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„Teil der Gäste müsste mehr Anstand zeigen“

Qualität der Badeseen im Landkreis Altötting: Zwischen Muscheln, Quallen und Algen

Wie steht es um die Wasserqualität der Badeseen? Manfred Holzner (Mitte unten) hat eine klare Meinung
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Wie steht es um die Wasserqualität der Badeseen? Biologe Manfred Holzner (Mitte unten) hat eine klare Meinung.

Auch wenn der Sommer in den vergangenen Wochen eine Pause eingelegt hat, wurden die Badeseen im Landkreis Altötting in diesem Jahr bereits fleißig besucht. Doch wie steht es eigentlich um die Wasserqualität?

Landkreis Altötting - Noch vor knapp einem Monat lag drückende Hitze, intensiver Sonnenschein und ein strahlend blauer Himmel über dem Landkreis Altötting. Inzwischen hat der Sommer eine Pause eingelegt, wobei am kommenden Wochenende wieder Temperaturen um die 30 Grad erwartet werden. Grund genug, um vorab nochmal die Wasserqualität an den Badeseen abzuchecken.

So steht es um die Wasserqualität im Landkreis Altötting

„Grundsätzlich sind unsere Gewässer in einem guten Zustand“, verrät Manfred Holzner, Biologe und Vorsitzender des Bezirksfischervereines Mühldorf/Altötting. „Die Badeseen sind zudem alle gut überwacht und konnten sich in der letzten Zeit ein bisschen erholen. Auch von so manchen Besuchern.“

Denn laut Holzner werden diese immer mehr zum Problem: „Es ist leider so, dass ein Teil der Gäste deutlich mehr Anstand und Verantwortung gegenüber der Natur zeigen müsste. Oftmals ist es nämlich für die Menschen, die sich um die Sauberkeit an und um die Seen kümmern müssen, eine echte Zumutung.“ Dies seien Dinge, die „wir alle zusammen verhindern und besser machen können“. Ein klarer Appell.

Muscheln im Wöhrsee

Im vergangenen Jahr machte vor allem der Wöhrsee, aufgrund von Muscheln am Beckeneingang, auf sich aufmerksam: „Dass es solche in stehenden oder fließenden Gewässern gibt, ist eigentlich nichts besonderes. Früher waren es sogar noch deutlich mehr“, erklärt der Biologe und fügt an: „Die Muscheln haben sogar geheime Superkräfte und können bis zu 60 Liter Wasser in der Stunde reinigen. Damit sind sie ein echter Faktor für die Gewässerreinhaltung.“

Sie seien zwar, wenn die Schalen brechen, scharfkantig, aber im Großen und Ganzen ungefährlich: „Es ist deutlich wahrscheinlicher sich an einer Bierscherbe im Wasser zu schneiden als an einer Muschel.“ Doch wie ist die aktuelle Lage am Wöhrsee? „Die invasiven Dreikantmuscheln sind weiterhin vorhanden und werden auch dort bleiben. Kleine Schnittwunden können deswegen vereinzelt vorkommen“, erklärt die Stadt auf Anfrage. Das Personal entferne diese aber regelmäßig von den Einstiegsstellen, um das „Verletzungsrisiko zu minimieren“. Bürgermeister Schneider bezeichnet den Wöhrsee als „Wohnzimmer von Burghausen“ und kenne keinen „herrlicheren Ort, um seine Freizeit zu genießen“.

Interessantes Phänomen im Reischacher Badesee

Allerdings sind Muscheln nicht das einzig „Exotische“ in unseren Badeseen. Im knapp 25 Kilometer entfernten Reischach sind Süßwasserquallen beheimatet: „Wir haben diese kleinen Tierchen schon seit Jahren in unserem See, weil die Gegebenheiten aus Größe und Oberflächentemperatur für diese optimal sind“, erklärt Johannes Strasser von der Wasserwacht Reischach. „Sie sind absolut ungefährlich, da muss sich keiner Sorgen machen.“

Was für den Menschen aber gefährlich werden könnte, sind die bekannten Blaualgen: „Ein Großteil bekommt Probleme mit der Haut, im ungünstigen Fall können Giftwirkungen auftreten“, weis Holzner. „Die gefährlichsten Monate für deren Wachstum sind Mai, Juni und Juli. Schließlich brauchen sie zum Wachsen nur intensive Sonneneinstrahlung und ausreichend Düngezustand. Die Temperatur ist ihnen dabei egal.“

„Badewasserproben sind einwandfrei“

In diesem Jahr seien allerdings noch keine Gefahren durch Blaualgen aufgetreten. Dies bestätigte auch Markus Huber vom Landratsamt Altötting: „Alle in diesem Jahr bislang genommenen Badewasserproben im Landkreis Altötting waren einwandfrei.“ Die Entnahme folgt einem regelmäßigen Muster: „Vor der Badesaison wird ein Überwachungsplan erstellt, in dem die Termine für die monatlichen Probennahmen in der Badesaison verbindlich festgelegt werden.“

Die Badesaison dauere vom 15. Mai bis zum 15. September, wobei „die entnommenen Wasserproben am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht“ werden. Zusätzlich erfolge bei der Probenahme eine „visuelle Prüfung des Badegewässers um z. B. außergewöhnliche Trübungen“ zu erfassen. Auch hier seien keine Vorfälle bekannt. Einem Wochenende am See in Marktl, Perach, Reischach oder eben Burghausen steht nun also nichts mehr im Wege.

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