Durchschnittlich um zwei Grad wärmer
Nach Hitze-Hammer und Dürre-Schock: So steht es um die Ernte im Landkreis Mühldorf
Der Sommer 2025 war bislang heiß und trocken. Das macht auch den Bauern zu schaffen. Nicht nur auf den Feldern, sondern auch im Wald. Wie es aussieht mit der Ernte und wie die Landwirtschaft den Klimawandel bewertet.
Maitenbeth – Hitze und wenig Niederschläge, nicht nur der Bevölkerung machte die Hitzewelle in diesem Sommer zu schaffen. Auch die Natur litt und damit auch die Landwirtschaft.
„Durchschnittlich war es heuer um zwei Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt“, sagt Dr. Bernhard Hübner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Töging beim jährlichen Erntegespräch des Landkreises Mühldorf gemeinsam mit Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann vom Bayerischen Bauernverband im Landkreis Mühldorf.
Das Treffen fand statt auf dem Hof des Ehepaars Johannes und Malina Maurer, die einen Betrieb in Maitenbeth besitzen.
Zwei Drittel weniger Niederschläge
Basierend auf den Wetterdaten seit dem Jahr 1961 lasse sich sagen: Der Juni sei sogar um vier Grad wärmer gewesen. 2025 sei deshalb nicht das beste Jahr für die Landwirtschaft gewesen, so Hübner. Zumal auch im Landkreis Mühldorf eine große Trockenheit herrschte. Ein Drittel bis sogar zwei Drittel weniger Niederschläge hätten die beiden Wetterstationen im Landkreis verzeichnet.
Das mache der Ernte zusätzlich zu schaffen. „Der dritte Schnitt beim Gras ist fast komplett ausgefallen“, erklärt Hübner, denn Gras sei grundsätzlich sehr anfällig für Trockenperioden. „Dieser Rohstoff braucht regelmäßig Regen, sonst wächst er nicht. Gras benötigt zudem lange, um sich von Trockenzeiten zu erholen“, sagt Niederschweiberer. Die Konsequenzen seien aber glücklicherweise noch nicht allzu gravierend. „Es wird knapp, aber eine Futternot haben wir noch nicht“, so Niederschweiberer.
Borkenkäfer und schlechtere Qualität
Doch nicht nur dem Gras, auch anderen Pflanzen wie dem Weizen habe der trockene Juni zu schaffen gemacht. Hier käme es zwar nicht zu großen Ernteausfällen, allerdings sei die Qualität des Weizens in diesem Jahr schlechter. Denn durch die Trockenheit sei es zu einer Notreife gekommen.
Auch im Wald mache sich die Trockenheit bemerkbar. So hätten die Forstbesitzer in diesem Jahr stark mit dem Borkenkäfer zu kämpfen, dessen Befall in niederschlagsarmen Jahren immer stärker ausfalle, so Hübner. Trotzdem sei bei der Ernte 2025 nicht alles schlecht. „Es gibt keinerlei Befall mit Pilzen, denn die mögen es eher feucht und warm“, erklärt Niederschweiberer.
Auch die Grundwasserstände hätten sich durch die vergangen beiden Jahre, die durch viel Regen geprägt waren, wieder erholt und seien auch 2025 nicht allzu stark abgesunken.
Angst vor dem Klimawandel haben deshalb weder Hübner noch Niederschweiberer. „Klima verändert sich immer“, sagt Hübner. Natürlich sei diese Veränderung durch den Einfluss des Menschen schneller und gravierender. „Aber wir können uns anpassen.“