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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Polarwirbel-Chaos: Wetter-Modelle warnen vor historischem Kollaps – wochenlanger Eiswinter möglich

Neuste Wettermodelle zeigen eine gestörte arktische Zirkulation: Der Polarwirbel könnte im Februar zusammenbrechen und eine wochenlange Kälte- und Schneeperiode bescheren. Eine Wetter-Kolumne.

Der Februar steht wetterdynamisch zum Start an einem kritischen Punkt. In der Stratosphäre zeigen Analysen eine deutliche Erwärmung über der Arktis, ein klassisches Warnsignal für eine Destabilisierung des Polarwirbels. Diese Entwicklung kommt nicht überraschend, doch ihr Timing ist brisant. Während viele Winter bereits im Februar an Kraft verlieren, deutet sich diesmal das Gegenteil an.

Mitten im Februar könnte sich ein massiver Kaltluftvorstoß einstellen und das genau zum Beginn der Straßenfastnacht in Deutschland.

Die zonale Westströmung wird geschwächt, der Wirbel beginnt sich zu verformen und verliert an Geschlossenheit. Genau diese Phase gilt als besonders anfällig für massive Störungen. Für Mitteleuropa ist das ein klares Alarmsignal, Kälte ist im Anmarsch.

Konkrete Folgen für Deutschland in diesem Monat

Für Deutschland bedeutet die aktuelle Lage eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine markante Ost- bis Nordostlage noch im laufenden Februar. Kalte Kontinentalluft kann sich dadurch großflächig festsetzen. Besonders im Osten und Norden droht verbreiteter Dauerfrost, während auch der Westen zunehmend unter Druck gerät. Schneeereignisse hätten bei dieser Konstellation gute Chancen, länger liegen zu bleiben, da Milderungsversuche aus Westen blockiert würden.

Selbst tagsüber könnten die Temperaturen vielerorts unter dem Gefrierpunkt verharren. Nächtlicher strenger Frost, Glätte und gefrierender Nebel würden den winterlichen Charakter zusätzlich verschärfen. Entscheidend ist: Diese Entwicklung wäre keine kurze Episode, sondern könnte den gesamten Monatsverlauf dominieren. Ein heftiges Winter-Finale blüht.

