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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Pfingst-Hitze steht in den Startlöchern: Doch Wettermodelle sind sich in einem Punkt uneins
Pünktlich zu Pfingsten dreht der Sommer auf. Doch die großen Wettermodelle liegen in einem Punkt über Kreuz. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Nach Wochen mit Regen, Sturm und nasskalten Eisheiligen reicht es vielen. Jetzt kommt die Wende, und zwar eine kräftige. Ein Hoch schiebt sich über das Pfingstwochenende quer über Mitteleuropa und pumpt warme Luft aus Südwesten heran. Schon am Freitag, 22. Mai 2026, klettern die Werte vielerorts Richtung 28, 29 Grad, am Oberrhein geht noch etwas mehr.
Am Pfingstsonntag und am Montag wird dann an der 30-Grad-Marke gekratzt, im Westen und Osten sogar deutlich darüber. Dazu viel Sonne und kaum Wind, also bestes Freibadwetter. Die erste Hitze des Jahres steht vor der Tür, und sie kommt reichlich früh. Nach dem trüben Mai fühlt sich das fast wie Hochsommer an.
Hier streiten sich die Wettermodelle
Spannend wird es beim Blick auf die Spitzenwerte, denn da gehen die beiden wichtigsten Modelle der Welt getrennte Wege. Das amerikanische GFS prescht vor und malt für Südwestfrankreich glühende 36, 37 Grad an die Karte. So weit schwappt die Glutluft demnach bis kurz vor unsere Grenze. Das europäische ECMWF rechnet ebenfalls mit Sommer, tritt bei den Extremen aber merklich auf die Bremse.
Wer in den vergangenen Wochen mitgerechnet hat, weiß genau, was das bedeutet: Das GFS hat zuletzt mehrfach kräftig übertrieben. Für Deutschland heißt das unter dem Strich 32 bis 33 Grad, einzelne Berechnungen schielen sogar Richtung 35. Für die letzte Maiwoche ist selbst das schon ein dickes Brett.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Ganz ohne Risiko ist die Sache nicht. Am Pfingstsonntag könnte sich von Westen her eine kleine, aber kräftige Störung über die Mitte und den Süden schieben und dort heftige Schauer und Gewitter zünden. Wo genau es kracht, lässt sich heute noch nicht festnageln, die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei rund 40 Prozent.
Und der eigentliche Höhepunkt kommt erst nach den Feiertagen. Am Mittwoch danach sind 34, vielleicht sogar 35 Grad drin, dann wäre der erste Wüstentag des Jahres perfekt. Wer ein langes Wochenende plant, sollte den Himmel also trotzdem im Auge behalten. Ein Regenschirm im Gepäck schadet trotz Badehose nicht.