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Lehrerin äußert sich

„Psychoterror“: Junge Lehrerin rechnet mit ihren unfähigen Kollegen ab

Auf die Frage, was ihnen an ihrer Schule nicht gefällt, nennen die meisten Schüler ihre Lehrkräfte. Eine junge Lehrerin weiß, woran das liegen könnte.

Ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen an deutschen Schulen beschreibt sich als psychisch belastet. Ebenso viele (20 Prozent) geben ein geringes schulisches Wohlbefinden an. Zu diesen „alarmierenden“ Ergebnissen kommt das Schulbarometer, eine repräsentative Umfrage der Robert Bosch Stiftung, die sich zum ersten Mal mit Schülerinnen und Schülern befasst hat.

Normalerweise befragt das Schulbarometer Lehrkräfte und Schulleitungen. Bereits im April 2024 kam dabei heraus, dass 47 Prozent aller Lehrkräfte in Deutschland an der eigenen Schule psychische oder physische Gewalt unter Schülern und Schülerinnen beobachten. Ella Paravyan, eine Lehrerin aus Berlin, sagte BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA damals: „Diese Gewalt ist nichts gegen die Gewalt, die von Lehrern und Lehrerinnen ausgeht.“

Viele Lehrkräfte würden Ängste ihrer Schützlinge nicht ernst nehmen. „Einige Lehrer lieben es, Kinder zu gaslighten*“, sagte die 26-Jährige, die bereits an fünf Schulen tätig war. Sie werde nie vergessen, wie ihr einer ihrer ehemaligen Schüler verzweifelt auf Social Media geschrieben habe, weil ihm seine neue Lehrerin gesagt habe: „‚Frau Paravyan ist weg, die interessiert sich jetzt nicht mehr für dich.‘ Das ist doch Psychoterror.“

*Gaslighting: Wenn Menschen andere Personen so manipulieren, dass sie an ihrer Wahrnehmung der Realität zweifeln.

Gewalt an Schulen geht nicht nur von den Schülern und Schülerinnen aus. (Symbolbild)

Schulbarometer fragt emotionale und kognitive Unterstützung von Lehrkräften ab

Annedore Prengel, Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Potsdam und Frankfurt wertet seit über 20 Jahren Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern aus. Laut ihr sind 75 Prozent der Interaktionen anerkennend oder neutral, 20 Prozent verletzend und fünf Prozent sehr verletzend. „Gravierend“, sagt Prengel BuzzFeed News Deutschland.

Wie verletzend sich Lehrkräfte ihren Schützlingen gegenüber verhalten, wurde im Schulbarometer nicht abgefragt. Aber die emotionale und kognitive Unterstützung von Lehrkräften. Die Ergebnisse bestätigen Paravyans Wahrnehmung. Auf die Frage, was Schülern an ihrer Schule nicht gut gefällt, nennen die Befragten am häufigsten Lehrkräfte beziehungsweise deren Umgang mit ihnen (siehe unten). 14 Prozent der Befragten geben an, dass sie von keinen oder wenigen Lehrkräften gemocht werden, neun Prozent sagen, keine Lehrkraft wäre freundlich zu ihnen.

Lehrkräfte und deren Umgang mit den Schülern und Schülerinnen landen im Negativ-Ranking ganz oben.

Lehrerin berichtet von „völliger Überforderung“ der Schüler

Ein Drittel der Schüler gibt laut Schulbarometer an, dass sich keine oder wenige Lehrkräfte um sie kümmern oder ihnen Mut machen, wenn sie eine Aufgabe schwierig finden. 41 Prozent der Schüler sagen, dass keine oder nur wenige ihrer Lehrkräfte genau nachfragen, was sie bereits verstanden haben und was noch nicht. Ein Grund, warum Lehrerinnen wie Theresa Wolf versuchen, Jugendliche auf TikTok zu erreichen. Auch Paravyan geht auf TikTok gegen Vorurteile auf dem Schulhof vor.

Lehrkräfte stempelten Schüler als schlecht ab und hielten dieses Bild über Jahre hinweg aufrecht, sagte sie BuzzFeed News Deutschland. „Für die Kids bedeutet das völlige Überforderung, weil sie es aus diesem Muster nicht mehr herausschaffen.“ Sie habe es oft erlebt, dass sich neue Lehrkräfte im Lehrerzimmer umhören, welche Noten der oder die Schülerin vergangenes Jahr gehabt habe und diese einfach übernehmen. Laut ihr auch eine Form von psychischer Gewalt.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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