Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Hoch bringt 27 Grad und viel – was halb Deutschland jedes Jahr aufs Neue vergisst
Sonne satt, blauer Himmel, Biergarten-Wetter: Doch wer ohne Sonnencreme rausgeht, hat ein Problem – und das schon ab Mittag. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Pünktlich zum 1. Mai schraubt sich ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa und legt eine sogenannte Omegalage hin. Tiefs werden links und rechts daran vorbeigelenkt, der Himmel räumt sich auf, Wolken Fehlanzeige. Bei Werten zwischen 22 und 26 Grad, im Oberrheingraben und in der Pfalz lokal sogar an der 27er-Marke, fühlt sich der Tag der Arbeit eher nach Pfingsten an. Maibaum aufstellen, Demo, Fahrradtour, Biergarten – alles drin. Nur an der Nordsee bleibt es mit auflandigem Wind ein Stück frischer, dafür mit reichlich Sonne.
Omegahoch macht den Tag der Arbeit zum Sommerfest
Und hier kommt der Haken, den viele am Tag der Arbeit komplett auf dem Schirm haben sollten: Die Sonne steht Anfang Mai bereits so hoch wie Mitte August. Das vergisst die halbe Republik jedes Jahr aufs Neue. Mit dem wolkenlosen Himmel und der trockenen, klaren Luftmasse rechnen wir verbreitet mit einem UV-Index von 6, im Süden und in den Mittelgebirgen punktuell auch 7. Das ist offiziell die Stufe „hoch“.
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In den Alpen klettern die Werte sogar Richtung 8, also „sehr hoch“, denn pro 1000 Höhenmeter legt die UV-Strahlung gute 10 Prozent zu. Heimtückisch wird‘s, weil sich die Luft Anfang Mai noch nicht knallheiß anfühlt. Bei einer leichten Brise denkt keiner an Sonnenbrand. Den merkt man erst abends auf der Couch. Die Abkühlung folgt meist dann aber morgens, denn nachts kann es weiterhin zu Frost kommen.
So bleibt der Mai-Auftakt entspannt – ohne roten Nacken
Heißt im Klartext: Sonnencreme raus, und zwar jetzt schon zum Saisonstart. Lichtschutzfaktor 30 aufwärts ist Pflicht, mindestens eine halbe Stunde vor dem Rausgehen auftragen und nach zwei Stunden nachcremen. Kopfbedeckung mit, gerade für Kinder am Maibaum oder bei der Radtour. Zwischen 12 und 15 Uhr lieber mal in den Schatten, da feuert die Sonne ihre stärksten Strahlen ab.
Und ja, dünne Schleierwolken bringen kaum etwas: Sie lassen über 90 Prozent der UV-Strahlung durch und können sie durch Streuung sogar noch verstärken. Wer das beherzigt, hat einen perfekten Mai-Auftakt. Wer es ignoriert, glüht abends wie ein gekochter Krebs.
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