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„Wo ist eigentlich der Chef?“

Ehrliche Braukunst und der traditionelle „Deife“: Graminger Weißbräu in Altötting

In Graming gibt es nicht nur das Wirtshaus (l.), sondern auch eine Brauerei mit „Deife“ auf dem Bier (r.)
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In Graming gibt es nicht nur das Wirtshaus (l.), sondern auch eine Brauerei mit „Deife“ auf dem Bier (r.).

Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Einfacher könnte eine Zutatenliste für Bier nicht sein und doch gibt es deutliche Unterschiede im Geschmack. Die wahre Kunst liegt im Brauen – wie beim Graminger Weißbräu in Altötting.

Altötting - Wenn man den Gasthof Weissbräu in Graming betritt, stechen einem sofort die Biersorten der hauseigenen Brauerei ins Auge: Vom klassischen Weißbier, der „leichteren“ Weißen, dem Pils bis hin zum Schwarzfahrer. Besonders auffällig sind dabei die Etiketten, die sich auf den jeweiligen Bieren befinden. So erstrahlt auf dem einem ein niedlicher Engels-Teufel, auf dem anderen ein fahrender „Deife“.

Graminger Weißbräu: Teufel im Brauerei-Logo

„1929 braute Josef Krähschutz einen Weizenbock, den er Berggeist nannte. Darauf war ein lieblicher Teufel abgebildet, der einen Ziegenbock ritt“, erklärt Gastronom-Fachfrau Iris Detter im Gespräch mit innsalzach24.de. Dieses Bild sei auch heute noch in der „Gastwirtschaft“ zu sehen: „In den 70ern wurde der Teufel dann von Josefs Enkel in das Brauerei-Logo übernommen und ist seitdem nicht mehr wegzudenken.

Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Schon seit dem Jahr 1516 gilt das deutsche Reinheitsgebot, welches von Herzog Wilhelm IV. erlassen worden war, um die traditionellen Brautechniken zu bewahren. Darauf legt man auch in Graming höchsten Wert: „Meine beiden Schwestern – Birgit Strasser und Sabine Detter – sind für die unfiltrierten Graminger Weißbierspezialitäten verantwortlich.“

Regionalität und Nachhaltigkeit

Der Schlüssel für einzigartigen Geschmack liegt in seinen Wurzeln: „Weißbiere haben grundsätzlich unterschiedliche Geschmacksrichtungen, wobei unseres in die süßliche-bananige Richtung geht“, erklärt Detter. „Dabei legen wir einen großen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit, weshalb wir ausschließlich bayerische Rohstoffe verwenden.“ Schließlich setzen die Geschwister auch in der Gastronomie auf regionale und ehrliche Küche.

Kein Wunder also, dass man sich bereits viermal Gold und einmal Bronze bei den European Star Awards sichern konnte: „Wir brauen mit viel Liebe zum Detail, wobei unsere verschiedenen Sorten vom Weissbier bis hin zum Schwarzfahrer nach altem handwerklichen Verfahren gebraut werden und dabei ungefiltert sind“, zeigt sich Detter durchaus stolz. Des weiteren betreibe man bereits seit über 50 Jahren auf der Altöttinger Hofdult das Graminger Weißbierzelt: „Und das komplett selbst.“

Braukunst aus Frauenhand

Die Graminger Weißbräu KG in Altötting existiert seit 1900 und ist seit 1920 im Familienbesitz, wobei die drei Geschwister inzwischen die vierte Generation sind: „Das ist natürlich eine sehr schöne Sache, vor allem weil wir damit auch groß geworden sind“, verrät Detter, die mit einem Augenzwinkern anfügt. „Manchmal bekommen wir schon noch die Frage gestellt, wo denn eigentlich unsere Chefs seien. Umso amüsanter sind dann die Blicke, wenn wir uns als diese zu erkennen geben.“

Doch Birgit, Sabine und Iris zeigen, dass schon längst nicht mehr alles Männersache ist. Im Gegenteil. Ehrliche und regionale Braukunst aus Frauenhand, ein traditionell geführtes Gasthaus und die familiäre Nähe machen den Graminger Weißbräu zu einer absoluten Größe im Landkreis Altötting. Doch der „Deife“ ist auch über die Grenzen hinaus schon längst kein Unbekannter mehr. (gz)

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