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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wärmster Dezember aller Zeiten droht: Historisches Wetter sorgt für extreme Trockenheit

Ein Dezember wie aus einer anderen Klimazone: Rekordwärme, Trockenheit und Dauerhoch lassen selbst erfahrene Meteorologen staunen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Was sich derzeit in den Wetterdaten abzeichnet, ist selbst für langjährige Beobachter außergewöhnlich. Der laufende Dezember steuert mit großen Schritten auf einen neuen Temperaturrekord zu und könnte der wärmste seit Beginn der Messungen werden. Bereits im Sommer hatten Langfristmodelle einen sehr milden und trockenen Dezember angedeutet, doch die aktuelle Entwicklung übertrifft diese Prognosen nochmals deutlich. Die Temperaturen liegen vielerorts dauerhaft mehrere Grad über dem klimatologischen Mittel, Frostnächte bleiben eine Rarität. Statt winterlicher Dynamik dominiert eine fast schon frühsommerlich anmutende Trägheit in der Atmosphäre, die den klassischen Dezembercharakter vollständig vermissen lässt.

Das ist wirklich heftig: Bis zum 28. Dezember 2025 könnte es in fast ganz Deutschland trocken bleiben. Die Wetterlage ist durch ein Mega-Hoch komplett lahmgelegt.

Dauerhoch blockiert jede Wetter-Dynamik

Verantwortlich für diese extreme Wetterlage ist eine ungewöhnlich stabile Hochdruckbrücke über weiten Teilen Europas. Dieses Hoch wirkt wie ein Deckel auf der Atmosphäre und blockiert atlantische Tiefausläufer ebenso wie Kaltluftvorstöße aus dem Norden oder Osten. In den kommenden 14 Tagen zeigen nahezu alle Modelle kaum nennenswerte Niederschlagssignale, weder Regen noch Schnee. Selbst für die sonst schneereichen Mittelgebirge zeichnet sich keine winterliche Phase ab. Solch eine persistente Hochdrucklage ist im Dezember selten und erinnert eher an außergewöhnliche Trockenwinter vergangener Jahrzehnte, allerdings nun kombiniert mit deutlich höheren Temperaturen.

Folgen für Natur und Winterwetter

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind weitreichend. Böden trocknen weiter aus, Flüsse führen teils unterdurchschnittliche Pegel, und die Vegetation bleibt vielerorts in einer Art Warteschleife. Für Wintersportregionen bedeutet der ausbleibende Schnee massive Probleme, für Meteorologen liefert der Monat ein weiteres Extrembeispiel in einer langen Reihe auffälliger Jahre. Sollte sich die Hochdruckdominanz bis zum Monatsende halten, wäre dieser Dezember nicht nur der wärmste, sondern auch einer der trockensten der Messgeschichte. Wetter im klassischen Sinne findet dann kaum noch statt, der Dezember 2025 würde als außergewöhnlicher Ausreißer in die Klimachroniken eingehen.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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