Wann wird es wieder warm? Laut Modellen könnte es schon an Pfingsten wieder heiß werden – bis zu 30 Grad. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die ehrliche Antwort: Mindestens fünf Tage müssen wir noch durch. In der Nacht auf Dienstag (12. Mai) erwischte uns die kälteste Phase mit Höchstwerten zwischen 6 und 11 Grad , bei Dauerregen ging es regional sogar auf einstellige Werte runter. Klarte es nachts auf, drohte in geschützten Tallagen verbreitet Bodenfrost.
Die GFS-Prognose für Pfingstmontag (25. Mai) zeigt sommerliche Höchstwerte in Deutschland.
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An Christi Himmelfahrt bleibt es zäh: 10 bis 14 Grad, schauerartiger Regen, lebhafter Wind aus Nordwest. Wer am Vatertag mit dem Bollerwagen los will, packt besser Regenjacke und Mütze ein . Erst am Freitag dreht der Wind, das Hoch baut sich langsam auf. Über das Wochenende klettern die Werte zaghaft auf 15 bis 19 Grad, lokal an die 21 Grad. Ab Mitte nächster Woche ist der arktische Spuk endgültig vorbei.
Chancen für Sommer-Wetter zu Pfingsten stehen gut: Werden es 30 Grad? Jetzt zur eigentlichen Sensation. Die aktuellen Kontrollläufe des europäischen Wettermodells liefern ein Signal, wie ich es lange nicht gesehen habe: Rund 70 Prozent aller Cluster setzen auf ein Blockadehoch über Mittel- oder Nordeuropa. Genau jene Konstellation, die uns warme bis heiße Luft aus Südwest rüberholt.
Nur das verbleibende Drittel rechnet mit einem Grönlandhoch, was die Kaltluft nach Süden lenken würde. Auch das amerikanische CFSv2-Modell der NOAA stützt den warmen Trend mit einer Temperaturanomalie von 2 bis 3 Grad über dem Mittel. So eindeutig ist die Modellwelt selten – und nach den letzten frostigen Jahren wäre das mal eine kleine Wiedergutmachung.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören Bauernregeln sind alte Volkstweisheiten, die meist in Reimform Ratschläge für die Landwirtschaft und Wettervorhersagen enthalten. Sie basieren auf langjährigen Naturbeobachtungen von Landwirten und wurden über Generationen weitergegeben. Wissenschaftlich sind die Regeln jedoch unzuverlässig und gelten eher als kulturelles Erbe denn als exakte Prognose. © Michael Bihlmayer/IMAGO/Symbolbild 1. „Rote Abendwolken – gutes Wetter morgen folgen sollen.“
Bedeutung: Zieht der Himmel abends rot an, kann man beruhigt schlafen gehen – der nächste Tag wird schön. Hinter der Regel steckt Physik: Rotes Abendlicht entsteht, wenn trockene Luft aus dem Westen naht. © Christian Charisius/dpa/Symbolbild Seit Jahrhunderten verlassen sich Seefahrer und Bauern auf diese Regel – und die Meteorologie gibt ihnen in vielen Fällen Recht. Der Deutsche Wetterdienst bestätigt: Viele Bauernregeln „basieren auf langjährigen Wetterbeobachtungen und haben damit oft einen wahren Kern.“ Allerdings gilt die Regel vor allem in Mitteleuropa, wo Wetter meist von West nach Ost zieht – an Küsten oder in Gebirgsregionen kann sie in die Irre führen. © Patrick Seeger/dpa/Symbolbild 2. „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich‘s Wetter oder bleibt wie‘s ist.“
Diese Bauernregel ist ein Klassiker – und das mit Absicht. Sie macht sich selbst über den Aberglauben lustig: Egal was passiert, sie stimmt immer. © Harald Tittel/dpa/picture alliance/Symbolbild Ein Hahn im Gehege kräht eine Hand an, in der sich Futter befindet. Bauernregeln spiegeln meteorologische Wahrscheinlichkeiten wider – diese hier allerdings ist die Ausnahme: Sie ist bewusst humorvoll gemeint. © Harald Tittel/dpa/picture alliance/Symbolbild Eine Magnolie blüht in Leipzig, im Hintergrund ziehen Gewitterwolken auf. 3. „April, April, der macht, was er will.“
Kein Monat ist so unberechenbar wie der April – Schnee, Sonne und Regen können innerhalb eines Tages aufeinanderfolgen. © Sebastian Willnow/dpa/picture alliance/Symbolbild Osterglocken mit Schneekristallen. Meteorologisch liegt das an der Übergangslage im Frühling: Kalte Polarluft und warme Südluft treffen aufeinander und sorgen für ein Wetter-Wirrwarr. © Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance/Symbolbild Winterwetter in Mecklenburg-Vorpommern: Sonne geht morgens auf und färbt Himmel rot. 4. „Morgenrot – schlechtes Wetter droht.“
