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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Nächste Wetter-Wende steht kurz bevor – noch diese Woche kippt die Lage komplett
Erst Sonne satt und sommerliche 27 Grad, dann der Wetter-Schock. Eine Gewitterfront rollt heran, das mächtige Omegahoch kippt zur Seite. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Deutschland erlebt aktuell ein Wetter-Bilderbuch, wie es im Mai-Buch steht. Ein mächtiges Hochdrucksystem schaufelt warme Luftmassen heran, der Himmel zeigt sich von seiner besten Seite. Bis zum 2. Mai dreht das Thermometer kräftig auf: 20 bis 25 Grad sind verbreitet drin, westlich einer Linie Schwarzwald–Hamburg sogar bis zu 27 Grad! Damit kratzt die erste Mai-Hälfte schon an der Sommer-Marke.
Und das Beste: Kein Tropfen Regen in Sicht, der Wind ist schwach, die Luft steht. Frühlingsgenießer, jetzt raus mit euch – diese Lage ist Gold wert.
Am 3. Mai ist Schluss mit lustig
Doch Vorsicht: Die heile Welt hat ein Verfallsdatum! Genau am Sonntag, 3. Mai, kippt das gewaltige Omegahoch nach Osten weg und schiebt sich von Spanien bis ins westliche Russland. Mit dieser Drehung bekommt Deutschland eine südwestliche Strömung – und die hat es in sich.
Eine Gewitterfront marschiert von Westen heran, die Wolken türmen sich, lokal sind kräftige Schauer und Blitzgewitter drin. Der Wetter-Wechsel kommt nicht mit der Brechstange, aber er kommt – und er bringt die ersten Rumms-Momente nach wochenlanger Hochdruck-Ruhe.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Was viele Menschen jetzt umtreibt: Folgt nach dem Knall der große Wettersturz? Die Antwort ist gemischt. Zwischen 4. und 7. Mai zieht sich das Omegahoch nach Russland zurück, gleichzeitig baut sich auf dem Atlantik schon das nächste Blockadehoch auf. Heißt: Die klassische Tief-Lawine bleibt aus, atlantische Regenfronten haben kaum eine Chance. Aber – und das ist der Haken – je weiter das Blockadehoch nach Westen wandert, desto leichter rauscht polare Kaltluft nach Süden.
Die Eisheiligen rücken damit gefährlich nahe an Mitteleuropa heran. Bauern und Hobbygärtner sollten ihre Pflänzchen also noch nicht zu früh nach draußen stellen. Und die Dürre-Sorge wächst: Bis zum 9. Mai bleibt es im Süden und Westen knochentrocken.
Der Blick bis Mitte Mai – darauf müssen wir uns einstellen
Bis zur Wochenmitte zwischen 11. und 15. Mai bleibt das Wetter ein Drahtseilakt. Die Hochdruckgebiete spielen weiter den Ton, atlantische Tiefs prallen ab. Doch unter den Hochdruck-Brücken können Kaltlufttropfen durchschlüpfen und punktuell Schauer und Gewitter auslösen. Die Temperaturen pendeln zwischen frühsommerlichen 22 Grad und kühlen 12 Grad – je nach Tag und Region. Mein Tipp: Sonnenbrille griffbereit, aber die Übergangsjacke nicht zu weit weg packen!