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„Für mich gibt es nichts Schöneres“

Fußball als Lebenselixier: Tüßlinger besucht über 1.200 Spiele – und die Reise geht weiter

Amateurfußball in Schweden. Und Fabian Kandzia ist mittendrin
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Purer Amateurfußball in Schweden – und Fabian Kandzia aus Tüßling ist mittendrin.

Immer mehr Fußballfans packen ihre Koffer, nicht nur für die großen Ligen, sondern für kleine Stadien, schräge Tribünen und echte Fan-Abenteuer. „Groundhopping“ liegt im Trend – doch warum überhaupt?

Tüßling - Was wäre der Fußball nur ohne seine Zuschauer? Ausverkaufte Stadien, brüllende Fans und die ein oder andere Pyrotechnik-Show machen die Spiele erst zu einem richtigen Erlebnis. Doch während früher die großen internationalen Partien das Nonplusultra waren, entdecken heute immer mehr Romantiker auch die Faszination des Amateurfußballs – Stichwort „Groundhopping“.

„Groundhopping“: Ein rasant ansteigender Trend

Ich bin seit 2013 aktiv auf den verschiedensten Sportplätzen in der Region, aber auch darüber hinaus unterwegs, um neue Grounds (Anm. d. Red.: Sportplätze/Stadien) kennenzulernen“, erklärt Fabian Kandzia, der bereits über 1.250 Spiele besucht hat und somit durchaus als Experte anzusehen ist, im Gespräch mit innsalzach24.de. „Ich bin sehr guter Dinge, dass ich in diesem Jahr noch 1.300 Partien knacke.“

Dabei ist der 29-Jährige eher zufällig auf dieses Thema gestoßen: „Mich hat damals ein Freund darauf aufmerksam gemacht und ich fand die Vorstellung eigentlich sehr cool, weswegen ich das Ganze dann schnell in die Realität umgesetzt habe“, fährt der begnadete Fußballfan fort und fügt an. „Inzwischen ist ,Groundhopping‘ so stark im Trend, dass es sogar eine eigene App für das Handy gibt.“

„Könnte mir nichts Schöneres vorstellen“

Mit dieser könne man sich mit seinen Freunden vergleichen: „Du kannst die Spiele, die du bis dato live im Stadion gesehen hast, eintragen und auch die Sportanlagen kleinerer Vereine, wie zum Beispiel von meinem Heimatverein aus Tüßling. Auch wenn ich international viel unterwegs bin, ist es doch ein großes Ziel von mir, alle Plätze und Nebenplätze im Landkreis abzuklappern. Das ist gar nicht so einfach, aber es fehlt mir nur noch einer.“

Doch was macht das „Groundhopping“ so interessant? „Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen, weil man eben neue Stadien, aber auch Kulturen kennenlernt. Es ist einfach spannend, mit anzusehen, welche qualitativen Unterschiede im Fußball zu erkennen sind. Außerdem lernt man viele neue Leute kennen und mein Opa hat mich früher immer mit ins Stadion genommen. Deswegen hat das Thema für mich nochmal eine größere Bedeutung.“

Von Schweden bis Albanien

Dabei hat Kandzia schon einiges gesehen und erlebt: „Ich befinde mich aktuell auf einem Auslandssemester in Schweden und habe dort schon Spiele aus der vierten und siebten Liga besucht. Aber auch die erste albanische Liga war ein echtes Highlight. Wir waren gefühlt gerade erst im Stadion, da gab es schon Tumulte“, schmunzelt er. „Es macht am meisten Spaß, wenn man sich Spiele ansieht, wo eine gewisse Fanszene vorhanden ist. Die Stimmung ist dann einfach unfassbar.“

Allerdings haben die großen Spiele immer noch ihren Reiz: „Vergangene Saison war ich im legendären Bernabeu-Stadion in Madrid für die Champions League-Partie Real gegen den VfB Stuttgart. Das war schon eine sehr tolle Erfahrung“, verrät der 29-Jährige und erinnert sich an eine lustige Geschichte. „Einmal wollten wir uns ein Spiel von Monaco anschauen, mussten dann aber auf eine andere Begegnung ausweichen und waren plötzlich in Nizza. Sowas bleibt einfach im Gedächtnis.“

Was macht das Thema so interessant?

„Groundhopping“ sei aber durchaus auch Arbeit: „Es ist schon so, dass ich nicht blind zur irgendwelchen Spielen fahre, sondern mich davor informiere, wo welche Partien stattfinden. Egal ob hier in Schweden oder wenn ich in den Urlaub fahre. Ich merke aber selbst, dass das Ganze aktuell extrem im Hype ist. Der Reiz, neue Kulturen und Stadien kennenzulernen, ist einfach enorm groß. Und wenn du dann noch mit deinen Freunden reisen kannst, gibt es kein Zurück mehr“, lacht Kandzia zum Abschluss. (gz)

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