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Burghauser Gymnasium erhält zweite Lieferung

350 Euro für jeden Schüler: Bayern stattet alle Kinder ab achter Klasse mit Tablets aus

Die Lieferung für die 9. Klassen des Aventinus-Gymnasiums in Burghausen angekommen: Jeder Schüler erhielt 350 Euro für ein Tablet vom Freistaat Bayern.
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Die Lieferung für die 9. Klassen des Aventinus-Gymnasiums in Burghausen angekommen: Jeder Schüler erhielt 350 Euro für ein Tablet vom Freistaat Bayern.

Mit dem neuen Förderprogramm „Digitale Schule der Zukunft“ erhalten Kinder an weiterführenden Schulen mobile Endgeräte vom Freistaat Bayern. Auch am Aventinus-Gymnasium in Burghausen kam kürzlich wieder eine Lieferung an.

Burghausen – Mit großen Schritten geht der Freistaat Bayern bei der Digitalisierung der Schulen voran, denn mit dem Förderprogramm „Digitale Schule der Zukunft“ kommt nun „digitale“ Bewegung in die Klassenzimmer. Ziel ist es, alle Schüler ab Klasse acht an weiterführenden Schulen in Bayern mit mobilen Endgeräten (z.B. Tablets) auszustatten – im sogenannten 1:1-Prinzip. Das bedeutet: Nach und nach soll jeder Schüler ein eigenes, vom Freistaat bezahltes Gerät erhalten. Jedes Jahr sollen zwei Jahrgangsstufen pro Schule ausgestattet werden, wobei die Entscheidung, welche Klassen zuerst an der Reihe sind, den Schulen selbst überlassen ist.

1:1 Ausstattung vom Freistaat – aber mit klaren Vorgaben

So fiel die Wahl am Aventinus-Gymnasium in Burghausen auf die neunten und zehnten Klassen. Systembetreuer und Lehrer Martin Gleixner erklärte das Konzept des Förderprogramms bei einem Informationsabend für die Eltern: Sie werden vom Freistaat Bayern eine Förderung von 350 Euro für eigene Tablet erhalten – müssen sich beim Kauf aber an bestimmte Vorgaben halten. So muss das Gerät mindestens eine Bildschirmdiagonale von zehn Zoll haben. Auch generalüberholte („refurbished“) Geräte sind hier zulässig – sofern eine Garantie von mindestens einem Jahr vorgewiesen werden kann.

Zusätzlich zu den Vorgaben des Freistaats können die Schulen eigene technische Anforderungen stellen, um eine reibungslose Integration in die jeweilige Infrastruktur gewährleisten zu können. Am Aventinus-Gymnasium (AVG) heißt das konkret: Die Schüler dürfen zwischen iPads und Windows-Convertibles wählen, die mit Windows Pro laufen – so sind die Geräte mit der schulischen IT-Infrastruktur kompatibel. Wichtig ist der Schule auch, dass alle Geräte mit einem Stift bedienbar sind. „Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die Handschrift unglaublich wichtig ist“, sagt Martin Gleixner. Deshalb gibt es für die fünften bis siebten Klassen am AVG auch keinen digitalen Heftersatz – hier wird ganz klassisch mit Papier und Stift gearbeitet. Erst ab der achten Jahrgangsstufe dürfen digitale Notizsysteme genutzt werden.

Schulranzen wird leichter – Schüler profitieren

Für Schüler wie Neo Vilzmann aus der neunten Klasse ist das digitale Arbeiten längst Alltag. Er nutzt schon seit der achten Klasse ein iPad mit Stift. „Alle meine Hefteinträge sind darauf gespeichert und über digitale Lizenzen kann ich auch einige Schulbücher einsehen“, sagt der 15-Jährige. Die Digitalisierung seines Schulalltags hat so auch ganz praktische Auswirkungen: „Während Corona war mein Rucksack manchmal über zehn Kilo schwer, weil wir keine Schulbücher in der Schule lassen durften. Jetzt wiegt er fast gar nichts mehr“, freut sich Neo. Bereits während der Pandemie war er vom Aventinus-Gymnasium mit einem Leihgerät ausgestattet worden, damit er am Online-Unterricht teilnehmen konnte. Der Einstieg in die digitale Lernwelt wurde ihm damit sehr erleichtert.

