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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter-Wahnsinn Ende Februar zeigt Entwicklung, die Klimaforscher schon lange beobachten

Immer öfter fühlt sich der Winter wie Frühling an. Milde Luft dominiert viele Wochen. Doch tatsächlich erwärmen sich Winter deutlich schneller als Sommer – mit spürbaren Folgen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Die aktuellen milden Tage Ende Februar zeigen eine Entwicklung, die Klimaforscher schon lange beobachten: Die Winter erwärmen sich deutlich schneller als die Sommer. Während heiße Sommer sofort auffallen, verläuft die Veränderung im Winter oft unauffälliger. Statt längerer Frostperioden dominieren immer häufiger milde West- oder Südwestlagen mit Temperaturen deutlich über dem Durchschnitt.

Die letzte Februarwoche wird recht warm ausfallen. Das sind die Höchstwerte am Donnerstag (26. Februar).

Besonders in den Tieflagen bleibt Schnee inzwischen oft nur noch kurz liegen oder fällt gar nicht mehr. Insgesamt steigen die Wintertemperaturen in Deutschland seit Jahrzehnten spürbar an, wodurch klassische Kältephasen seltener werden.

Frühlingswetter flutet Deutschland im Februar: Warum der Winter besonders betroffen ist

Ein wichtiger Grund liegt in der veränderten Zirkulation der Atmosphäre über dem Atlantik und Europa. Milde Luftmassen aus südwestlichen Richtungen erreichen Mitteleuropa heute häufiger oder halten länger an als früher. Gleichzeitig werden stabile Hochdrucklagen mit Frost seltener oder kürzer.

Schon wenige Tage mit sehr milder Luft reichen aus, um Monatsmittel deutlich anzuheben. Gerade im Spätwinter können solche Warmphasen besonders stark ausfallen, weil die Sonne bereits mehr Kraft hat und milde Luft schnell ungewöhnlich hohe Temperaturen ermöglicht.

Was das langfristig bedeutet

Die schnellere Erwärmung der Winter verändert das Klima spürbar. Frosttage gehen zurück, Vegetationsperioden beginnen früher und Vorfrühlingsphasen treten häufiger auf. Gleichzeitig bleibt die Gefahr von späten Kälteeinbrüchen bestehen, was Pflanzen besonders anfällig macht. Auch Schneefälle in tiefen Lagen werden immer seltener. Einzelne kalte Winter sind zwar weiterhin möglich, doch langfristig zeigt der Trend klar nach oben.

Milde Phasen mit Temperaturen deutlich über 10 Grad im Februar könnten deshalb in Zukunft weniger außergewöhnlich wirken als heute. Am kommenden Mittwoch (25. Februar), wird der wärmste Tag des bisherigen Jahres erwartet.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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