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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Pfingstwetter wird heiß mit Gewittern: Uralte Bauernregel liefert erstaunlich klare Sommer-Prognose
Pfingsten 2026 bringt Sommerhitze und Gewitter. Was bedeutet das für die kommenden Wochen? Meteorologen horchen auf. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die Modelle des europäischen Wetterdienstes ECMWF zeigen es klar: Pfingsten 2026 wird ein heißes Vergnügen. Vom Pfingstsonntag (24. Mai) bis zum Pfingstmontag (25. Mai) klettern die Temperaturen vielerorts auf 25 bis 30 Grad, im Südwesten und entlang des Oberrheins sind sogar Spitzen um die 32 Grad möglich.
Reine Sonne gibt es allerdings nicht überall. Die feucht-warme Luft aus Südwesteuropa sorgt für eine zunehmend labile Schichtung, aus der sich am späten Nachmittag und Abend kräftige Wärmegewitter entladen können. Lokale Starkregenfälle, kleinkörniger Hagel und teils stürmische Böen sind dabei nicht ausgeschlossen. Ein klassisches Pfingstwetter, wie es im Buche steht.
Sommerhitze und Gewitter zur Pfingstzeit: Was die alte Bauernregel verrät
Genau für so eine Wetterlage haben unsere Vorfahren eine treffende Beobachtung parat: „Pfingsten warm und schön, lässt den Sommer gut gedeih’n.“ Eine zweite, fast vergessene Variante geht noch einen Schritt weiter: „Gewitter an Pfingsten verheißen einen fruchtbaren Sommer.“ Beide Regeln stammen aus Zeiten, in denen Bauern keine Wetterkarten hatten – sondern Jahrhunderte an gesammelter Erfahrung.
Statistisch gesehen folgt tatsächlich auf eine warme, gewittrige Pfingstphase überdurchschnittlich oft ein warmer Hochsommer. Der meteorologische Grund? Eine stabile südliche bis südwestliche Strömung zur Pfingstzeit ist häufig der Vorbote eines hochsommerlich geprägten Großwetterlagentyps - also genau dem, was sich Mitte Mai bereits jetzt deutlich andeutet. Die spannendsten Bauernregeln für Bayern lesen Sie hier.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Ein Blick in die Langfristmodelle bestätigt die alte Bauernweisheit verblüffend deutlich. Die saisonalen Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA (CFSv2) und des europäischen Copernicus-C3S-Systems sehen für Juni, Juli und August 2026 ein klares Übergewicht zu deutlich zu warmer Witterung – mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 81 Prozent für einen überdurchschnittlich heißen Sommer.
Auch die Wassertemperaturen im Mittelmeer und Nordatlantik liegen aktuell deutlich über dem langjährigen Mittel – ein zusätzlicher Hinweis auf eine sommerlich geprägte Großwetterlage. Damit zeigen Hightech-Modelle und alter Bauernspruch erstaunlicherweise in dieselbe Richtung. Wer also bei Hitze und Sommergewittern an Pfingsten ins Schwitzen kommt, sollte sich seelisch schon mal auf eine lange, heiße Saison einstellen. Eiscafé, Ventilator und Klimaanlage könnten 2026 zu den meistgenutzten Begriffen des Sommers werden. Ein altbekanntes Klimaphänomen könnte Sommer und Winter zudem völlig auf den Kopf stellen.