Auch für die Eltern der Schüler bietet das Aventinus-Gymnasium Unterstützung: Zahlreiche Fortbildungen zur Digitalisierung helfen ihnen, mehr über die Gefahren im Internet zu erfahren, aber auch Berührungsängste abzubauen und Einblicke in den „digitalen Alltag“ der Kinder zu gewinnen. Dennoch gibt es nach wie vor viele Fragen, die meist weniger von den Schülern und vielmehr von den Eltern gestellt werden, so Gleixner.

Neue Geräte, neue Möglichkeiten – aber nicht ohne Regeln

Über die Förderung der digitalen Geräte freuen sich alle. Erst kürzlich kam die Lieferung mit rund 30 Geräten für die neunten Klassen an. Auch für Lehrer Martin Gleixner ist der Erhalt des Paktes immer wieder ein Highlight. „Ich fühle mich dann wie der Weihnachtsmann“, sagt er mit einem Schmunzeln. Für Systembetreuer Gleixner ist besonders schön, zu beobachten, wie unterschiedlich Kinder mit den erhaltenen Paketen umgehen: „Manche reißen sie sofort auf, andere nehmen sie originalverpackt mit nach Hause, um das Auspacken richtig zu zelebrieren.

Organisiert wurde die Bestellung der Geräte über ein zentrales Online-System – so konnten noch attraktivere Preise erzielt werden – auch für Zubehör wie Hüllen, Stiften und eine Versicherung. Die Eltern bestellen selbst und reichen anschließend die Rechnung über ein Online-Formular ein. Wird die Rechnung anerkannt – was über die Schulbestellung garantiert der Fall ist – erfolgt innerhalb kurzer Zeit die Rückerstattung. Gerade Kinder von Alleinerziehenden oder Eltern mit knapper Kasse profitieren von dem Förderprogramm sehr. Auch sie können sich so ein iPad der 11. Generation (2025) mit lediglich 25 Euro Eigenbeteiligung leisten.

Digitale Heftführung per App

Bevor die Geräte in der Schule eingesetzt werden können, müssen sie noch zu Hause eingerichtet werden. Die Kinder melden sich dazu im heimischen WLAN an und richten das Gerät – je nach familiärer Entscheidung – individuell ein. Eltern haben also die Möglichkeit, Familienfreigaben zu setzen oder den Zugang zum App-Store einzuschränken. In der Schule wird dann eine Schul-App installiert, welche die Verbindung zur digitalen Infrastruktur der Schule herstellt. Vor Überwachung bräuchten sich die Schüler jedoch nicht fürchten. „Die Verknüpfung mit der Schule geschieht lediglich über die entsprechenden Programmschnittstellen“, betont Gleixner. Die Lehrer sehen also lediglich Hefte ein, verteilen Unterrichtsmaterial oder korrigieren.

Bei der digitalen Heftführung greifen derzeit die meisten Schüler am AVG zu Apps wie „GoodNotes“. „Die App ist ziemlich praktisch und intuitiv“, sagt Neo. Zwar gibt es laut Gleixner auch die kostenlose Alternative OneNote, doch welche App genutzt wurde, war bislang den Schülern überlassen. Mit der Einführung der geförderten Geräte soll sich nun auf die Nutzung eines Tools geeinigt werden.

Die Hauptverantwortung für die Nutzung und Inhalte auf dem Gerät tragen weiterhin die Schüler und deren Eltern. Entscheidend sei, dass Eltern mit ihren Kindern über Chancen und Risiken sprechen, so Gleixner. Der Idealfall sei ein Miteinander von Schule, Eltern und Schülern – das mache Kinder medienfit. „Das A und O beim Umgang mit digitalen Geräten ist jedoch immer die Vorbildfunktion der Eltern“, unterstreicht der Lehrer. Wenn Eltern ihr Gerät selbst beim Essen nicht aus der Hand legen, führe das auch beim Nachwuchs zu ähnlichem Verhalten.

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