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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Staubwolke über Deutschland erreicht sogar Finnland: Wetterphänomen zeigt sich erneut
Der Himmel wirkt milchig, Autos werden staubig und es ist von Saharastaub die Rede. Doch wie gelangt der Sand nach Deutschland? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Saharastaub ist ein erstaunlich häufiges Naturphänomen. In der Sahara, der größten Trockenwüste der Erde, wirbeln starke Winde enorme Mengen feinen Staubs in die Atmosphäre. Besonders effektiv geschieht das bei Gewitterböen, sogenannten Haboobs, oder entlang von Tiefdruckgebieten über Nordafrika. Dabei gelangen Milliarden Tonnen mineralischer Partikel in Höhen von mehreren Kilometern. Dort können sie von großräumigen Luftströmungen erfasst werden.
Wenn sich über dem Mittelmeer oder Südeuropa ein Tiefdruckgebiet bildet, entsteht häufig eine kräftige südliche Strömung. Diese transportiert warme Luft aus Nordafrika nach Europa – und mit ihr den Staub. In Deutschland zeigt sich das aktuell dann als milchiger Himmel, rötliche Sonnenuntergänge oder eine feine Staubschicht auf Autos und Fenstern. Am Freitag (6. März) erreichte die Staubschleppe sogar Finnland. Lang wird dies jedoch nicht andauern, bereits in ein paar Tagen könnte die nächste Wetter-Wende bevorstehen. Unter Umständen könnte sich sogar der Winter noch einmal ankündigen.
Warum man Saharastaub inzwischen öfter wahrnimmt
Viele Menschen haben den Eindruck, dass Saharastaub-Ereignisse in Deutschland und Europa häufiger geworden sind. Tatsächlich zeigen einige Studien, dass solche Transporte in den letzten Jahrzehnten etwas häufiger auftreten können. Ein Grund ist möglicherweise die Veränderung der atmosphärischen Zirkulation durch den Klimawandel, etwa häufiger auftretende südliche Strömungen oder intensivere Tiefdrucksysteme im Mittelmeerraum.
Ein weiterer Faktor ist die Beobachtung selbst: Satelliten, Wettermodelle und Medien berichten heute viel detaillierter über Staubereignisse als noch vor zwanzig Jahren. Dadurch fällt jedes Ereignis stärker auf. Klar ist aber: Saharastaub in Europa ist kein neues Phänomen. Schon historische Wetteraufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert beschreiben gelblich gefärbten Regen oder staubige Ablagerungen nach südlichen Wetterlagen.
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Die Frage klingt zunächst kurios, ist aber berechtigt. Die Sahara enthält enorme Mengen an Sediment und Sand, die über Millionen Jahre durch Verwitterung entstanden sind. Wichtig ist jedoch: Der Staub, der nach Europa gelangt, besteht meist nicht aus grobem Dünensand, sondern aus sehr feinem Material aus trockenen Seeböden und lockeren Böden der Wüste. Diese Sedimente werden ständig neu gebildet, etwa durch Erosion, Verwitterung oder austrocknende Gewässer.
Gleichzeitig wird der Staub weltweit verteilt – ein Teil düngt sogar den Amazonas-Regenwald. Der Sahara geht der Staub daher nicht aus. Vielmehr ist sie ein zentraler Bestandteil eines globalen Staubkreislaufs, der Klima, Böden und sogar Ozeane beeinflusst.