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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Extreme Wetter-Wende steht kurz bevor: Überraschende Umstellung hat Folgen für den Körper

Erst eisige Frostnächte, dann frühlingshafte Wärme. Der drastische Temperaturwechsel trifft die Menschen hart. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Innerhalb weniger Tage erlebt Deutschland einen Temperaturanstieg von teils mehr als 30 Grad. Nach strengem Frost mit bis zu minus 15 Grad im Osten strömt am Wochenende (21. und 22. Februar) milde Atlantikluft ins Land. Plötzlich werden 12 bis 15 Grad erreicht, im Südwesten sind zur Wochenmitte (25. Februar) sogar Werte um 20 Grad möglich.

Was macht dieser krasse und besonders schnelle Wetterwechsel mit unserem Körper?

Für die Natur ist das Tauwetter ein Befreiungsschlag, für unseren Organismus jedoch eine enorme Umstellung. Der Körper war zuvor auf Kälte programmiert: Blutgefäße verengt, Blutdruck eher höher, der Stoffwechsel auf Energiesparen eingestellt. Kommt dann schlagartig Wärme, weiten sich die Gefäße, der Blutdruck kann absinken – typische Folgen sind Schwindel, Benommenheit oder Kreislaufprobleme.

Extreme Wetter-Wende: Kreislauf, Hormone und das Phänomen Biowetter

Solche Wetterwechsel betreffen nicht nur die Temperatur. Auch Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Wind ändern sich deutlich. Gerade schnelle Luftdruckschwankungen gelten als Auslöser für Beschwerden bei wetterfühligen Menschen. Das sogenannte Biowetter beschreibt diese Belastung. Studien zeigen, dass besonders Menschen mit niedrigem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Migräne sensibel reagieren.

Gleichzeitig nimmt mit mehr Sonnenlicht die Helligkeit stark zu. Das beeinflusst den Hormonhaushalt: Serotonin steigt, Melatonin sinkt. Viele fühlen sich wacher, manche jedoch gleichzeitig erschöpft oder innerlich unruhig. Dieses Zusammenspiel kann das Gefühl verstärken, der Körper komme nicht hinterher.

Was bedeutet das für unsere Gesundheit?

Für gesunde Menschen sind solche Wetterstürze in der Regel keine Gefahr, sondern eine vorübergehende Anpassungsreaktion. Der Organismus benötigt schlicht Zeit, um Gefäßtonus, Flüssigkeitshaushalt und Kreislauf neu auszubalancieren. Wichtig sind ausreichend Trinken, Bewegung an der frischen Luft und ein stabiler Schlafrhythmus.

Problematisch kann es werden, wenn bereits Vorerkrankungen bestehen oder starke, anhaltende Beschwerden auftreten. Dann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Grundsätzlich zeigt der extreme Temperaturwechsel vor allem eines: Wie eng unser Wohlbefinden mit der Atmosphäre verknüpft ist – und wie sensibel unser Körper auf abrupte Veränderungen reagiert.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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