Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Das stärkste Frühlings-Hoch seit Jahren mit 1040 hPa: Sonne satt – doch fieser Haken trifft viele eiskalt
Es ist das stärkste Frühlings-Hoch seit Jahren: Riese Uli thront mit absurden 1040 Hektopascal über Island und diktiert uns das Wetter bis Mai. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Wer dieser Tage einen Blick auf die Bodendruckkarte wirft, reibt sich die Augen: Hoch Uli bringt es in seinem Kern auf über 1040 Hektopascal – solche Werte sieht man im April extrem selten. Das Druckgebilde sitzt fest bei Island und schiebt seinen Einfluss in einem weiten Bogen bis hinunter nach Südeuropa.
Deutschland liegt dabei exakt auf seiner Ostflanke, und genau das ist der entscheidende Punkt für die kommenden Tage – und auch der Grund, warum aus der vermeintlichen Frühlings-Traumwoche keine wird.
Sonne satt – und trotzdem kein T-Shirt-Wetter
Weil Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn drehen, strömt bei uns die Luft aus nordöstlicher Richtung heran. Ihre Herkunft ist nicht etwa der warme Mittelmeerraum, sondern die Region um Spitzbergen – kühl, extrem trocken und für die Jahreszeit deutlich zu kalt. Die Sonne scheint zwar von morgens bis abends fast ungehindert, die Temperaturen kommen tagsüber aber nur selten über die 20-Grad-Marke hinaus. Nachts wird es dann richtig frisch: Bodenfrost und stellenweise auch Luftfrost sind ein Thema, und das drei Wochen vor den Eisheiligen. Für Obstbauern, deren Bäume längst in voller Blüte stehen, ist das eine schlechte Nachricht. Wer bereits Kübelpflanzen ins Freie gestellt hat, sollte sie in den kommenden Nächten lieber noch einmal zurück ins Haus holen.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Die Wettermodelle zeichnen bis zum kommenden Wochenende ein ungewöhnlich eindeutiges Bild – in der Fachsprache: eine Blockierungslage. Die üblichen Atlantiktiefs werden komplett nach Norden abgedrängt und erreichen Mitteleuropa nicht mehr. Im Norden kann allerdings hartnäckiger Nordseestratus den Sonnenschein zeitweise trüben, ansonsten bleibt es trocken und freundlich. Für die Zeit danach rechnen die Modelle weiterhin mit dominantem Hochdruckeinfluss, möglicherweise in Form eines klassischen Omegahochs zwischen Britischen Inseln und Skandinavien. Wer daraus aber einen Durchbruch des Frühsommers ableitet, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit daneben. Und der Mai könnte es wettertechnisch richtig in sich haben.
Die unterschätzte Kehrseite
Während sich viele über den Dauersonnenschein freuen, wächst im Hintergrund das eigentliche Problem: Der April liegt bei der Niederschlagsbilanz bundesweit tief im Minus, erst rund die Hälfte der üblichen Monatsmenge ist gefallen und das nach einem zu trockenen März und Winter. Wer einen Garten hat, sollte die Gießkanne griffbereit halten – denn dieses Hoch mag ja hübsch aussehen, mit den Böden meint es Uli aber alles andere als gut.