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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Typisches Wetter-Muster stellt sich nun ein – und dürfte für gleich mehrere Tage bleiben
Hochdruck, Dunst und dichter Nebel: Die kommenden Tage bringen Wetterlagen, die selbst modernste Modelle an ihre Grenzen bringen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm - In den nächsten Tagen stellt sich über Mitteleuropa eine stabile Hochdruckwetterlage ein – ein typisches Muster für die Jahreszeit. Während in der Höhe trockene und relativ milde Luftmassen dominieren, sorgt die nächtliche Abkühlung am Boden für die Bildung von Nebel und Dunst. Die Luft kühlt in klaren Nächten schnell aus, der Taupunkt wird erreicht, und Feuchtigkeit kondensiert in Bodennähe. Dadurch entstehen Nebelfelder, die am Morgen vielerorts eine graue Decke über die Landschaft legen.
Im Gegensatz zu wechselhaften Wetterlagen mit Wind und Fronten bleibt die Luft unter Hochdruck oft weitgehend unbewegt. Dadurch kann sich der Nebel nicht nur in den frühen Morgenstunden halten, sondern mitunter auch den ganzen Tag über bestehen. Trotz der trüben Stimmung bleibt es dabei meist trocken, denn Nebel produziert in der Regel kaum messbaren Niederschlag.
Warum Nebelprognosen für Wetter-Experten so schwierig sind
Für Meteorologen sind solche Wetterlagen eine echte Herausforderung. Ob sich Nebel am Vormittag auflöst oder hartnäckig bleibt, hängt von einer Vielzahl kleinräumiger Faktoren ab. Schon minimale Unterschiede in Bodenfeuchte, Windgeschwindigkeit oder Luftmischung können den entscheidenden Ausschlag geben. Selbst hochauflösende Wettermodelle, die Gitterweiten von wenigen Kilometern haben, können diese feinen Unterschiede oft nicht exakt abbilden.
Hinzu kommt, dass Nebel sehr flachschichtig sein kann: Eine dünne Schicht entscheidet darüber, ob in einer Region die Sonne durchbricht oder nicht. Modelle arbeiten jedoch mit vertikalen Schichten, die oft mehrere Dutzend Meter dick sind – feine Inversionslagen oder lokale Nebelreste können dadurch leicht „verschluckt“ werden. Das führt dazu, dass Vorhersagen zwar großräumig stimmen, lokal aber deutlich danebenliegen können. Für den Alltag heißt das: Im Nachbarort kann strahlender Sonnenschein herrschen, während wenige Kilometer weiter dichter Nebel den ganzen Tag über bestehen bleibt.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Diese Wetterlage ist daher prädestiniert für die bekannte Frage: „Geht es auf oder bleibt es dicht?“ Klare Antworten sind oft nicht möglich. Meteorologen können lediglich Wahrscheinlichkeiten und Tendenzen angeben, etwa in welchen Regionen die Chance auf Nebelauflösung größer ist. Generell gilt: Wo sich der Nebel früh verdichtet und kaum Wind aufkommt, bleibt es oft den ganzen Tag trüb. In leicht erhöhten Lagen oder bei minimaler Durchmischung kann sich dagegen die Sonne durchsetzen.
Die anhaltende Hochdruckwetterlage dürfte uns über den Monatswechsel hinaus bis in die erste Oktoberwoche begleiten. Das bedeutet weiterhin weitgehend trockenes Wetter, aber mit erheblichen regionalen Unterschieden bei Sonne und Nebel. Für Vorhersagemodelle beginnt damit eine Phase, die immer wieder zeigt, dass selbst modernste Technik an ihre Grenzen stößt, wenn die Natur auf kleinräumige Phänomene wie Nebel setzt.