Deutschland versinkt im Schnee: Die Bilder vom Wetter-Chaos im Januar

Das Winter-Wetter hat vor allem den Norden Deutschlands fest im Griff.
Das Winter-Wetter hat vor allem den Norden Deutschlands fest im Griff. © Michael Reichel/dpa; David Hammersen/dpa; Jason Tschepljakow/dpa
Schneesturm „Elli“ fegt über Deutschland und bedeckt vor allem den Norden des Landes mit einer dicken Schneeschicht, wie hier in Bremerhaven.
Schneesturm „Elli“ fegte über Deutschland und bedeckte Anfang Januar hauptsächlich den Norden des Landes mit einer dicken Schneeschicht, wie hier in Bremerhaven. © Sina Schuldt/dpa
Der Deutsche Wetterdienst warnt am Freitagvormittag (9. Januar) vor orkanartigen Böen im Schwarzwald und auf Helgoland. Schwere Sturmböen drohen auf dem Brocken. Vielerorts, vor allem im Norden, wird vor Schneeverwehungen und starkem Schneefall gewarnt.
Der Deutsche Wetterdienst warnte am Freitagvormittag (9. Januar) vor orkanartigen Böen im Schwarzwald und auf Helgoland. Schwere Sturmböen drohten auf dem Brocken. Vielerorts, vor allem im Norden, wurde vor Schneeverwehungen und starkem Schneefall gewarnt. © Sina Schuldt/dpa; DWD
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte in den Mittelgebirgen vor Glatteis. Auch in Bayern bestand am Freitag (9. Januar) die Gefahr von Glatteisregen mit unwetterartigen Auswirkungen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte in den Mittelgebirgen vor Glatteis. Auch in Bayern bestand am Freitag die Gefahr von Glatteisregen mit unwetterartigen Auswirkungen. © Philip Dulian/dpa
Der Uracher Wasserfall am Rand der Schwäbischen Alb ist nahezu komplett eingefroren.
Der Uracher Wasserfall am Rand der Schwäbischen Alb war nahezu komplett eingefroren. © Marijan Murat/dpa
Angesichts der Wetterlage machten viele Schulen in Deutschland dicht. In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fiel der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus.
Angesichts der Wetterlage machten viele Schulen in Deutschland dicht. In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fiel der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus. © Marcus Brandt/dpa
Im Hafen am Salzhaff wurden die eingefrorenen Schachtdeckel mit einem Gasbrenner freigelegt, um sie bei Bedarf öffnen zu können.
Im Hafen am Salzhaff wurden die eingefrorenen Schachtdeckel mit einem Gasbrenner freigelegt, um sie bei Bedarf öffnen zu können.  © Bernd Wüstneck/dpa
Auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt. Ein Mann beseitigte eine dicke Schneeschicht auf einem Bahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof.
Auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt. Ein Mann beseitigte eine dicke Schneeschicht auf einem Bahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof. © Marcus Brandt/dpa
Im Norden Deutschlands kam auch der Busverkehr teilweise zum Erliegen.
Im Norden Deutschlands kam auch der Busverkehr teilweise zum Erliegen. © Marcus Brandt/dpa
Da Busse und Bahnen teilweise ausfallen, bringen Eltern am frühen Morgen ihre Kinder mit Schlitten in die Schule.
Da Busse und Bahnen teilweise asufielen, brachten Eltern am frühen Morgen ihre Kinder mit Schlitten in die Schule. © Matthias Bein/dpa
Für Wintersportler hat das Wetter aber auch seine guten Seiten: Kinder fahren mit ihrem Schlitten am Bocksberg im Harz.
Für Wintersportler hat das Wetter aber auch seine guten Seiten: Kinder fuhren mit ihrem Schlitten am Bocksberg im Harz. © Swen Pförtner/dpa
Ein Schneeräumfahrzeug fährt bei Schneefall über die Autobahn A8. Im Bundesgebiet herrscht hohe Glatteisgefahr.
Ein Schneeräumfahrzeug fuhr bei Schneefall über die Autobahn A8. Im Bundesgebiet herrschte hohe Glatteisgefahr.  © Peter Kneffel/dpa
Auch in den Städten war der Winterdienst im Dauereinsatz.
Auch in den Städten war der Winterdienst im Dauereinsatz. © Michael Reichel/dpa
Die Deutsche Bahn stellte am Freitagmorgen wegen des stürmischen Winterwetters den Fernverkehr im Norden Deutschlands bis mindestens zum Mittag ein.
Die Deutsche Bahn stellte am Freitagmorgen wegen des stürmischen Winterwetters den Fernverkehr im Norden Deutschlands bis mindestens zum Mittag ein.  © Moritz Frankenberg/dpa
Aufgrund der Glätte kam es in Deutschland immer wieder zu Unfällen, wie hier auf der A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld.
Aufgrund der Glätte kam es in Deutschland immer wieder zu Unfällen, wie hier auf der A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld. © Rene Kunze/dpa
Bei einem Zusammenstoß zweier Autos im Landkreis Dingolfing-Landau sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei war eines der Autos auf einer Staatsstraße bei Reisbach ins Schleudern geraten.
Bei einem Zusammenstoß zweier Autos im Landkreis Dingolfing-Landau sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei war eines der Autos auf einer Staatsstraße bei Reisbach ins Schleudern geraten. © Jason Tschepljakow/dpa
Räumfahrzeuge waren auf den Runways sowie der Start- und Landebahn am Flughafen Hamburg unterwegs.
Räumfahrzeuge waren auf den Runways sowie der Start- und Landebahn am Flughafen Hamburg unterwegs. © Christian Charisius/dpa

Warum gerade dieser Februar so heikel ist

Der Februar gilt oft als Übergangsmonat, doch genau das macht die aktuelle Situation so außergewöhnlich. Sollte der Polarwirbel jetzt weiter nachgeben oder sogar kollabieren, käme der Winter mit Verzögerung, aber voller Wucht zurück. Die atmosphärischen Blockaden hätten das Potenzial, sich bis in den Monatsausklang zu halten. Ein frühes Frühlingssignal wäre damit vom Tisch. Stattdessen droht ein klassischer Eis-Februar, der sich deutlich kälter präsentiert als der bisherige Winterverlauf. Meteorologisch gesehen steht Deutschland damit vor einer Weichenstellung.

Die nächsten Tage entscheiden, ob dieser Februar als unspektakulär endet oder als Winterhöhepunkt in die Wetterchroniken eingeht.

Rubriklistenbild: © metdesk / www.wxcharts.com

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