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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Warnung vor nächster Kälte-Runde in Deutschland – Polarwirbel ist der Wetter-Gamechanger
Der Winter 2026 spielt verrückt: Experten warnen vor späten Kältephasen, während Modelle eine drastische Wetterwende andeuten. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die Frage, wie lange sich das winterliche Wetter 2026 noch halten kann, beschäftigt derzeit viele Menschen in Deutschland. Nach einem wechselhaften Saisonverlauf mit milden Westlagen im Westen und Süden und zahlreichen Kaltlufteinbrüchen im Osten und Norden richtet sich der Blick auf die aktuelle Großwetterlage über dem Nordatlantik.
Mehrere Modelle deuten auf eine zeitweise blockierte Zirkulation hin, bei der Hochdruckgebiete nördlich von Mitteleuropa entstehen könnten. Solche Konstellationen begünstigen trockene Kälte und klare Nächte, während atlantische Tiefs auf Abstand gehalten werden. Gleichzeitig zeigen Ensembleprognosen eine hohe Streuung, was bedeutet, dass selbst kleine Verschiebungen im Jetstream den Trend schnell wieder in Richtung Tauwetter kippen lassen können.
Winter-Prognose 2026: Polarwirbel als möglicher Gamechanger
Ein entscheidender Faktor bleibt der Polarwirbel in der Stratosphäre. Messungen zeigen aktuell keine extrem stabile Struktur, was die Wahrscheinlichkeit für meridionale Strömungsmuster erhöht. Sollte sich der Wirbel weiter abschwächen oder eine plötzliche Stratosphärenerwärmung einsetzen, könnte sich der Jetstream stärker aufschaukeln und kalte Luftmassen nach Mitteleuropa lenken. Historische Beispiele zeigen, dass solche Prozesse oft mit einer Verzögerung von ein bis drei Wochen Auswirkungen am Boden haben.
Dennoch warnen Meteorologen davor, einzelne Modellläufe zu überbewerten, denn die Kopplung zwischen Stratosphäre und Troposphäre verläuft nicht immer linear und kann regionale Unterschiede deutlich verstärken. Einige Langfristmodelle simulieren zudem eine erhöhte Wellenaktivität über dem Nordpol, was theoretisch die Bildung stabiler Hochdruckzonen über Nordeuropa unterstützen könnte.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Schnee ist trotz wechselhafter Wetterlage noch bis in den Februar und März 2026 möglich
Langfristige Klimatrends sorgen zusätzlich dafür, dass sich viele Winterphasen kürzer und weniger konstant anfühlen. Statistisch verschiebt sich der Schwerpunkt markanter Kälte immer stärker in den Hochwinter, während der Spätwinter häufiger von wechselhaften Übergangslagen geprägt ist. Für Deutschland bedeutet das jedoch nicht automatisch ein frühes Saisonende, denn blockierende Hochdruckbrücken können auch im Februar oder März noch Schnee und Frost bringen.
Entscheidend bleibt, wie sich Atlantiktiefs, skandinavische Hochs und kontinentale Luftmassen gegenseitig beeinflussen. Die kommenden Wochen versprechen daher eine spannende Mischung aus möglichen Kälterückfällen und milden Abschnitten, bei denen sich Winterfans ebenso gedulden müssen wie Frühlingsliebhaber. Gleichzeitig zeigen aktuelle Temperaturabweichungen über dem Atlantik, dass selbst kurze Warmphasen schnell wieder von kälteren Luftströmungen abgelöst werden können, wenn sich die Druckverteilung nur leicht verändert.