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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Nächste Wetter-Wende steht bevor – in Kürze braut sich etwas zusammen
27 Grad, Sonne pur und dann der Knall: am Samstagnachmittag und Sonntag wird die Lage im Westen Deutschlands richtig brisant. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Was für ein Start ins lange Wochenende! Ein kräftiges Omegahoch parkt über Mitteleuropa und beschert Deutschland am Freitag (1. Mai) und Samstagvormittag (2. Mai) pures Frühsommer-Wetter. Die Sonne knallt vom blauen Himmel, kaum ein Lüftchen regt sich, und das Thermometer klettert verbreitet auf 22 bis 27 Grad.
Sturzflutgefahr ab Samstagnachmittag (2. Mai) im Westen: Dort ziehen Gewitter auf und die kommen nur sehr langsam von Ort und Stelle! Ganz eng begrenzt kann es zu Überschwemmungen kommen.
Eiscafé, Biergarten, erstes Freibad – das ganze Programm. Doch wer am Samstagnachmittag noch entspannt im Liegestuhl döst, sollte spätestens jetzt einen Blick gen Westen werfen. Denn dort braut sich was zusammen.
Darum wird es am Samstagnachmittag und Sonntag brisant
Aus Frankreich schiebt sich eine Gewitterfront heran – und genau hier liegt der Hund begraben. Die Höhenströmung ist nämlich extrem schwach. Was bedeutet das? Ganz einfach: Den Gewitterzellen fehlt der Schubs von oben. Sie ziehen nicht zügig durch wie sonst, sondern bleiben quasi auf der Stelle stehen.
Eine Stunde, manchmal länger, hängt so eine Zelle über demselben Ort. Und in dieser Zeit kübelt es ohne Pause. 40, 60, lokal sogar 80 Liter pro Quadratmeter sind drin – Wassermengen, die sonst in einem ganzen Monat fallen. Dazu Hagel und Sturmböen.
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Sturzflut-Gefahr – obwohl die Böden knochentrocken sind
Jetzt wird‘s interessant. Eigentlich braucht eine Sturzflut nasse, gesättigte Böden. Davon kann nach Wochen Sonne keine Rede sein. Trotzdem warnen Meteorologen – und das aus gutem Grund. Knochentrockene, verbackene Erde ist nämlich wie versiegelt. Das Wasser läuft einfach darüber weg, ähnlich wie auf einer Betonplatte. Hydrophobie-Effekt nennen Fachleute das. In Städten kommt die überforderte Kanalisation dazu.
Das Ergebnis: Straßen werden binnen Minuten zu Bächen, Unterführungen laufen voll, Keller saufen ab. Wer am Sonntag im Westen unterwegs ist, sollte das auf dem Schirm haben. Mit der Front kommt die Abkühlung. Die Temperaturen rauschen auf 16 bis 20 Grad zurück. Frühsommer adé.