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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Nach Hitze-Herbst der Mega-Schnee? Drei Szenarien für das Winter-Wetter
Erst Hochsommer, dann Herbstschock – jetzt fragen sich viele: Wird auch der Winter so extrem? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Ein Herbst, der wie ein Orkan loslegt, sorgt für Diskussionen: Ist das ein Zeichen für den kommenden Winter? Grundsätzlich gilt – Wetter im September bestimmt den Winter nicht direkt. Aber: Extreme Herbstlagen zeigen, dass die Atmosphäre in Bewegung ist. Jetstream, Polarwirbel und Nordatlantische Strömungen geraten schnell ins Wanken.
Wenn bereits im Herbst deutliche Temperaturstürze, Starkregen und Luftdruckgegensätze auftreten, kann das als Hinweis gewertet werden, dass auch im Winter abrupte Umschwünge und Kaltlufteinbrüche nicht ausgeschlossen sind. Das aktuelle Wetterchaos taugt also durchaus als Signalgeber für mögliche Extreme in den nächsten Monaten.
Winter 2025/26 – mild oder mit Schneeschock?
Langfristmodelle sehen für Europa insgesamt eher einen milden Winter, besonders in den ersten Wochen mit überdurchschnittlichen Temperaturen. Doch die Lage ist komplex: Sollte der Polarwirbel schwächeln, sind plötzliche Kaltlufteinbrüche denkbar. Hinzu kommt, dass ein La-Niña-Muster im Pazifik wahrscheinlich ist – und das hat in der Vergangenheit oft für wechselhafte Winter mit Überraschungen gesorgt.
So könnte es zwar insgesamt wärmer als normal ausfallen, gleichzeitig aber markante Frostphasen geben. Schnee in tiefen Lagen wäre dann zwar selten, doch nicht ausgeschlossen – vor allem im Februar, wenn Kaltluft aus dem Norden leichter nach Mitteleuropa vordringen kann.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Erstens: Ein „Grundgerüst mild“, also ein Winter mit mehr Regen als Schnee, vor allem in den Städten und im Flachland. Zweitens: Ein „Winter mit Biss“, bei dem nach einem ruhigen Dezember plötzliche Kältewellen im Januar oder Februar hereinbrechen – begleitet von Schnee und Frost. Drittens: Regionale Extreme, bei denen der Westen Deutschlands vergleichsweise mild bleibt, während Süden, Osten und höhere Lagen deutlich mehr Winterfeeling erleben.
Sicher ist: Komplett langweilig wird es nicht. Der Herbst hat gezeigt, wie schnell sich Wetterlagen drehen können – und genau das dürfte uns auch im Winter 2025/26 erwarten. Auch ein Polarwirbel-Kollaps droht im Winter – mit drastischen Folgen für Deutschland.