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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Sommer-Prognose 2026: Wettermodell sieht Hitzesignal für Europa – was auf Deutschland zukommt
Die neue Prognose deutet einen markant warmen Sommer 2026 an. Besonders Südosteuropa sticht hervor, doch auch Deutschland könnte schwitzen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die aktuellen saisonalen Berechnungen des ECMWF lassen für den meteorologischen Sommer 2026 aufhorchen. Für den Zeitraum Juni bis August zeigt das europäische Vorhersagesystem ein auffälliges Temperatursignal: In weiten Teilen Europas liegen die Wahrscheinlichkeiten für überdurchschnittliche Temperaturen erhöht. Besonders deutlich fällt dieses Signal über Südosteuropa aus, wo die Modellläufe eine robuste Tendenz zu einem sehr warmen Sommer erkennen lassen. Auch für Vatertag existieren zwei Wetterszenarien.
Auch für Mitteleuropa, und damit für Deutschland, zeigt die Prognose in Richtung eines zu warmen Sommers. Entscheidend ist dabei: Es handelt sich nicht um eine Vorhersage einzelner Hitzewellen oder konkreter Wetterlagen, sondern um eine Einschätzung des gesamten Dreimonatsmittels. Trotzdem ist das Signal bemerkenswert, weil saisonale Modelle bei der Temperatur häufig belastbarer sind als beim Niederschlag.
Regen im Sommer 2026: Warum die Niederschlagsprognose so unsicher ist
Beim Regen fällt die Aussage deutlich vorsichtiger aus. Während die Temperaturprognose über Europa vergleichsweise einheitlich nach oben zeigt, sind die Niederschlagssignale wesentlich uneinheitlicher. Für den Osten Europas deutet sich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für unterdurchschnittliche Regenmengen an. Für Deutschland ist das Bild weniger klar. Einzelne Regionen könnten längere trockene Abschnitte erleben, gleichzeitig bleiben Gewitterlagen im Sommer jederzeit möglich.
Gerade bei lokalen Starkregenereignissen stoßen saisonale Prognosen an ihre Grenzen. Ein Sommer kann im Mittel zu trocken ausfallen und dennoch regional durch einzelne Gewittertage hohe Regenmengen bringen. Deshalb wäre es unseriös, schon jetzt von einem flächendeckenden Dürresommer zu sprechen.
In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene
Hitzewellen im Sommer 2026: Was die aktuelle Wetterprognose zeigt
Für Deutschland lautet die meteorologische Einordnung: Die Chancen auf einen überdurchschnittlich warmen Sommer 2026 stehen nach aktuellem Stand erhöht. Das bedeutet nicht automatisch drei Monate Dauerhitze, wohl aber eine größere Wahrscheinlichkeit für häufigere warme bis heiße Phasen. Ob daraus ein extremer Sommer mit längeren Hitzewellen wird, hängt von der konkreten Großwetterlage im Juni, Juli und August ab.
Besonders entscheidend werden Hochdrucklagen, Bodenfeuchte und mögliche blockierende Wetterstrukturen sein. Bleibt der Luftdruck über Nord- und Osteuropa wiederholt erhöht, könnten trockene und warme Luftmassen länger verweilen. Die kommenden Modellläufe werden zeigen, ob sich dieses Signal weiter verstärkt oder abschwächt. Auch zu Pfingsten haben die Wettermodelle bereits Prognosen ausgespuckt.