.
Die Hammerschmiede-Nacht ist nun auch eine Gelegenheit, die nächste Generation der Hammerschmied-Familie kennenzulernen, denn erst zu Beginn des Jahres traten Frank und Gerlindes Kinder Sebastian (25) und Elena (20) offiziell in den Familienbetrieb ein. Sebastian ist gelernter Elektrohandwerksmeister und wird sich verstärkt in den Kursen und Führungen einbringen, während Elena, Bürokauffrau, sich um Marketing, Veranstaltungen und den Schmiede-Laderl kümmern wird. Das Erbe der Burghauser Schmiede wird also bewahrt und ein aussterbendes Handwerk am Leben erhalten.
Eine Nacht am Weiher und Einblick in die Schleif
Bei den Führungen durch die Schmiede und können sich Besucher ein Bild vom sogenannten Schwanzhammer machen, mit dessen Hilfe das Eisen vom Schmied geformt wurde. Bei einer Besichtigung des ältesten Gebäudes – der Schleiferei – kann man auch den Schleifbock bestaunen. Weil beim „Spiel mit dem Feuer“ allzeit Wasser bereitstehen sollte und sowohl der Schwanzhammer als auch der Schleifbock mit Wasserkraft angetrieben werden, wurde das historische Anwesen an einem Bach errichtet. Dieser wurde vor vielen hundert Jahren aufgestaut und von Hand ein Staubecken geschaufelten. Das mit Lehm ausgekleidete Becken ist nun ein idyllischer Weiher, der zahlreichen Fischen, Enten und Schwänen eine Heimat bietet. Nach einem erlebnisreichen Tag können die Besucher dort entspannen und eine Halbe Bier oder Wein bei unterhaltsamer Musik genießen.
Für das leibliche Wohl ist übrigens auch bestens gesorgt: Es gibt gegrilltes Fleisch und Fisch sowie Brot mit regionalen Aufstrichen und den beliebten „Schmiede-Schmarrn“. Neben der Darbietung in der Hammerschmiede präsentieren auch weitere Handwerksbetriebe aus der Region ihre Arbeit, darunter beispielsweise die Kunstschmiede Lechner. Zudem gibt es das Schmiede-Laderl und Stände mit regionalen Produkten wie Honig, Blumenschmuck und Deko-Artikeln. Auch für die Kleinen ist einiges geboten: Sie können basteln oder einer Kinderbuchautorin lauschen, die ihre Geschichten vorliest. Und wenn es dunkel wird, dürfen die Kinder Lichterlboote über den Weiher schicken.
