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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Modell dreht komplett: Lange, eisige Winterphase droht – sie hat Schadenpotenzial
Wetter-Modelle zeigen flächendeckend Kälte, Trockenheit und Blockaden bis Ende Januar. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Was sich da jetzt in den frisch eingetrudelten Wochenprognosen des ECMWF zeigt, ist mehr als nur ein kleiner Zacken im Diagramm. Sämtliche Wochen bis Ende Januar 2026 werden plötzlich geschlossen als zu kalt gegenüber dem Mittel 1991–2020 gerechnet. Das ist bemerkenswert, weil es nicht um einzelne Kaltphasen geht, sondern um eine durchgehende negative Temperaturabweichung.
Solche Signale entstehen meist dann, wenn sich großräumige Zirkulationsmuster stabilisieren. Statt wechselhafter Westlagen rücken blockierende Hochdruckgebiete in den Fokus, die kalte Luft über Mitteleuropa festsetzen können. Für einen klassischen milden Atlantikwinter ist das ein klares Warnsignal, für einen potenziell markanten Januar dagegen ein echtes Ausrufezeichen.
Kalt, aber staubtrocken – ein heikler Wetter-Mix
Besonders brisant ist die zweite Komponente der Prognosen: die ausgeprägte Trockenheit. Schon der Dezember war vielerorts extrem niederschlagsarm, und nun deutet alles auf einen zweiten Wintermonat in Folge mit Defiziten hin. Kalte Hochdrucklagen bringen zwar Frost, Inversionen und oft grauen Himmel, aber kaum Schnee oder Regen.
Das hat Folgen. Böden trocknen weiter aus, Grundwasser wird nicht aufgefüllt, und selbst in Mittelgebirgslagen fehlt die schützende Schneedecke. Gleichzeitig steigt bei klaren Nächten die Gefahr von strengem Frost. Ein sogenannter Eisjanuar ohne Schnee ist für Infrastruktur, Landwirtschaft und Ökosysteme oft problematischer als ein kalter, aber schneereicher Winter.
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Sollte sich dieses Muster bestätigen, steuern wir auf einen Wintertyp zu, der lange Phasen der Ruhe mit hohem Schadenpotenzial kombiniert. Negative Temperaturanomalien, kaum Niederschläge und dominanter Hochdruck bedeuten Stillstand in der Wetterdynamik.
Genau das macht solche Lagen gefährlich, weil sie sich festfahren können. Für Wetterfans ist das spannend, für viele Bereiche aber anstrengend. Ob sich die Blockade bis in den Februar hinein verlängert oder doch noch kippt, bleibt offen. Klar ist nur: Der Januar hat das Zeug, völlig anders zu laufen als noch vor wenigen Wochen erwartet. Schnee soll es dagegen nur in wenigen Regionen geben.