Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Bauernregel verspricht überraschende Sommerprognose – März-Tag soll entscheidend sein
Rund um den 21. März kursiert eine alte Bauernregel, die Sommererwartungen weckt. Doch stimmt das wirklich? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die Vorstellung dahinter war einfach: Wenn sich um diese Zeit eine bestimmte Wetterlage über Mitteleuropa festsetzt, könnte sie den Charakter der kommenden Monate beeinflussen. Besonders Bauern und Winzer beobachteten solche Tage sehr genau, weil sie hofften, daraus Hinweise für die Ernte oder die Feldarbeit abzuleiten.
Der Benediktstag am 21. März fällt meist genau in die Zeit der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Tag und Nacht sind dann nahezu gleich lang, und astronomisch beginnt der Frühling. In alten Bauernkalendern galt dieser Termin deshalb als wichtiger Lostag. Eine überlieferte Regel lautet: „Wie das Wetter auf Benedikt, so es den ganzen Sommer schickt.“
Ein Lostag zum Frühlingsbeginn – warum solche Bauernregeln entstanden
Viele Bauernregeln entstanden aus jahrhundertelangen Beobachtungen der Natur. Menschen bemerkten immer wieder bestimmte Muster zwischen Wetterlagen im Frühling und dem weiteren Verlauf des Jahres. Um die Tagundnachtgleiche herum verändert sich die großräumige Zirkulation über Europa häufig. Der Wintereinfluss lässt nach, während sich zunehmend mildere Luftmassen durchsetzen.
In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene
Wenn sich in dieser Phase stabile Hochdrucklagen etablieren, können sie tatsächlich mehrere Wochen prägen. Deshalb wirkten solche Beobachtungen plausibel und wurden in kurze, leicht merkbare Sprüche gefasst, die über Generationen weitergegeben wurden. Eine alte Bauernregel besagt auch: Das Wetter am 27. März bestimmt unseren Juli. Die Vorzeichen stehen erstaunlich gut. Laut einer anderen Bauernregel könnte das Wetter im April deutlich kippen – weil es im Februar zu warm war.
Kann der Benediktstag wirklich den Sommer verraten?
Aus moderner meteorologischer Sicht kann ein einzelner Tag natürlich keinen ganzen Sommer vorhersagen. Langfristige Wetterentwicklungen hängen von komplexen Faktoren wie Meeresoberflächentemperaturen, großräumigen Zirkulationsmustern und der Entwicklung der Atmosphäre über viele Wochen ab. Trotzdem ist der Zeitraum um den 21. März meteorologisch interessant, weil sich zu dieser Jahreszeit die atmosphärischen Muster häufig neu ordnen. So kann es an Ostern sogar doch noch Schnee geben.
Bauernregeln wie die zum Benediktstag zeigen daher weniger eine echte Prognose, sondern eher ein Stück Wettergeschichte und Erfahrung aus vergangenen Jahrhunderten. Sie erinnern daran, wie aufmerksam Menschen früher den Himmel beobachteten, lange bevor es moderne Wettermodelle gab.