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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Erste Sommer-Prognose für 2026 in Deutschland: Saisonmodelle deuten auf unterschätztes Szenario hin

Kommt nach dem kalten Winter der Hitzeschock? Neue Analysen zeigen überraschende Prozentzahlen für Deutschland und Europa. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Der Sommer 2026 könnte nach aktuellen Großwetterlagen-Trends deutlich spannender werden, als viele denken. Saisonmodelle und Klimasignale zeigen für Deutschland und weite Teile Europas derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 55 bis 65 Prozent für einen zu warmen Sommer. Verantwortlich ist weniger der kalte Januar oder Februar, sondern die großräumige Zirkulation über Atlantik und Kontinent.

Bekommen wir einen deutlich „zu warmen“ Sommer 2026? Das sagen die aktuellen Entwicklungen.

Neutraler ENSO-Status mit möglicher El-Niño-Tendenz erhöht statistisch die Chance auf stabile Hochdrucklagen. Gleichzeitig bleibt ein Bereich von rund 25 bis 35 Prozent für einen eher durchschnittlichen Verlauf bestehen, was bedeutet: Hitzephasen wären möglich, aber nicht zwangsläufig dauerhaft.

Kalter Winter gleich heißes Sommer-Wetter? Die klare Antwort

Viele fragen sich, ob ein kalter Winter automatisch einen heißen Sommer bringt. Die klare Antwort der Meteorologie lautet: nein. Zwischen Polarwirbel, Stratosphäre und mitteleuropäischem Sommerwetter besteht kaum eine direkte Verbindung, weil sich die Zirkulation bis Juni komplett neu organisiert. Entscheidend ist vielmehr, ob sich sogenannte Blocking-Lagen über West- oder Mitteleuropa etablieren. Kommt es dazu, steigen die Chancen auf längere Hitzeperioden deutlich. Bleibt dagegen eine kräftige Westströmung dominant, wäre ein wechselhafter, aber dennoch zu warmer Sommer wahrscheinlich. Aktuell sehen Langfristmodelle nur etwa 10 Prozent Risiko für einen zu kühlen Sommer in Deutschland und angrenzenden Regionen.

Warum Europa besonders spannend werden könnte

Im Endeffekt deutet die Großwetterlagen-Statistik für Europa auf einen Sommer hin, der zumindest leicht über dem Klimamittel liegen dürfte. Besonders Süd- und Südosteuropa zeigen in vielen Simulationen die stärksten Warmanomalien, während Deutschland häufiger zwischen Hitze, Gewittern und kurzen Abkühlungen wechseln könnte. Ein echter Extrem-Hitzesommer wie 2018 lässt sich Monate vorher jedoch nicht seriös festlegen, weil sich entscheidende Druckmuster oft erst im späten Frühjahr stabilisieren.

Sensationelle Fotos: Schneemassen in Bayern – Einmalige Bilder zeigen Ausnahmezustand