Ein roter Morgenhimmel ist zwar ein Augenschmaus, aber ein Warnsignal – er zeigt an, dass feuchte Luft aus dem Osten naht und Regen bringen kann. © Jens Büttner/dpa/picture alliance/Symbolbild Sonnenaufgang im Nationalpark Unteres Odertal. Die Regel hat nachweislich einen meteorologischen Kern: Rotes Morgenlicht entsteht, wenn Sonnenstrahlen durch feuchte, staubbeladene Luft brechen – ein Zeichen aufziehender Tiefdruckgebiete. © Patrick Pleul/dpa/picture alliance/Symbolbild Zugvögel sammeln sich auf Stromleitungen. 5. „Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wird‘s Regen geben.“
Die Schwalben folgen nicht dem Wetter – sie folgen dem Essen. Bei sinkendem Luftdruck bleibt das Luftplankton in Bodennähe, die Schwalben jagen ihnen hinterher. © Thomas Warnack/dpa/picture alliance/Symbolbild Zwei Rauchschwalben (Hirundo rustica), die auch Hausschwalben oder Gabelschwalben genannt werden, sind auf einer Telefonleitung zu sehen. Der Deutsche Wetterdienst bestätigt den wahren Kern dieser Regel: Bei stabiler Hochdrucklage steigen warme Luftmassen auf – und mit ihnen die Insekten. Schwalben fliegen hoch, das Wetter bleibt schön. Allerdings fliegen Schwalben auch beispielsweise früh morgens tief, wenn es noch keine Thermik gibt – ganz unabhängig vom Wetter. © Patrick Pleul/dpa/picture alliance/Symbolbild Ein Siebenschläfer läuft im Barbarastollen, 2016. 6. „Regnet‘s an Sieben Schläfer (27. Juni), regnet‘s sieben Wochen.“
Um Ende Juni stabilisiert sich häufig die Großwetterlage, die den weiteren Sommer prägt – daher hat der Siebenschläfertag unter allen Lostagen im Bauernkalender eine besondere Stellung. © Patrick Seeger/dpa/picture alliance/Symbolbild Wechselhaftes Wetter am Siebenschläfertag in Brandenburg Der Name geht auf eine christliche Legende zurück: Sieben Märtyrer aus Ephesus sollen rund 200 Jahre in einer Höhle geschlafen haben. Ihr symbolisches Erwachen prägt bis heute diesen besonderen Wettertag. Zu beachten: Durch die gregorianische Kalenderreform fällt der historisch korrekte Termin eigentlich auf den 7. Juli – und die Trefferquote ist in Süddeutschland deutlich höher als im Norden. © Ralf Hirschberger/dpa/picture alliance/Symbolbild Winterwetter in den USA. Menschen schippen Schnee und gehen auf der Straße. 7. „Viel Schnee im Winter – gutes Jahr für den Bauern.“
Schnee wirkt wie eine schützende Decke: Er hält die Kälte vom Boden fern, schützt Wintergetreide vor Frost und liefert im Frühjahr wertvolles Schmelzwasser. © Sophie Park/AP/dpa/Symbolbild Schnee liegt hoch auf Autos in einer Straße in New York. Ein heftiger Schneesturm zieht über den Nordosten der USA hinweg, 23. Februar 2026. Für Generationen von Bauern war ein schneereicher Winter kein Fluch, sondern ein Segen – er versprach Bodenfeuchtigkeit und eine gute Ernte im Frühling. In Zeiten des Klimawandels gerät diese Regel jedoch zunehmend ins Wanken: Schneearme Winter werden häufiger, die Landwirtschaft muss sich neu anpassen. © Christina Horsten/dpa/Symbolbild Frühjahrsarbeiten in der Landwirtschaft, Traktor fährt über Feld und Staub wird aufgewirbelt. 8. „Märzenstaub bringt Gras und Laub.“
Trockene Märztage galten als Zeichen für einen fruchtbaren Frühling – wer im März Staub aufwirbeln sah, freute sich auf eine gute Saison. © Jens Büttner/dpa/Symbolbild Ein Landwirt überprüft die trockene Erde auf seinem Feld. Trockenes Märzwetter bedeutet, dass der Boden auftaut und sich erwärmt – ideale Bedingungen für ein kräftiges Pflanzenwachstum. Diese Beobachtung machten Landwirte über viele Generationen hinweg. Ob daraus jedoch wirklich ein guter Frühling folgt, hängt von vielen weiteren Faktoren ab – die Regel ist eher ein Hoffnungszeichen als eine verlässliche Prognose. © Armin Weigel/dpa/Symbolbild Ordensangehoerige beim Tag des gottgeweihten Lebens, Mariae Lichtmess, im Dom Augsburg (Foto vom 02.02.19). 9. „Wie‘s Wetter an Mariä Lichtmess (2. Februar), so bleibt‘s noch sechs Wochen.“
