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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Sommer-Prognose 2026: Erste Hinweise zeichnen sich ab – Ein Wetter-Szenario am wahrscheinlichsten
Kommt 2026 der nächste Extrem-Sommer? Erste Langfristmodelle liefern Hinweise. Wie hoch die Chance auf 35-Grad-Tage ist. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Noch ist der Sommer weit entfernt, doch Meteorologen schauen längst auf die ersten langfristigen Trends. Klimamodelle und saisonale Prognosen geben zumindest eine grobe Richtung vor, auch wenn sie keine konkreten Hitzewellen vorhersagen können. Nach aktuellen Einschätzungen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland im Sommer 2026 mindestens einmal Temperaturen von 35 Grad erreicht, relativ hoch.
Meteorologin Kathy Schrey von wetter.net erklärt, dass solche Temperaturen inzwischen in vielen Sommern auftreten. Statistisch gesehen liegt die Chance derzeit bei etwa 60 bis 70 Prozent, dass irgendwo in Deutschland ein solcher Hitzetag gemessen wird. Besonders häufig treten solche Spitzenwerte im Südwesten auf, etwa in Baden-Württemberg oder im Oberrheingraben. Dort können sich heiße Luftmassen aus Frankreich besonders stark aufheizen. Dennoch zeigen erste Modelltrends bislang keinen klaren Hinweis auf einen außergewöhnlichen Hitzesommer mit langen stabilen Hochdruckphasen.
So realistisch sind 40 Grad in Deutschland
Deutlich spektakulärer ist die Frage nach der magischen 40-Grad-Marke. Diese extremen Temperaturen wurden in Deutschland erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach gemessen und bleiben weiterhin selten. Laut Schrey liegt die Wahrscheinlichkeit, dass im Sommer 2026 irgendwo in Deutschland ein Tag mit mindestens 40 Grad auftritt, aktuell nur bei etwa fünf bis zehn Prozent. Damit wäre ein solcher Wert zwar möglich, aber keineswegs wahrscheinlich.
Für solche Temperaturen braucht es eine ganz bestimmte Wetterlage: sehr heiße Luft aus Spanien oder Nordafrika, starke Sonneneinstrahlung und mehrere Tage stabiles Hochdruckwetter. Wenn zusätzlich trockene Böden hinzukommen, können sich Temperaturen besonders stark aufschaukeln.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Auch wenn 40 Grad statistisch eher unwahrscheinlich bleiben, heißt das nicht, dass der Sommer kühl wird. Selbst in wechselhaften Sommern können kurze Hitzephasen auftreten. Gerade einzelne sehr warme Tage entstehen oft zwischen zwei Tiefdruckphasen, wenn sich kurzzeitig heiße Luft über Mitteleuropa ausbreitet.
Zudem sorgt der langfristige Klimatrend dafür, dass Hitzeereignisse generell häufiger werden. Deshalb rechnen Meteorologen auch 2026 zumindest mit einzelnen sehr warmen Phasen. Ob daraus jedoch eine extreme Hitzewelle entsteht, wird sich erst im späten Frühjahr genauer abschätzen lassen, wenn sich großräumige Wettermuster stabilisieren.
Bevor der Sommer ansteht, muss aber vielleicht noch der ein oder andere Kaltlufteinbruch über Deutschland vorbeiziehen. Selbst an Ostern könnte es noch schneien.