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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Polarwirbel im März: Seriöse Wettermodelle liefern deutliche Prognose zu möglichem Winterrückfall
Nach kurzer Abkühlung übernimmt wieder der Frühling. Selbst mögliche Polarwirbel-Effekte spielen aber praktisch keine Rolle. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Wenn Meteorologen von Ensembles sprechen, sind damit viele parallele Modellläufe gemeint, bei denen Anfangsdaten leicht variiert werden. So erkennt man, wie stabil eine Prognose ist. Stimmen die meisten Rechnungen überein, gilt die Entwicklung als gut abgesichert. Genau das ist derzeit zu beobachten: Die überwältigende Mehrheit der Ensembleläufe zeigt bis mindestens Mitte März (15. März) eine anhaltend milde Witterung.
Einzelne Ausreißer simulieren zwar kurzfristig kühlere Phasen, doch ein markanter Kälterückfall taucht praktisch nicht auf. Die Wahrscheinlichkeit für einen deutlichen Wintereinbruch liegt nur im Bereich von etwa fünf bis zehn Prozent. Damit ist die Entwicklung ungewöhnlich eindeutig – die Großwetterlage zeigt sich über viele Tage hinweg festgelegt.
Ensembles zeigen eine außergewöhnlich klare Entwicklung: Polarwirbel derzeit ohne Einfluss
Immer wieder wird diskutiert, ob der Polarwirbel noch einmal Einfluss auf das Wetter in Europa nehmen könnte. In den seriösen Wettermodellen spielt dieses Szenario aktuell jedoch praktisch keine Rolle. Zwar wird vereinzelt darüber spekuliert, ob Störungen in der Stratosphäre später noch Wirkung zeigen könnten, doch in den realen Modellrechnungen ist davon nichts zu erkennen.
Weder großräumige Umstellungen der Zirkulation noch typische Signale eines Kaltluftvorstoßes tauchen in den Ensembleprognosen auf. Die Strömung bleibt insgesamt zonal bis schwach ausgeprägt, während Mitteleuropa unter Hochdruckeinfluss steht. Damit ist der Polarwirbel zwar meteorologisch interessant, für das konkrete Wettergeschehen in den nächsten zwei Wochen aber faktisch ohne Bedeutung.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Ursache der anhaltenden Mildphase ist eine ausgeprägte Hochdruckzone über weiten Teilen Europas. Sie blockiert Tiefdruckgebiete und verhindert größere Wetterwechsel. Absinkende Luft sorgt dabei für trockene Bedingungen und häufig ruhiges Wetter. Gerade im März sind normalerweise rasche Wechsel typisch, doch aktuell zeigt sich eine ungewöhnlich festgefahrene Lage.