Das Winterchaos in Bayern hält weiter an – auch am Dienstag, 27. Januar, warnt der DWD vor Glätte und Neuschnee.
Das Winterchaos in Bayern hält weiter an – auch am Dienstag, 27. Januar, warnt der DWD vor Glätte und Neuschnee. © IMAGO / IPA Photo
Winterlandschaft im Landkreis Forchheim – unter anderem dort warnt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe aber auch vor erheblichen Einschränkungen im Straßenverkehr durch umgestürzte Bäume.
Winterlandschaft im Landkreis Forchheim – unter anderem dort warnt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe aber auch vor erheblichen Einschränkungen im Straßenverkehr durch umgestürzte Bäume. © picture alliance/dpa | Daniel Löb
Eine dicke Schneedecke liegt über der Altstadt Coburgs im Norden Bayerns.
Eine dicke Schneedecke liegt über der Altstadt Coburgs im Norden Bayerns. © picture alliance/dpa | Daniel Vogl
Auch in der Oberpfalz hat der Winter zugeschlagen – das Foto zeigt Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg.
Auch in der Oberpfalz hat der Winter zugeschlagen – das Foto zeigt Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg.  © IMAGO / IPA Photo
Bei den gewaltigen Schnee-Mengen haben die Winterdienste seit Montag in Bayern alle Hände voll zu tun.
Bei den gewaltigen Schnee-Mengen haben die Winterdienste seit Montag in Bayern alle Hände voll zu tun. © IMAGO / SOPA Images
Unter der Schneedecke verschwinden Fahrspuren – Orientierung fällt schwer.
Unter der Schneedecke verschwinden Fahrspuren – Orientierung fällt schwer. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Eisige und schneeweiße Sitzbänke im Kurpark von Bad Reichenhall.
Eisige und schneeweiße Sitzbänke im Kurpark von Bad Reichenhall. © IMAGO / Rolf Poss
Auch am Dienstag entfällt unter anderem in Nürnberg der Präsenzunterricht.
Auch am Dienstag entfällt unter anderem in Nürnberg der Präsenzunterricht.  © IMAGO / Ardan Fuessmann
Die weiße Pracht verwandelt Stadt und Land in eine Winterlandschaft. Blick in eine verschneite Gasse des Handwerkerhofs Nürnberg mit Fachwerkhäusern und Touristeninformation.
Die weiße Pracht verwandelt Stadt und Land in eine Winterlandschaft. Blick in eine verschneite Gasse des Handwerkerhofs Nürnberg mit Fachwerkhäusern und Touristeninformation. © IMAGO / Ardan Fuessmann
Der öffentliche Nahverkehr in Nürnberg hatte am Montag seine Schwierigkeiten mit dem Schnee-Chaos.
Der öffentliche Nahverkehr in Nürnberg hatte am Montag seine Schwierigkeiten mit dem Schnee-Chaos. © IMAGO / Ardan Fuessmann
Auch der Nürnberger Hauptbahnhof versinkt im Schnee.
Auch der Nürnberger Hauptbahnhof versinkt im Schnee. © IMAGO / Ardan Fuessmann
Das Winter-Chaos mit tiefem Schnee erschweren das Vorankommen für Pendler.
Das Winter-Chaos mit tiefem Schnee erschweren das Vorankommen für Pendler. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Schneemassen machen Gehwege und Wege unpassierbar.
Schneemassen machen Gehwege und Wege unpassierbar. © IMAGO / IPA Photo
An manchen Orten türmen sich die Flocken zu beachtlichen Haufen. Das Foto zeigt den Winter am Montag in Wendelstein.
An manchen Orten türmen sich die Flocken zu beachtlichen Haufen. Das Foto zeigt den Winter am Montag in Wendelstein. © IMAGO / IPA Photo
Bäume tragen schwere Lasten und drohen unter dem Schnee zu brechen. Fußgänger müssen vorsichtig sein.
Bäume tragen schwere Lasten und drohen unter dem Schnee zu brechen. Fußgänger müssen vorsichtig sein. © IMAGO / IPA Photo
Eisglatte Straßen sorgen für stockenden Verkehr und gefährliche Fahrverhältnisse. Davor warnt der Deutsche Wetterdienst auch eindringlich am Dienstag.
Eisglatte Straßen sorgen für stockenden Verkehr und gefährliche Fahrverhältnisse. Davor warnt der Deutsche Wetterdienst auch eindringlich am Dienstag. © IMAGO / IPA Photo
Der Winterdienst kämpft quasi im Dauereinsatz gegen die fortwährenden Schneemassen.
Der Winterdienst kämpft quasi im Dauereinsatz gegen die fortwährenden Schneemassen. © IMAGO / IPA Photo
Neuschnee in Franken sorgt für teils chaotische Verkehrssituationen.
Neuschnee in Franken sorgt für teils chaotische Verkehrssituationen. © picture alliance/dpa | Daniel Löb

Die spannendste Phase für neue Prognosen beginnt daher ab April, wenn Modelle erstmals konsistentere Blocking-Signale erkennen. Bis dahin bleibt das wahrscheinlichste Szenario ein warmer, phasenweise heißer, aber nicht zwangsläufig rekordverdächtiger Sommer mit überraschend hoher Dynamik über Mitteleuropa. Gleichzeitig warnen Experten davor, einzelne kalte Wochen überzubewerten, denn selbst ein wechselhafter Verlauf kann am Ende deutlich überdurchschnittlich ausfallen. Genau diese Mischung aus Wärmeüberschuss und wechselnder Großwetterlage sorgt derzeit für besonders viel Spannung in den saisonalen Karten.

Rubriklistenbild: © IMAGO / imagebroker

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