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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Hartnäckiges Dezember-Wetter bricht Rekorde – Doch der Winter hat noch eine Chance
Eine Abkühlung zu Weihnachten klingt verlockend, doch Prognosen zeigen kaum Niederschlag – ernüchternde Aussichten für Schnee. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Die aktuelle Wetterlage zeigt eindrucksvoll, wie außergewöhnlich stabil Hochdrucksysteme sein können. Seit über einer Woche liegt ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa und blockiert nahezu jede atlantische Störung. Niederschläge bleiben Mangelware, selbst Fronten lösen sich beim Annähern auf.
Dadurch steuert der Dezember 2025 auf einen Platz unter den fünf wärmsten seit Beginn der Messungen 1881 zu und ist bereits jetzt der zweitwärmste. Weiße Weihnachten sind unter solchen Voraussetzungen extrem unwahrscheinlich, denn ohne Feuchte fehlt selbst bei kurzzeitiger Abkühlung die Grundlage für Schnee. Stattdessen dominieren milde Tage, trübe Nächte und eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Wetterruhe.
Wetter in Deutschland: Warum das Hoch so stabil bleibt
Die Ursache für die bemerkenswerte Persistenz liegt in der großräumigen Zirkulation. Ein kräftiger, straffer Polarwirbel hält die Westdrift weit nördlich, während sich über Europa eine blockierende Hochdruckbrücke etabliert hat. Diese wird durch positive Temperaturanomalien und fehlende Wellenstörungen im Jetstream gestützt. Solche Blockings können sich über Wochen halten und verdrängen Tiefdruckgebiete sowohl nach Norden als auch nach Süden.
Genau dieses Muster wurde von vielen Langfristmodellen bereits im Sommer angedeutet. Entgegen mancher Erwartungen aus dem November, die Kälte und Schnee versprachen, setzten sich die Signale für einen milden Dezember durch. Das aktuelle Geschehen bestätigt eindrucksvoll die höhere Treffsicherheit moderner saisonaler Prognosen.
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Wetter-Prognose: Was bis Weihnachten realistisch ist
Kurzfristig könnte sich das Hoch etwas Richtung Atlantik verschieben und den Zustrom kontinentaler Luft aus Osten erlauben. Damit steigen die Chancen auf mehr Nachtfröste und Tageshöchstwerte zwischen null und fünf Grad. Die Luftmassen bleiben jedoch trocken, sodass Schneefall selbst dann kaum wahrscheinlich ist. Für viele Regionen ergibt sich allenfalls ein gefühlt winterliches Szenario mit Frost, Nebel und Reif.
Erst ein nachhaltiger Abbau der Blockade, etwa durch eine deutliche Abschwächung des Polarwirbels oder eine markante Umstellung des Jetstreams, würde die Tür für echtes Winterwetter öffnen. Bis dahin bleibt Skepsis angebracht, denn die derzeitige Lage spricht klar gegen Last-Minute-Schnee.