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Was tun gegen Einsamkeit?

Seelische Gesundheit: Jüngere Menschen fühlen sich isolierter als Ältere

Einsamkeit ist ein belastendes Empfinden. Viele Menschen, vor allem die Jüngeren, sind davon geplagt. Wie kann man mit Einsamkeit richtig umgehen?

Einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge sind junge Erwachsene in Deutschland häufiger einsam als ältere. Mehr als zwei Drittel aller Befragten 18- bis 39-Jährigen gaben an, sich zumindest selten einsam zu fühlen. Bei den Befragten über 40 war es nur etwa jeder Zweite. „Chronische Einsamkeit kann auf Dauer körperlich und psychisch krank machen“, schreibt Jens Baas, Vorstands­vorsitzender der TK laut dem Deutschen Ärzteblatt in der Auswertung. Das zeigt sich auch in den Umfrageergebnissen. Personen, die häufiger einsam sind, leiden auch öfter unter Stress, Erschöpfung sowie Schlafstörungen. Besonders über Weihnachten und Silvester kann es schwer sein, mit seiner Einsamkeit umzugehen.

Die psychische Gesundheit jüngerer Menschen verschlechtert sich generell

Viele junge Erwachsene sehen, einer Umfrage der Krankenkasse KKH zufolge, offenbar ein verändertes gesellschaftliches Klima als Grund für ihre steigende Einsamkeit. Als Ursachen für diesen „gesellschaftlichen Klimawandel“ werden zum Beispiel zunehmender Egoismus, weniger Empathie und mehr Aggressivität anstelle von einem freundlichen Miteinander genannt. Weitere Auslöser für die Einsamkeit junger Menschen sind laut dieser Umfrage vor allem fehlende Zeit, um Kontakte zu pflegen, Enttäuschung durch Andere und eine ausschließlich digitale Kommunikation. Unter anderem dadurch hat sich auch die Anzahl der 18- bis 29-Jährigen, die über wiederkehrenden Depressionen klagen, in dem Zeitraum von 2013 bis 2023 mehr als verdoppelt (130 Prozent Anstieg).

Depression ist mehr als nur traurig sein – welche Symptome auf die psychische Erkrankung hindeuten

