Das ist an den Brustkrebs-Behauptungen dran
Wie schädlich sind Aluminium-Deos wirklich?
Auf Deos mit Aluminium sollte man gerade als Frau verzichten, denn das kann das Brustkrebsrisiko erhöhen – aber stimmt das wirklich? Das sagen die Experten:
Wer im Sommer stark schwitzt, der greift gerne mal zu einem Antitranspirant. Denn im Gegensatz zu einem herkömmlichen Deo überdeckt das den unangenehmen Geruch nicht nur, es sorgt auch dafür, dass weniger Schweiß fließt. Ursache dafür ist das darin enthaltene Aluminium. Es verengt die Poren und verringert dadurch den Schweißausfluss.
Erhöhen Alu-Deos das Brustkrebsrisiko?
Doch ebendieses Aluminium soll gesundheitsschädlich sein – und bei Frauen im Verdacht stehen, Brustkrebs auszulösen. Zu diesem Ergebnis kommt zum Beispiel eine Studie der medizinischen Universität Innsbruck. Zwei Knackpunkte unterstützen diese These: Es ist gesichert, dass die meisten Brustkrebstumore in der Nähe der Achsel entstehen, außerdem wiesen Brustkrebstumore bei einer Untersuchung eine erhöhte Aluminiumkonzentration auf, aber auch ein Mehr an anderen Metallen wie Selen oder Calcium.
Studie laut Experten nicht haltbar
Doch Brustkrebsforscher halten die Studie und damit auch das Studienergebnis für nicht haltbar. So sagten zwei Experten im Interview mit dem BR, dass die Methodik der Studie nicht sauber sei, und die Autoren der Studie geben sogar selbst zu, dass sie keinen Beleg dafür liefern können, dass Aluminium krebserregend ist.
Aber was ist mit der erhöhten Aluminiumkonzentration im Tumorgewebe? Das führen die Brustkrebsexperten darauf zurück, dass Krebszellen einen Einfluss auf den Metallstoffwechsel hat und deshalb diverse Metalle im Körper angelagert werden. Anders ausgedrückt: nicht die Aluminiumkonzentration hat zu dem Tumor geführt, sondern vermutlich der Tumor zur erhöhten Aluminiumkonzentration.
Eine große Metaanalyse, die 2017 im deutschen und internationalen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, untermauert die Kritik der Experten an der Studie. Die Analyse stellt fest: es gibt keinen handfesten wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Aluminium-Deos das Brustkrebsrisiko steigern.
Darum solltet Ihr trotzdem auf Alu-Deos verzichten
Also ist Aluminium gänzlich unbedenklich? Nein, denn dass ein Zuviel an Aluminium gesundheitsschädlich ist, steht ohne Frage fest. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA gibt als Grenzwert für die wöchentliche Aluminiumaufnahme ein Milligramm pro Kilo Körpergewicht an. Wer dauerhaft drüber liegt, kann zum Beispiel an Dialyse-Enzephalopathie erkranken, eine Gehirnkrankheit. Auch Aluminose, eine Lungenkrankheit, die durch Aluminiumstaub oder -rauch entsteht, kann drohen - vor allem Aluminiumschweißer haben ein erhöhtes Risiko krank zu werden.
Deos mit Aluminium sind jedoch nicht die Hauptquelle, durch die wir Aluminium aufnehmen – das unser Körper übrigens gar nicht braucht. Gewisse Lebensmittel sind stark mit Aluminium belastet, zum Beispiel Gewürze oder Pilze. Auch die bayerische Breze ist eine echte Aluminiumbombe: sie wird oft auf Aluminiumblechen gebacken, und die Lauge zieht die Aluminiumionen aus dem Blech heraus und überträgt sie auf die Breze.
Aber weil wir eben durch die Lebensmittel bereits einer erhöhten Aluminium-Dosis ausgesetzt sind, sollten wir unseren Körper nicht noch zusätzlich durch die Verwendung von Alu-haltigen Deos belasten, so die Experten. Vor allem von aluminiumhaltigen Spraydeos raten sie ab. Denn auch wenn es keinen Zusammenhang für die Entstehung von Brustkrebs mit der Verwendung von Antitranspiranten gibt, so kann ein Zuviel an Aluminium andere schädliche Nebenwirkungen für den Körper haben.
Diese Hausmittel helfen ganz natürlich gegen starkes Schwitzen
Wer stark schwitzt, sollte es lieber mit Alu-freien Deos und etwas Naturheilkunde probieren. Es gibt nämlich zahlreiche natürliche Hausmittel, die Euch dabei helfen können, den Schweißfluss einzudämmen – ganz ohne Aluminium. Drei Tipps für Euch:
- Salbei: Salbei wirkt nicht nur antibakteriell sondern sorgt auch dafür, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen und weniger Schweiß produzieren. Ihr könnt den Tee sowohl zur Vorbeugung trinken – ein paar Tassen über den Tag verteilt – oder den Sud auf die betroffenen Stellen tupfen. Reinigt Euch davor aber gründlich mit Seife und Wasser.
- Apfelessig: Ähnlich wirkt auch Apfelessig. Weil dieser jedoch einen recht starken Eigengeruch hat, solltet Ihr ihn am besten vorbeugend über die Nacht auf den betroffenen Stellen einwirken lassen. Duscht Euch am nächsten Morgen ab und verwendet zusätzlich ein Alu-freies Deo.
- Teebaumöl: Teebaumöl gilt als Wunderwaffe, unter anderem wird es wegen seiner antibakteriellen und desinfizierenden Wirkung auch bei Hautunreinheiten eingesetzt. Es hat zudem einen angenehm frischen Duft. Das Öl solltet Ihr jedoch nur verdünnt auf die betroffenen Stellen geben.
fso