Das Fest Mariä Lichtmess stammt aus dem 6. Jahrhundert und ist dem Andenken an die Erscheinung der Maria im Tempel gewidmet. Lichtmess ist auch einer der ältesten Lostage des Bauernkalenders – am 2. Februar wurden nicht nur Kerzen geweiht, sondern auch das Wetter genau beobachtet. Was dieser Tag brachte, galt als Vorzeichen für den restlichen Winter. © Annette Zoepf/epd/IMAGO/Symbolbild Ein Mann zieht am 01.02.2003 in Murnau (Bayern) einen zum Teil entnadelten Christbaum durch den Schnee. Traditionell werden in Bayern zu Mariä-Lichtmeß (2. Februar) die Christbäume aus den Häusern entfernt und die Kerzen für das neue Kirchenjahr geweiht. Das Fest stammt aus dem 6. Jahrhundert und ist dem Andenken an die Erscheinung der Maria im Tempel gewidmet. Traditionell werden in Bayern zu Mariä Lichtmess auch die Christbäume aus den Häusern entfernt. Winterwetterlagen im Februar sind oft stabil und halten tatsächlich noch Wochen an – das ist die Beobachtung, auf der diese jahrhundertealte Regel basiert. Meteorologen weisen jedoch darauf hin, dass stabile Wetterlagen im Februar zwar häufig, aber keineswegs garantiert sind. © Matthias Schrader/dpa/Symbolbild Kräftiger Regen auf einer Straße, auf der ein Auto fährt. 10. „Donnert‘s im März, gibt‘s Frost im Mai.“
Gewitterdonner im März gilt als Zeichen für eine instabile Wetterlage – und die kann sich bis in den Mai hineinziehen und noch Spätfröste bringen. © Bernd März/IMAGO/Symbolbild Eine Wetterfront hängt über einem Feld. Für Obstbauern ist diese Regel von besonderer Bedeutung: Spätfröste im Mai können die gesamte Blüte vernichten – eine Katastrophe für die Ernte. Die Erfahrung vieler Generationen steckt in diesem Spruch. Einen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen Märzgewitter und Maifrost gibt es meteorologisch jedoch nicht – beide Phänomene treten in manchen Jahren schlicht zusammen auf. © Bernd März/IMAGO/Symbolbild Goldener Oktober, gefärbte Blätter vor einem See. 11. „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein strenger Winter drein.“
Ein goldener Oktober weckte bei Bauern früherer Generationen keine Freude, sondern Vorsicht – denn die Erfahrung lehrte: Nach einem milden Herbst folgte oft ein harter Winter. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild Herbst in Köln. Die Regel spiegelt das bäuerliche Gespür für Ausgleich in der Natur wider – was der Herbst zu viel gab, sollte der Winter zurückfordern. Meteorologisch ist dieser Zusammenhang jedoch nicht belegt: Ein warmer Oktober lässt keine verlässliche Aussage über den kommenden Winter zu. © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild Alter Bauernkalender von 1981. 12. „Wenn‘s an Petri (29. Juni) regnet, regnet‘s 40 Tage.“
Der 29. Juni ist im kirchlichen Kalender das Fest der Heiligen Peter und Paul (auch Petritag genannt). Es ist ein bedeutender Gedenktag zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus. Der Petritag gilt auch als einer der wichtigsten Lostage im Bauernkalender – was er bringt, soll den ganzen Hochsommer prägen. Die Zahl 40 steht in der Volksüberlieferung symbolisch für eine lange, unbestimmte Zeit. © Michael Bihlmayer/IMAGO/Symbolbild Eine Möwe sitzt auf der Statue des Heiligen Petrus auf dem Petersplatz in Rom. Im Sommer neigen Wetterlagen zur Beständigkeit – ist eine Regenperiode erst einmal eingesetzt, hält sie häufig länger an. Diese Beobachtung liegt der Regel zugrunde. Genau 40 Tage Regen sind freilich nicht zu erwarten – die Zahl ist biblisch geprägt und nicht wörtlich zu nehmen. © dpa/Symbolbild Genau diese Frage trudelt seit dem Wochenende dutzendfach in meiner Mailbox ein. Mein klares Wort: Wahrscheinlich nicht flächendeckend, aber im Süden oder Osten Deutschlands wäre die magische Marke knackbar. Der ECMWF-Hauptlauf sieht für die Pfingsttage Werte zwischen 23 und 27 Grad, örtlich bis 29 Grad. Einzelne Ensemble-Mitglieder gehen sogar darüber hinaus.
Setzt sich das Hoch wie aktuell berechnet durch, reden wir über Hochsommer in Reinkultur, und das zwei Wochen vor dem astronomischen Sommerbeginn. Ein Restrisiko bleibt: Schiebt sich ein Höhentief ins Hoch, kann das Pfingstwochenende lokal verregnen . Ich aktualisiere täglich – bleiben Sie dran, das wird spannend.