Frau mit starrem Blick
Sich wie versteinert fühlen – so beschreiben Menschen mit einer Depression häufig ihren psychischen und körperlichen Zustand, laut der „Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention“. Häufig sind Depressionen von einer sehr gedrückten, niedergeschlagenen Stimmung begleitet, was als ein Hauptsymptom gilt. Einige Betroffene beschreiben auch ein Gefühl der inneren Leere und die Unfähigkeit, ihre eigenen Emotionen, einschließlich negativer Gefühle, wahrzunehmen. © BDS/Imago
Mann am Fenster
Personen, die an Depressionen leiden, verlieren das Interesse an früher bedeutsamen Aktivitäten und Dingen. Hobbys, berufliche Tätigkeiten, Freizeitbeschäftigungen oder soziale Unternehmungen mit Familie und Freunden bereiten ihnen keine Freude mehr. Durch die „innere Leere“, wie es Betroffene häufig beschreiben, geht das Interesse an bisher wichtigen Dingen verloren. Freudlosigkeit und allgemeines Desinteresse sind das zweite mögliche Hauptsymptom einer Depression. © ArtmannWitte/Imago
Frau blickt in Spiegel
Ein vermindertes Selbstwertgefühl, wenig Selbstvertrauen, gepaart mit Gedanken wie „Ich bin schuld an allem“, macht sich bei vielen an einer Depression erkrankten Menschen bemerkbar. Betroffene wenden sich nicht selten von ihrem Umfeld ab, da sie annehmen, Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen zur Last zu fallen. © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
Mann, der müde und erschöpft ist
Erschöpfung und Müdigkeit bestimmen zunehmend den Alltag. Während einer Depression fühlen sich Betroffene häufig im wahrsten Sinne antriebslos, was es ihnen schwer macht, sich zu motivieren. Gewohnte Tätigkeiten wie im Beruf und selbst einfache Alltagsaufgaben, beispielsweise Einkaufen oder Aufräumen können zur großen Herausforderung werden, schnell erschöpfen und manchmal sogar unerledigt bleiben. Auch das Treffen von Entscheidungen fällt schwer: Betroffene haben nicht mehr das Gefühl, das Richtige zu tun. © nitor/Imago
Frau mit Gehirnnebel am Arbeitsplatz.
Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte Aufmerksamkeit können auch auf eine Depression hindeuten. Betroffene können ihre Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen, vergessen kürzlich Gesagtes oder Geschehens, sodass nicht selten sie selbst oder das nähere Umfeld zunächst eine Alzheimer-Demenz in Betracht ziehen. © Zoonar.com/Yuri Arcurs/Imago
Frau sitzt vor Suppenteller
Ältere Menschen können ebenfalls eine Depression entwickeln. Gründe und Ursachen sind auch hier vielfältig. So zeigt sich durch alle Altersgruppen, dass der Appetit und das Hungergefühl von Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, sich verändert. Die Freude am Essen geht im wahrsten Sinne verloren. Die Folge ist dann nicht selten Gewichtsverlust. Es kann aber auch das Gegenteil eintreten und Betroffene entwickeln Heißhungerattacken. © Photographee.eu/Imago
Frau liegt wach im Bett
Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben und sind nicht selten auch eine typische Begleiterscheinung von Depressionen. Menschen mit dieser psychischen Erkrankung finden häufig nicht in den Schlaf, können nicht durchschlafen oder wachen früh auf – hinzukommt dann in vielen Fällen eine Spirale aus negativen Gedanken und Sorgen. © Zoonar/IMAGO
Frau, die verzweifelt weint
Menschen, die an einer Depression erkranken, durchlaufen Phasen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, insbesondere in Bezug auf ihre Zukunft. Die psychische Erkrankung wird zunehmend von dem starken Gefühl begleitet, aus der Situation nicht mehr herauszukommen. © HalfPoint Images/Imago
Mann fasst sich an die Stirn
Während einer Depression können Betroffene auch unter ausgeprägter innerer Unruhe leiden, wodurch es ihnen schwerfällt, sich zu entspannen. Sie fühlen sich getrieben und zeigen möglicherweise hyperaktive Verhaltensweisen wie ständiges Hin- und Hergehen. Andererseits kann es auch zu einer Verlangsamung von Bewegungen oder in der Sprache kommen. © Science Photo Library/Imago
Mann blickt aus dem Fenster
„Was wäre, wenn ich einfach nicht mehr da wäre“ – solche oder ähnliche Gedanken holen Menschen mit einer Depression, gerade wenn sie schon ausgeprägt ist, immer wieder ein. Der Wunsch, einer als aussichtslos und ausweglos empfundenen Situation zu entkommen, bis hin zu Überlegungen, sich selbst Schaden zuzufügen, kommt mehr und mehr auf. © Alberto Menendez/Imago

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Was kann man gegen Einsamkeit tun?

Die TK-Befragten gaben an, Musik, ein Hörspiel oder einen Podcast zu hören, wenn sie sich einsam fühlen. Andere greifen zur Zigarette oder zu trinken, um dem Gefühl aus dem Weg zu gehen, „aber im Grunde ist das nichts, was wirklich effektiv gegen Einsamkeit helfen würde“, erklärt Matthias Reinhard von der Klinik für Psychiatrie und Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München gegenüber Tagesschau.de. Viel hilfreicher wäre es dem Experten zufolge, Kontakt zu anderen Menschen zu suchen oder alte Freundschaften wiederaufleben zu lassen. Doch besonders Personen, die schon länger in Einsamkeit leben, tun sich damit schwer.

Viele Menschen fühlen sich manchmal einsam. (Symbolbild)

Wo kann man neue Kontakte knüpfen?

Einem Hobby nachzugehen, kann helfen. Beim Eintritt in einen Verein beispielsweise trifft man auf Menschen, die gleiche oder ähnliche Interessen haben. Eine weitere Möglichkeit, mit Anderen in Kontakt zu treten, ist die Angebotslandkarte des Kompetenznetzes Einsamkeit. Sie hilft dabei, Unterstützung und Aktivitäten in der Region zu finden. Zum Beispiel Frauenspaziergänge nach amerikanischem Vorbild. „Unverbindlich und kostenfrei kommen hier Frauen zusammen, die alle auf der Suche nach neuen Kontakten sind“, erklärt Vivien Eller, Initiatorin der Frauenspaziergänge in Frankfurt am Main.

Sucht man jemanden, der einem zuhört, sich seine Probleme anhört und darüber spricht, kann man sich außerdem immer an die Telefon-Seelsorge wenden.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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