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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Ihr Name im Wetterbericht: Hoch Oldenburgia macht’s vor – Wie man sich sein eigenes Hoch oder Tief sichern kann
Hoch Oldenburgia macht Schlagzeilen. Doch wer darf über Sonne und Regen entscheiden – und wieso kosten Hochs plötzlich mehr als Tiefs? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Wenn ein Hoch „Oldenburgia“ oder ein Tief „Magnus“ über Europa zieht, klingt das nach Fantasie. Tatsächlich steckt dahinter eine über 70 Jahre alte Tradition. Seit 1954 werden in Berlin Hoch- und Tiefdruckgebiete offiziell benannt, damit Wetterkarten und Prognosen leichter verständlich werden. Die ersten Taufnamen lauteten damals Anka und Albert – und tauchten sofort in den Berliner Tageszeitungen auf.
Inzwischen sind die Namen so fester Bestandteil der Berichterstattung, dass sie Schlagzeilen prägen wie Popstars: Orkan „Kyrill“, Dauerregen-Tief „Bernd“ oder Hitze-Hoch „Beate“. Jedes Druckgebiet schreibt damit ein Stück Wettergeschichte, das mit einem Namen für immer verbunden bleibt.
Wetterpate werden – Preise, Regeln und der heiße Startschuss für 2026
Seit 2002 dürfen Privatpersonen und Unternehmen selbst Namen vergeben. Das Prinzip ist einfach: Wer zahlt, wird Wetterpate und bestimmt, wie ein Hoch oder Tief heißen soll. Damit unterstützen die Paten die Meteorologie-Studierenden der FU Berlin, deren Station in Dahlem seit 117 Jahren Daten sammelt – eine der längsten Klimareihen weltweit. Doch aufgepasst: Hochs und Tiefs wechseln jedes Jahr ihr Geschlecht. 2026 gilt die Regel: Hochs sind männlich, Tiefs weiblich.
Der Run auf die Patenschaften startete am 17. September 2025 um Punkt Mitternacht – und Hochs sind traditionell schneller ausverkauft. Kein Wunder: Sie bringen Sonne und gute Laune, während Tiefs eher für Regen, Sturm und Schlagzeilen sorgen. Aber der Preisunterschied hat es in sich: Ein Hoch kostet stolze 390 Euro, ein Tief dagegen „nur“ 290 Euro.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Ein Name für die Ewigkeit – Geschenk oder Geltungssucht?
Dass sich viele diesen Traum erfüllen, zeigt die bunte Namensliste: 2025 zogen unter anderem Tief BERND mit Dauerregen, Hoch BEATE mit Eiseskälte oder Hoch KONSTANTINA mit Rekord-Sonnenschein über Deutschland. Besonders kreativ waren Paten mit Namen wie VIANELDE, WAMMES oder XERXES. Die Motive sind so verschieden wie die Wetterlagen: Manche verschenken eine Patenschaft zu Weihnachten oder zum Geburtstag, andere wollen ihren seltenen Vornamen endlich bekannt machen – wieder andere genießen schlicht den Ruhm, wenn ihr Name in allen Nachrichten auftaucht.
Mehr als 4.400 Menschen aus Europa, den USA, Japan, Brasilien und Südafrika haben es bereits getan. Hoch Oldenburgia beweist, wie sehr Wetter Namen macht – und dass man mit etwas Glück und Geld buchstäblich Sonnenschein kaufen kann.