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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Horrorkälte aus dem Osten rollt an: Deutschland droht wochenlanges Winter-Wetter mit zweistelligen Minusgraden

Eine Ostlage bringt ab Mittwoch (21. Januar) eisige Luft. Manche Modelle deuten eine Kältewelle bis weit in den Februar an. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm - Von einer Ostlage sprechen Meteorologen, wenn sich ein kräftiges Hoch über Nordosteuropa etabliert und die Strömung bodennah wie in der Höhe aus östlichen Richtungen kommt. Diese Luftmassen stammen im Winter häufig aus Russland oder Westsibirien, sind sehr trocken und extrem kalt.

In einer Woche strömt am Freitag (23. Januar) eisige Luft aus Osteuropa ungehindert nach Deutschland.

Wolken fehlen oft, wodurch sich die Nächte stark auskühlen. Tagsüber bleibt die Sonne zwar sichtbar, kann die Kälte aber kaum lindern. Typisch ist ein langsames Vorrücken der Kaltluft von Nordosten nach Südwesten, genau das zeigen die aktuellen Modellläufe.

Winter-Wetter schlägt zurück: Warum der Ostwind gefährlich ist

Mit der Ostlage setzt oft ein anhaltender Ostwind ein, der die gefühlte Temperatur drastisch senkt. Der sogenannte Windchill-Effekt sorgt dafür, dass minus zehn Grad schnell wie minus zwanzig wirken. Ungeschützte Haut kühlt dann in Minuten aus, Erfrierungen an Fingern, Zehen und im Gesicht werden wahrscheinlicher. Besonders riskant sind lange Aufenthalte im Freien, körperliche Erschöpfung und feuchte Kleidung.

Auch Infrastruktur leidet unter dem Wetter: Leitungen frieren ein, Böden härten aus, und der Energiebedarf steigt deutlich. Gesundheitsdienste raten zu Pausen, Schutzcreme und mehreren Kleidungsschichten. Besonders Kinder und ältere Menschen sind betroffen. Vermehrt.

Kältewelle mit offenem Ende

Die Modelle deuten darauf hin, dass die Kältewelle nicht schnell abzieht und bis in den Februar hinein anhalten könnte. Immer neue Schübe eisiger Luft könnten über Deutschland hinwegziehen und sich bis nach Frankreich und Spanien ausbreiten. Zunächst bleibt es vielerorts trocken, Schnee fehlt, was die nächtliche Abkühlung weiter verstärkt. Später kann sich das Muster ändern, wenn Tiefs an den Rändern der Kaltluft entlanglaufen. Dann sind auch Schneefälle möglich, teils pulvrig trocken, teils verwehend durch den Ostwind.

Ob und wann eine Milderung einsetzt, hängt von der Stabilität des Hochs ab. Solange es hält, bleibt die Ostlage dominant. Für Bevölkerung und Behörden bedeutet das erhöhte Aufmerksamkeit, Schutz vor Erfrierungen und eine sorgfältige Planung. Autofahrer sollten mit glatten Straßen rechnen, auch ohne Neuschnee. Landwirtschaft und Gewässer reagieren empfindlich, während klare Nächte Rekorde begünstigen.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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