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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wettermodell zeigt auf einmal bis zu 27 Grad – bemerkenswerte Entwicklung für konkreten April-Tag
Plötzlich drehen die Modelle völlig auf: bis zu 27 Grad sind nach Ostern möglich. Doch wie stabil ist diese Sommerluft wirklich? Die Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die neuesten Läufe des Deutschen Wetterdienstes und seines ICON-Modells sorgen aktuell für Aufsehen: Nach Ostern könnte sich über Mitteleuropa eine außergewöhnlich warme Luftmasse durchsetzen. Verantwortlich ist ein stabiles Hochdruckgebiet, das warme Luft aus südlichen Breiten nach Deutschland lenkt. In der Spitze sind laut Modell am Dienstag (7. April) bis zu 27 Grad möglich, was für Anfang April tatsächlich bemerkenswert ist.
Das DWD-Modell ICON rechnet am Dienstag (7. April) mit Spitzenwerten von mehr als 25 Grad, bis zu 27 Grad werden ausgegeben. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme.
Solche Werte liegen deutlich über dem klimatologischen Mittel und erinnern eher an späten Frühling oder frühen Sommer. Besonders im Westen und Südwesten könnten die Temperaturen stark ansteigen, während es im Norden etwas gemäßigter bleibt.
Warum diese Wärme so ungewöhnlich ist
Auch wenn einzelne warme Tage im April nichts völlig Neues sind, bewegen sich 27 Grad klar im oberen Extrembereich für diese Jahreszeit. Der Frühling ist bekannt für seine Dynamik, doch solche Ausschläge zeigen, wie stark atmosphärische Muster derzeit schwanken können. Häufig liegt das an einer ausgeprägten Südströmung, die sehr warme Luft weit nach Norden transportiert.
Gleichzeitig ist der Boden nach dem Winter oft noch relativ kühl, was die gefühlte Wärme zusätzlich verstärkt. Dennoch gilt: Solche Spitzenwerte sind meist nur von kurzer Dauer und spiegeln keine stabile Wetterlage wider.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Die große Unsicherheit bleibt die Dauer dieser Warmphase. Viele Modellläufe deuten bereits an, dass nach dem kurzen Temperaturhöhepunkt ein markanter Umschwung folgen könnte. Tiefdruckgebiete könnten wieder kühlere Luft nach Deutschland führen und die Temperaturen deutlich sinken lassen. Typisch für den April wäre dann ein Wechsel aus milden, kühlen und teils unbeständigen Phasen.
Genau dieses Auf und Ab macht den Monat so schwer berechenbar. Die aktuellen Prognosen zeigen daher vor allem eines: Ein kurzer Ausflug in fast sommerliche Regionen ist möglich, aber ein nachhaltiger Frühlingseinzug ist damit noch längst nicht garantiert.