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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Deutschland vor dem Eiszeit-Schock? Immer mehr Wetter-Signale prognostizieren brutale Kälte
Droht uns im Februar extremer Winter? Wettermodelle zeigen massive Kältesignale, die Europa mit Frost, Schnee und Dauerlage treffen könnten. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Ein mächtiges Hochdruckgebiet über Russland, von Meteorologen oft als Russlandhoch bezeichnet, spielt in diesem Szenario die Hauptrolle. Solche Hochs sind bekannt dafür, kalte, kontinentale Luftmassen anzusaugen und über weite Strecken nach Westen zu transportieren. Bleibt dieses Hoch stabil, wirkt es wie ein Bollwerk gegen milde Atlantikluft. Statt feuchter Westwetterlagen strömt trockene, extrem kalte Luft nach Mitteleuropa.
Nach aktuellen Berechnungen könnten die Nächte verbreitet zweistellige Minusgrade bringen, lokal sogar Werte nahe minus 20 Grad. Auch tagsüber würde sich die Kälte halten, Dauerfrost wäre in vielen Regionen möglich. Besonders tückisch ist die Länge solcher Lagen, denn sie können sich über Wochen festsetzen und Infrastruktur, Natur und Alltag stark belasten.
Der Polarwirbel mischt kräftig mit: Deutschland droht erneutes Bibber-Wetter
Doch nicht nur das Hoch selbst ist entscheidend. Auch der Polarwirbel rückt in den Fokus. Schwächt sich dieser über der Arktis ab oder wird gestört, können Kaltluftausbrüche weit nach Süden vorstoßen. Hinweise darauf mehren sich in den oberen Atmosphärenschichten. Ein angeschlagener Polarwirbel begünstigt blockierende Hochdrucklagen und verstärkt deren Wirkung.
Die Kälte kann sich dadurch regelrecht aufstauen und immer wieder nach Mitteleuropa nachfließen. Schnee wäre dabei kein Dauerthema, könnte aber zwischendurch auftreten, etwa wenn kleine Tiefs an der Kaltluftgrenze entlangziehen und feuchte Luft einschaufeln.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Sollte sich dieses Zusammenspiel aus hartnäckigem Russlandhoch und gestörtem Polarwirbel bestätigen, stünde uns ein außergewöhnlicher Februar bevor. Meteorologisch wäre das eine klassische Ostlage mit Seltenheitswert. Solche Phasen prägen sich ins kollektive Gedächtnis ein, weil sie extreme Kälte, klare Nächte und eine fast erstarrte Landschaft bringen. Ob es tatsächlich so kommt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Klar ist jedoch, die Signale sind stärker als in vielen Wintern zuvor, und das macht diesen Februar zu einem echten Zittermonat.