Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Advents-Schneeformel: Diese alte Wetterregel könnte Deutschland weiße Weihnachten bringen

Die bekannte Schnee-Regel klingt vielversprechend, doch ihr Wahrheitsgehalt ist überraschender als viele denken. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Kaum eine Wetterregel ist so beliebt wie diese: Wenn es im Advent schneit, stehen die Chancen gut, dass auch Weihnachten weiß wird. Der Gedanke dahinter ist simpel und verlockend. Früher Schneefall vermittelt das Gefühl, dass der Winter bereits Fahrt aufgenommen hat und sich nun kaum noch bremsen lässt.

Wenn es im Advent schneit, steigt die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten- so eine alte Bauernregel. Doch stimmt das?

Tatsächlich gibt es einzelne Jahre, in denen diese Regel erstaunlich gut funktioniert hat. Wenn die Kälte früh kommt und stabile, frostige Luft über Mitteleuropa bleibt, kann das winterliche Umfeld bis zu den Feiertagen erhalten bleiben. Doch genau darin liegt der Haken. Der Advent gehört zu den wetterlaunigsten Zeiten des Jahres. Ein kurzer Kälteeinbruch kann Schnee bringen, der aber nur wenige Tage später durch mildere Luft verschwindet. Die Regel funktioniert also nur dann, wenn sich ein ungewöhnlich langlebiger Kaltzeitraum hält – ein Glücksfall, kein Muster.

„Schnee im Advent – Schnee an Weihnachten“ – Warum die alte Wetterregel wenig über das Weihnachtswetter verrät

Schnee zu Beginn des Monats, oder wie 2025 bereits im November, sagt kaum etwas darüber aus, wie das Wetter gegen Ende aussieht. In vielen Jahren wechseln sich im Dezember mehrere Luftströmungen ab. Mal dominiert Kälte aus dem Norden, dann wieder milde Luft aus westlichen Regionen. Dieser Wechsel sorgt dafür, dass frühe Schneedecken selten bestehen bleiben.

Selbst wenn es am 5. oder 10. Dezember schneit, kann der Boden noch so warm sein, dass alles sofort wieder auftaut. Und selbst wenn sich Schnee hält, bedeutet das nicht, dass zu Weihnachten tatsächlich neuer Schneefall nachkommt. Für weiße Feiertage braucht es ein Zusammenspiel aus Kälte und Niederschlag zur richtigen Zeit – und das ist deutlich komplizierter als eine einfache Bauernregel.

Advents-Schneeformel: Warum wir die Wetterregel trotzdem lieben

Die Advents-Schneeformel bleibt beliebt, weil sie Hoffnung gibt und Weihnachten mit einer Portion Magie auflädt. Menschen merken sich besonders die Jahre, in denen die Regel zufällig gestimmt hat, und vergessen die vielen, in denen sie komplett danebenlag. Die einfache Sprache und der klare Zusammenhang machen sie verständlich – ganz anders als moderne Prognosen, die oft nüchterne Unsicherheiten betonen. Am Ende steckt hinter der Regel weniger Wetterweisheit als Weihnachtssehnsucht. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum wir jedes Jahr wieder auf ihr Versprechen hoffen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Henning Kaiser/dpa | Henning Kaiser

Kommentare