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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Gefährlichste Großwetterlage baut sich auf – Phänomen könnte in ein paar Wochen noch intensiver sein
Über Westeuropa baut sich ein Heatdome auf. Käme dieselbe Wetterlage im Hochsommer, wären Werte jenseits der 40 Grad möglich. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Ab dem Wochenende schiebt sich ein massiver Höhenrücken aus Nordwestafrika über die Iberische Halbinsel nach Frankreich und weitet sich anschließend nordostwärts aus. Ab Pfingsten kommt die erste Hitzewelle des Jahres auf Deutschland zu. Die Berechnungen des ECMWF zeigen, dass die Geopotenzialhöhen in 500 Hektopascal nahezu Rekordwerte für den Mai erreichen. Darunter sinkt die Luft großräumig ab, wird komprimiert und gewinnt zusätzlich an Wärme. Genauso funktioniert ein Heatdome.
Schon jetzt steigen die Werte in rund 1,5 Kilometern Höhe auf 18 bis 22 Grad. An der Oberfläche kommen auf der Iberischen Halbinsel Spitzen um 38 Grad heraus, in Südwestfrankreich werden 33 bis 36 Grad erwartet. Deutschland bekommt die ersten 30 Grad der Saison.
Wetterlage sorgt für Hitze im Mai: Im Juli könnte ein Heatdome 40 Grad bringen
Eine identische Druckverteilung würde im Hochsommer auf eine vollkommen andere Klimabasis treffen. Drei Faktoren würden die 2-Meter-Werte explodieren lassen. Erstens steht die Sonne im Juli und August deutlich höher, der Energieinput pro Quadratmeter ist massiv größer.
Zweitens sind die Böden nach Wochen ohne Regen meistens komplett ausgetrocknet, die kühlende Verdunstung fällt weg. Jede Sonnenstunde geht dann eins zu eins in die Aufheizung der Luft. Drittens ist die Temperatur in 850 Hektopascal in dieser Jahreszeit selbst ohne Anomalie schon deutlich höher als im Mai. Bei einer Anomalie von 12 bis 16 Kelvin über dem Mittel wäre die Höhenluft in einer Hochsommer-Variante kaum noch zu bändigen.
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Hitze-Wetter im Sommer 2026: 42 Grad in Frankreich, 41 in Deutschland möglich
In Zahlen übersetzt würde diese Wetterlage in der zweiten Julihälfte oder im August in Südwestfrankreich Werte zwischen 42 und 45 Grad bedeuten. Im Rhônetal sind Spitzen Richtung 46 Grad nicht ausgeschlossen, wie sie zuletzt 2019 gemessen wurden. Auch Deutschland käme nicht ungeschoren davon. Der Hundertjährige Kalender hingegen zeichnet ein anderes Bild für den Sommer
Die Modelle des amerikanischen Wetterdienstes NOAA und des europäischen ECMWF deuten an, dass bei vergleichbarer Lage in Köln, Frankfurt oder Berlin 39 bis 41 Grad realistisch wären. In Iberien wären Werte um 47 oder 48 Grad denkbar. Die aktuelle Hitzewelle bleibt deutlich darunter. Sie ist trotzdem ein Vorgeschmack darauf, was die Atmosphäre in diesem Sommer noch leisten kann. Ein Heatdome bleibt die gefährlichste Großwetterlage, die Westeuropa treffen kann.