Kult-Club in der Altstadt vor dem Aus
„Moloko“ schließt Ende des Jahres – Betreiber suchen Nachfolger für Club in Burghausen
Nach fast 18 Jahren schließt der beliebte Burghauser Club „Moloko“ zum Jahresende. Die Betreiber Michael Petzold und Maria Salzeder hören aus privaten Gründen auf – hoffen aber auf jemanden, der weitermacht.
Burghausen – Fast 18 Jahre lang war das „Moloko“ fester Bestandteil des Burghauser Nachtlebens – jetzt steht dem Club aber das Aus bevor. Ende des Jahres wollen die Betreiber Maria Salzeder und Michael Petzold den Club in der Altstadt schließen. Berufliche Verpflichtungen und Familienleben lassen den beiden keine Zeit mehr für lange Nächte am Wochenende. Sie und ihr Team hoffen aber auf eine Fortsetzung: „Wir suchen jemanden, der weitermacht“, sagen die beiden gegenüber innsalzach24.de. „Wir wollen, dass die Jugend weiterhin einen Ort hat, wo sie sich treffen und feiern kann.“
„Seit Corona tröpfelt das Geschäft so hin“
Michael Petzold, der hauptberuflich bei der Wacker Chemie arbeitet, ist seit 2018 Teil der „Moloko-Familie“. Gemeinsam mit Lehrerin Maria Salzeder, die 2021 dazustieß, stemmte er den Clubbetrieb. „Seit Corona tröpfelt das Geschäft so hin“, sagt Michael, doch dank einer sehr fairen und entgegenkommenden Verpächterin habe man das „Moloko“ immer über Wasser halten können – die Kosten waren immer gedeckt. Bislang öffnete der Club an Freitagen und Samstagen, dazu kamen private Feiern und Mottopartys.
Für Maria Salzeder, frisch gebackene Mutter, wurde der Aufwand aber zuletzt zu groß. „Ich habe einfach zu wenig Zeit für meine Familie“, sagt sie. Während sie für Buchhaltung und Mitarbeiter zuständig war, kümmerte sich Michael um den Rest. Doch nun muss Maria kürzertreten und auch für Michael wird es somit zu viel. „Uns ist aber sehr wichtig, dass es weitergeht – gern unter dem gleichen Namen, aber wenn nicht, dann ist das auch ok“, unterstreicht Maria. Der Club, der sich im Gewölbe des einstigen „Swing Club“ befindet, sollte eigentlich im März seinen 18. Geburtstag feiern.
„Wenn sich niemand findet, machen wir noch ein wenig weiter“
Neben der persönlichen Belastung treibt die Betreiber auch die Sorge um die Jugend um. Für viele Jugendliche sei das „Moloko“ ein bequemer – weil naher – Treffpunkt gewesen. Gerade für unter 18-Jährige ist der Club einer von wenigen Orten, wo sie feiern dürfen. „Ohne das ‚Moloko‘ gibt es nur noch Oberndorf und Endlkirchen. Es wäre schon traurig, wenn die so weit fahren müssen“, meint Michael.
Doch noch besteht Hoffnung, dass das „Moloko“ nicht endgültig seine Türen schließt. „Wenn sich bis Ende des Jahres niemand findet, dann können wir es schon noch ein wenig weiterlaufen lassen“, sagt Maria Salzeder. Für sie und Michael ist es schwer, ihrer „Moloko-Familie“ mitzuteilen, dass es nicht mehr weitergeht. „Wir hatten immer ein sehr gutes Team und einige von ihnen sind schon von Anfang an dabei“, sagt Michael. Die Betreiber sind sicher, dass einige ihrer Mitarbeiter gerne weitermachen würden.
Interessenten können sich an info@clubmoloko.de richten.