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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
„Spanish Plume“ bringt Deutschland Heißluftnachschub – extrem frühe Hitzewelle im Anmarsch
Die Wetterlage zu Pfingsten bringt heiße Luft aus Spanien nach Deutschland – mit Temperaturen bis 34 Grad. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hinter dem aktuellen Sommer-Schwung steckt ein meteorologisches Phänomen mit Namen „Spanish Plume“. Übersetzt: die Spanische Pflaume. Klingt harmlos, hat aber Wumms. Eine Tiefdruckzone über dem Atlantik nordwestlich der Iberischen Halbinsel saugt heiße Luft aus Spanien, Marokko und der Sahara hoch und schaufelt sie quer durch Frankreich bis nach Deutschland. Das könnte zu einer extrem frühen Hitzewelle führen, die uns trifft.
Dieser Heißluftnachschub reißt nicht ab, sondern wird immer wieder neu nachgefüttert. Genau das treibt die Werte bei uns nach oben. Während die meisten Modelle für Pfingstmontag (25. Juni) bei 31 Grad am Oberrhein landen, geht das kanadische Modell richtig in die Vollen: 33 bis 34 Grad zwischen Karlsruhe, Mannheim und Frankfurt. Das könnte zu Rekordtemperaturen in Deutschland im Mai führen.
„Spanish Plume“ pumpt Hitze nach Deutschland: Wetter wird an Pfingsten sommerlich
Damit kommt eine Diskussion in Schwung, die sonst erst im Juli oder August Thema wäre: Reicht das schon für die erste echte Hitzewelle 2026? Die in Deutschland am häufigsten genutzte Definition ist klar gefasst – drei aufeinanderfolgende Tage mit Höchstwerten von mindestens 30 Grad. Genau in dieses Schema läuft die aktuelle Lage rein.
Samstag (23. Mai) bis Montag (25. Mai) landen viele Stationen am Oberrhein, im Saarland, in Südhessen und im Süden von Nordrhein-Westfalen jeden Tag deutlich über der 30er-Marke. Bundesweit ist es noch keine Hitzewelle, regional aber ganz klar. Eine Hitzewelle mitten im Mai ist absolut keine Normalität, sondern gehört in die Kategorie „bemerkenswert früh“ und reiht sich ein in eine Tendenz, die wir seit einigen Jahren immer wieder beobachten.
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Vorsicht an Pfingsten: Erste Hitze sollte nicht unterschätzt werden
So schön die Hitze für die Stimmung ist, der Körper bekommt sie zu spüren. Der UV-Index klettert am Pfingstwochenende auf Werte zwischen 7 und 9 – das ist der Bereich hoch bis sehr hoch. Bei ungeschützter Haut reicht schon eine knappe halbe Stunde in der Sonne für einen ordentlichen Sonnenbrand. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenhut und ausreichend trinken sind Pflicht, nicht Kür.
Vor allem für ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und kleine Kinder ist die plötzliche Wärmebelastung kein Spaß – der Körper hat sich nach dem kühlen Mai-Start noch nicht akklimatisiert. Auch Sport- und Gartenarbeit besser in die Morgenstunden verlegen. Mittagshitze plus 30 Grad plus volle Sonne – das geht schnell auf den Kreislauf.